130 Route 55. TANGER, "F Prakt, Vorbemerkungen,

tar (13km bis zum Kap Ciris). Dann erscheint an der stark entwaldeten,
 nur durch alte Warttürme belebten andalusischen Küste
die Stadt Tarifa, am Fuß der Sierra de la Luna (784m), seit der
Maurenzeit befestigt, 1292 von König Sancho IV. von Kastilien erobert
 und 1294 von Guzmän el Bueno heldenmütig verteidigt. Ihr
vorge agert die unter dem 36, Breitengrade gelegene Landzunge
Punta Marroguf, die südlichste Spitze des europäischen Festlandes,
In der Ferne erblickt man die weißen Häuser von Tanger, inmitten
einer schönen, östl. von dem Kap Malabata begrenzten Bucht.

Tanger. — Die Schiffe ankern auf offener Reede. Man wird in Booten
“um Hafendamm gebracht. Die deutschen Gesellschaften geben Billette
für Landung wie Einschiffung (je 1 Sh.) aus; im übrigen ist der Tarif
1 pn. (bei großen Seedampfern 11/4 p.) die Person, Handkoffer 1/4, große
Koffer !/z p. Bei unruhiger See (blaue Fahne auf dem Hafendamm) ist
doppelte Taxe, bei Sturm (gelbe Fahne), der die Ausschiffung bisweilen
ganz unmöglich macht, muß man akkordieren. Man bewahre gegenüber
der Zudringlichkeit und dem Geschrei der Bootsleute ruhiges Blut, vereinbare
 möglichst sogleich einen Gesamtpreis für die Beförderung des
Gepäcks vom Dampfer bis zum Gasthof (ca. %4-1 p.) und achte, event. mit
Beihilfe der Hotelangestellten, genau darauf, daß die Gepäckstücke nicht
verschleppt werden. Die Unterstützung durch die Führer, die sich schon
hei der Überfahrt von Gibraltar als „Vertreter“ eines Hotels an die Reisenden
 herandrängen, erhöht meist die Kosten. Auf dem Hafendamm sind
noch 25 c. (Gepäck je 5 e.) zu entrichten, — Am Stadttor leichte Zolldurchsuchung
 ; Paß nicht erforderlich.
GELD. Man versehe sich mit spanischen Duros (S, x1; Papiergeld wird
nicht genommen), die man beim Wechsler am Innenmarkt vorteilhaft in
maärokkanisches Geld umwechselt, das man auf der Post, für Träger,
Führer usw. braucht. In den Hotels und sonst in Tanger wird außer
spanischem auch englisches und französisches Geld genommen.
GASTHÖFE: *H. Cecil (Pl.b: E 4, 5), an der Playa, mit Aussicht aufs
Meer und freier Terrasse, viel Engländer, P, 12!/2-25 fr.; H, Continental
(Pl. a: D 1), in ruhiger Lage 5 Min. nördl. vom Landeplatz, mit schönem
Blick auf das Meer, von Amerikanern bevorzugt, P, 1212-171 fr.; *H. Villa
Valentina(Pl.c: C 53; Frau Hell), am Wege nach Föes, 8 Min. vom Außenmarkt,
 gut geführt, für längeren Aufenthalt, P. 8-10 Sh.; H. Villa de
France (Pl.d: B 4), 12 Min. vom Hafen, in aussichtreicher Lage auf der
Anhöhe hinter dem Außenmarkt, französisch, P. 10-12 fr. — Einfacher:
MH. Bristol (Pl. e: D 2), am Kleinen Socco, P. 8-10 Sh., gut; H. Cavilla,
P, 8-10 p., gelobt, H. Maclean, P. 6-8 p., beide am Außenmarkt;
H, Oriental (Pl, f: D 2), bei der Großen Moschee, P, von 8p. an, —
Der Wein ist im Pensionspreise gewöhnlich nicht einbegriffen.
Carka: €, Central, am Innenmarkt, auch Restaurant, 6. 21h, M. 3 p.;
Taverne du Lion d’Or, 0. du Commerce, beide beim französ. Postamt. Die
arabischen Kaffeehäuser sind meist in den Händen der Führer; abends
kleine Schaustellungen mit maurischen Musikanten (Tasae arabischen
Kaffees dann 1 p.).
PoOsTÄMTER: Deutsche, spanische und englische Post (Pl. 1,2,3: D 2),
sämtlich am Kleinen Socco (Pl, B C4, 5) ; französische Post (Pl. 4: D 2, 3),
hinter der Großen Moschee, Briefe nach den entsprechenden Ländern
10c., sonst 25 c.; Postkarten 10c. Nach Deutschland Inlandstarif. —
TELEGRAPH: englischer (Pl. 6: B 2), am alten Wege vom Außenmarkt nach
dem Marschanz; französischer, im franz. Posthureau ; spanischer (Pl.5:D 3
unweit des Innenmarktes,
DEUTSCHSPRECHENDE ÄRZTE: Dr. Herzen, Casa Dahl; Dr. Steiner, am
Außenmarkt, neben der deutschen Gesandtschaft,
BANKGESCHÄFTE: Deufsche Orientbank (P). 11: D 2), neben der Großen
Moschee; A, Renschhausen d* Co., am Strand; Banque d’ Etat du Maroe (PL. 192.