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PORTUGAL.

Praktische

gefährer Vergleichung rechne man den Real gleich !/2 centime, also
ein Milreis gleich 5 fr. — Nach Verordnung vom 22. Mai 1911 soll
von einem noch zu bestimmenden Zeitpunkt an als neue Münzeinheit
 der in 100 Centavos geteilte Escudo, gleich dem milreis, eingeführt
 und die bisherigen Münzen dementsprechend anders benannt
 werden,
Im Eisenbalhnbetrieb herrscht mehr Ordnung als in Spanien.
Die Bahnhöfe sind durchweg primitiv; doch ist für Aufbewahrung
des Handgepäcks (arrecadac£o de volumes de m@o) überall gesorgt.
Die Stationsnamen sind undeutlich angeschrieben und ihr Ausrut
schwer verständlich. Viele Stationen liegen mehrere Kilometer abseit
 der zugehörigen Orte, Die Diligeneias, die den Verkehr zwischen
beiden unterhalten (Verzeichnis am Schluß des Kursbuches), sind
dürftig und fahren meist nur täglich einmal. Mehrere Personen
sollten einen besonderen Wagen nehmen, den man durch den letzten
Gastwirt telegraphisch mag bestellen lassen. In einzelnen Orten
haben Unternehmer einen Automobildienst einzuführen versucht.
Das portugiesische Kursbuch (Gwia official dos Caminhos de ferro,
50 rs.) erscheint monatlich.* Man nehme grundsätzlich nur einfache
 Fahrkarten, da Rückfahrkarten nicht billiger sind und auch
die Billettkombinationen einiger Reisebureaus für größere Strecken
nur eine geringe Ersparnis ergeben, der die lästige Bindung gegenüber
 steht. Über die Eisenbahnzeit vgl. S. ır.
Post f(ecorreio). Das Porto beträgt für Briefe (carta) und Kartenbriefe
 (bilhete- carta) nach Portugal und Spanien 20, ins Ausland
(para o estrangeiro) 50 rs., für Postkarten (bilhete postal; mit Antwort
 com resposia paga) 10, 20 rs.; Einschreibgebühr fregistado)
50 r8.; Briefkasten heißt caira, Statt Postanweisungen verwende
man Schecks; Postpakete vermeide man unbedingt.
Die portugiesische Sprache hat wegen ihrer dumpfen
Klangfarbe und der vielen Zisch- und Nasallaute für den aus Spanien
kommenden Reisenden anfangs etwas Befremdendes., ++ In den
großen Gasthöfen wird französisch, englisch, z. T. auch dantsch

+ Die Zeiten von 6 Uhr abends bis 5,59 morgens sind fett gedruckt:
manhä bedeutet die Zeit von 4 U, früh bis 11.59 mittags, farde von 12 bis
7.59 ab., noite von 8 U. bis 3.59 früh: 20% feiras — Montag usw. bis 6as
feiras = Freitag,
++ Empfehlenswert: Kordgien &amp; Micha8lis de Vasconcellos, Portugiesischer
Sprachführer, Leipzig, Bibliographisches Institut; Zangenscheidts Taschenwörterbücher,
 Portugiesisch von Louise Ey (2 Bäde., Berlin 1910, 4 M).
Die Aussprache ist schwierig. Die Stelle des spanischen 1l, %
(S. x11) vertreten Ih und nh, X lautet wie im Deutschen; j, ch und g vor
e und i lauten wie im Französischen (jour, chanter, gCnie), gu und qu
wie im Spanischen; € wie scharfes 8, s am Wortschluß fast wie sch,
z wie im Französischen, schärfer im Auslaut, x teils ks, teils sch, teils ss;
m und ® im Wortanslaut machen den vorhergehenden Vokal nasal, wie
im Französischen, doch ohne den ursprünglichen Klang von e, i und u zu
ändern; die unbetonten Vokale a, e, o klingen dumpf, fast wie e, i, u;
in den Diphthongen werden beide Vokale getrennt gesprochen, «4 fast bloß
wie langes e. Der Zirkumflex (2, 4) bezeichnet Vokallänge, der Til (&amp;, de.
0, öe) Nasalierung des Vokals oder Diphthongen.