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PORTUGAL.

Geographie,

wird von-Einheimischen viel gereist, Gasthöfe und Eisenbahnen
sind dann oft überfüllt. Die Hitze ist nicht unerträglich, und dank
der guten Bewässerung erscheint das Landschaftsbild nie verdorrt.
Kirchen-, Ernte- und andere Feste geben. Gelegenheit zu Volksstudien.
 Im Winter und zu Frühlingsanfang werden besonders im
Norden die Niederschläge lästig. Die Regenmenge nimmt ab nach
dem Innern hin (Mafra jährlich 11283mm, Lissabon 744mm) und von
Norden nach Süden (Porto 1335, Coimbra 894, Lagos 516mm).
Schnee, hier chuva de neve („Schneeregen“) genannt, fällt fast nur
auf den Gebirgen. Frost tritt nur bei Ostwind ein (Minimum in
Lissabon — 1,5°, in dem hochgelegenen Guarda — 7° C.). Die vorherrschenden
 Seewinde, meist Nordwest und West, werden Empfndlichen
 im Winter leicht lästig, mildern aber im Sommer die
Hitze (Maximum in Lissabon 38,g° 0.; Jahresdurchschnitt 15,°).

II. Zur Geographie des Landes.
Sieh dort am Haupt Europas ausgebreitet
Der Lusitanen Reich, als Krone fast,
Wo sich das Land birgt und das Meer sich weitet,
Und Phöbus sucht im Ozean sich Rast.
Camöes, Irusiaden IIT, 20,
Das Königreich Portugal ist 88 740qkm groß und hatte im J.
1900 5016267 Einwohner (römisch-katholischer Religion; mehr
als 3/4 Analphabeten). Dazu kommen die „Adjacentes“ Azoren und
Madeira mit 3203qgkm und 406865 Einwohnern und die Kolonien
in Afrika und Ostindien mit gegen 2100 000qkm und etwa 81/2 Mill.
Einwohnern, .
Die Bodengestaltung des Westrandes der iberischen Halbinsel
ist mit Ursache, daß sich das Land der Einverleibung in das spanische
Königreich entziehen konnte. Zwar sind die nordportugiesische Bergterrasse,
 die Serra da Estrella (1991m) und das Bergland von Alyarve
 nur Fortsetzungen der spanischen Gebirge, aber die großen
Flüsse Duero (port. Douro), Tajo (port. Tejo), Auadiana werden
infolge der Talengen und Stromschnellen an der Landesgrenze
(S. 455) erst in Portugal zu Verkehrsstraßen und bilden dann an
ihren Mündungen die guten Häfen, die die Bewohner auf den
Ozean hinweisen, Portugal steht zu Spanien, das sein Gesicht fast
ganz dem Mittelmeere zuwendet, in ähnlichem Verhältnis wie Norwegen
 zu Schweden oder wie Holland zu Deutschland.
Kein Land ist mannigfaltiger als Portugal. An den Küsten wechseln
 nackte Vorgebirge mit langen Dünenstrecken, Die Lezirias des
Tejo (S. 459), das Lagunenhaff von Aveiro erinnern an Holland. Die
nordportugiesischen Gebirge und die Serra da Estrella steigen fast
alpenartig auf, Das Weinland am Douro mit seinen dem Schieferboden
abgerungenen Terrassen gleicht den Weinhalden des Rheins. Das
Tejotal bei Abrantes weckt den Gedanken an die Elbe bei Dresden,
Die malerische Lage von Lissabon wird seit alters gepriesen. Uber