158 Route 56. PLASENCIA. . Von Madrid

Sohnes Philipp IL. der Krone entsagt hatte. Am 3. Februar 1557 bezog
der nicht ganz 57jährige Kaiser (geb. in Gent am 2, Febr. 1500) das auf
der Südseite des Klosters für ihn errichtete Gebäude und lebte hier als
Fürst mit zahlreicher Dienerschaft ; als Berater nahm er auch noch an
5Staatsgeschäften teil. Bekannt ist Seine Neigung für mechanische Instrumente,
 namentlich Uhren, wobei ihm der Cremoneser Giovanni Turriano
‘spanisch „Juanelo“) behilflich war, Er starb am 21. Sept. 1558. — Das
Wohn- und Schlafzimmer des Kaisers lag, wie das Philipps IL. im Esco-"al
 (S, 112), neben dem Chor der Kirche. Durch ein Fenster konnte er,
selbst von Seinem Bette aus, den Hauptaltar und die erhobene Monstranz
erblicken. Hier hing nach seiner Bestimmung die „Gloria“ Tizfans (S, 68),
Die Leiche verblieb hier bis 1574 in einem Bleisarge, dessen hölzerne Umhüllung
 noch Jetzt gezeigt wird, und wurde dann in den Escorial übertragen,
 Die Zimmer sind jetzt leer, Man besuche die bedeckte Terrasse
“Plaza de Palacio), die einen weiten Blick über die fruchtbare Landschaft
La Vera und die Heiden Estremaduras bis Zu der Sierra de Guadalupe
gestattet, das Sterbezimmer, den Puente, welcher von der Galerie hinab
in den Garten führt, sowie den Pavillon Cenador de Belen, Die alte
Sonnenuhr, die Steinstufe, von Welcher der Kaiser aufs Pferd stieg, sowie
 der schattige Nußbaum nahe dem Eingange vollenden dag eigentümliche
 Bild.
Von Yuste nach Plasencia (s, unten), 35km, ebenfalls Reitweg, aber
Pferd und Führer Schwer zu bekommen.

Eine Landstraße führt von Navalmoral nach Trufjillo (8, 441; T2kın,
Diligenee in ca. 12 St.), Sie überschreitet nach 20km den Tajo auf einer
zrOßartigen, 1552 erbauten Brücke, führt dann über die Sierra de Mircvete
nd jenseit (45km) Jaraicejo auf Schöner Brücke über den Adimonte, einen
Nebenfluß des Tajo,

Die Eisenbahn führt — 212km Casatejada — dureh Eichenund
 Schwarzkieferwaldungen, dann durch die cistusbedeckte Tal-2bene
 des Ti&amp;tar (S. 437), den sie bei (232km) La Bazagona überschreitet,
 — 246km Malpartida (de Plaseneia). Aufwärts zu dem
öden, mit Cistus bedeckten Hochplateau von Plasencia, Nach S.
Aussicht über das Tajotal bis zu den Sierren von @uadalupe, Marchaz,
 Montanchez u. a,
257km Plasencia, — Der BAHNHOF (Zmpalme) liegt 10km südl, ger
Stadt; Omnibus die Person 1! p. — Bahnhof Ciudad 8, 8, 159,
GASTH, (vgl. 8. XXMI): F, de Inge Cano, bescheiden,
Plasencia, Stadt von 8200 Einw.,. 1189 von Alfons VIII. von
Kastilien gegründet und Ut Deo placeat benannt (woher der Name),
seit 1190 Bischofssitz, liegt am r, Ufer des Jerte, ähnlich wie Toledo,
auf einer Bergkuppe, die der Fluß auf drei Seiten in tiefer Schlucht
amzieht, Drei ältere und sine 1902 erbaute neue Brücke verbinden
beide Ufer, Die doppelte Stadtmauer mit 68 Türmen ist aus der
Zeit Alfons’ VHL; ringsum führt eine Promenade, mit Aussicht,
hamentlich auf der NO.-Seite, wo einst der Alkazar stand. Die
Wasserleitung, deren 53 Bogen an Römerwerke erinnern, stammt
Aus dem Mittelalter,
Die KATHEDRALE, seit 1498 erbaut, aber unvollendet und durch
spätere Zutaten entstellt, hat eine überladene Fassade plateresken
Stils; am nördl. Querschiff (8, LIX) die schöne Puerta del Enlosado,
mit Porträtmedaillons und Wappen Karls V. und der Carvajals.