Kasba.

TANGER. 55. Route. 433

nördliche Tor (Rab el-Marxän; Pl. C 3) gelangt man an der Stadtmauer
 entlang und an dem (1.) Christlichen Friedhof (Pl. B 2) vorbei
|. zu dem Paseo de Cenarro (Pl. B A 2), der neuen Marschanstraße,
geradeaus zu der Kasba und dem alten Marschanwege (s. unten).
Durch das Fös-'Tor (Bab el- Fehz; Pl. O 3) betritt man den
Außenmarkt (Sok el-barra; Pl. B C 3), dessen Besuch ınan an
den Markttagen, Donnerstags und namentlich Sonntags, keinesfalls
unterlasse. Auf dem großen unebenen Platze, welchen das Heiligtum
des Sidi Mukhft (Mejf£), des Schutzpatrons des Marktes, schmückt,
herrscht dann ein unbeschreibliches Volksgewühl ; durch die Reihen
der Verkäufer und der verschleierten Verkäuferinnen drängen sich
feilschend die Bewohner von Tanger; kleinere Gruppen umgeben
die Gaukler, Schlangenbeschwörer und Märchenerzähler. .
An der Nordseite des Außenmarktes führt der Camino del
Monte (Pl. B A 3), westl. zwischen zwei mohammedanischen
Friedhöfen, nach der (15 Min.) Villa Siesu (vgl. die Umgebungskarte),
 mit hübschen Gartenanlagen (dem Pförtner 1/2-1 p.).
Bei dem Tore dieses Landhauses teilt sich der Weg: geradeaus
geht es in das Bubanatal und zum Kap Spartel, s. S. 434; r. führt
ein Nebenweg zum Marschan (E1-Marxän; 104m), dem Hochplateau
 im NW. der Stadt. Am Westende; über dem Bubanatal, liegt
ein mokammedanischer Friedhof und eine Besitzung des Scherifen
von Wassän (Xerif de Uazän), des geistlichen Oberhauptes von Marokko,
 Weiter östl., jenseit der österreichischen Gesundtschaft (2 auf
der Umgebungskarte), trifft man an dem vom Meere unterwaschenen
Steilrande der Küste Reste phönikischer Gräber, die rechteckig in
den Fels gehauen sind und z, T, als Zisternen dienen.
Die ringsum von Mauern umschlossene Kasba (Pı1.B C 1), die
im xv. Jahrhundert erbaute Burg von Tanger, am Ostabhange des
Marschan, ist der höchstgelegene und sehenswerteste Stadtteil.
Durch das obere Kasbator (Bab ed-Doulah oder Bab el-Marzün;
Pi. B 4) gelangt man zunächst nach der Kaserne und der Naham-Batterie
 (Pl. B 1), mit prachtvollem Blick auf die Meerenge bis
Gibraltar. Gegenüber ist die Grabkapelle (Rauda) des Mulai Abd
es-Slam Buarakia, des Schutzpatrons der Stadt, der als deren
Gründer gilt, Etwas unterhalb liegt der Palast des Sultans (P1.B 61),
ein gutes Peispiel spätmaurischer Architektur, mit schönem Säulenhof,
 Moschee und Garten, Den Platz am untern Ende der Kasba
umgeben die Schatzkammer (Pl. 10), das Gerichtsgebäude (Mexuar ;
Pl. 9), an dessen Eingang der Kadi vorm, 8-11 Uhr Recht spricht,
und das für Fremde zugängliche Staatsgefängnis (Cärcel), wo
männliche Gefangene mit Flechtarbeiten u. dgl. beschäftigt werden
 (in der Nähe ein kleineres Frauengefängnis). — Von dem
steil zur Stadt hinabführenden Fußwege unterhalb des östl. Kasbatores
 (Bab el-Azä; PL O 1) hat man nach wenigen Schritten eine
überraschende * Aussicht auf die weiße Häusermasse von Tanger
und den Strand.
Baedekera Svanien u. Portugal, 4. Aufl.