Geographie. PORTUGAL,

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der anmutigen Universitätsstadt Coimbra am Mondego schwebt der
Reiz romantischer Dichtung und Geschichte, Porto thront erhaben
auf dem Nordufer des Douro.
Die Vegetation Portugals ist die reichste Europas. Der Anhauch
 des Meeres mildert die Glut der südlichen Sonne. Nebeneinander
 stehen die Agave und Opuntie Mexikos, die nordische Kiefer,
 der australische Eukalyptus, die Kamelie Japans, der Ahorn, der
Wacholder und die von den Azoren stammende, dort jetzt ausgestorbene
 „portugiesische“ Zypresse (Cupressus glauca, Lusitanica
oder Allantica), Korkeichen, immergrüne Eichen, Palmen, Pappeln,
Magnolien, Linden, Araukarien. Nicht minder schön ist die einheimische
 Flora, wenn im Frühjahr die Wiesen ihre Blütenpracht
entfalten und die Böschungen der Eisenbahnen mit Sedum, blühendem
 Geißblatt und kriechenden Rosen überzogen sind. Am eigentümlichsten
 sind die Vistusheiden, mit ihren gelben Blüten, die zusammen
 mit Rosmarin und Myrten und bunten Zwiebelgewächsen
einen wunderbaren Eindruck machen. Höher hinauf herrscht der
Ladanstrauch (Cistus ladaniferus) vor. Seine großen weißen Blüten,
inwendig mit einem purpurroten Flecken, und seine länglichen
immergrünen Blätter schwitzen ein wohlriechendes Harz aus. Das
Kulturland erzeugt Weizen, Mais, Hirse, Roggen, Lupinen, Hafer,
Bohnen in Fülle.. Kaum gibt es einen Baum, der nicht eßbare
Wrüchte trüge; von der immergrünen Eiche (S. 300; portug. azinheira)
 und dem Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua; portug. alfarrobeira),
 dem Ölbaum, Mandelbaum und Weinstock bis zum Orangenund
 Mandarinenbaum und dem Feigenbaum, dessen Früchten man
durch die „Kaprifikation“ Frühreife und besonderen Wohlgeschmack
zu geben weiß. Berühmt ist der portugiesische Honig.
Auch das Meer steht an Ergiebigkeit nicht zurück. Kein Fischmarkt
 der Erde ist reicher als der von Lissabon.
Darf sich Portugal einerseits einer sehr entwickelten Kultur
rühmen, wie in den Landschaften am Minho und Douro (Porto), im
westlichen Estremadura (Lissabon) und neuerdings wieder in der
Provinz Alemtejo, der alten Kornkammer des Landes, wo man neben
modernen amerikanischen Maschinen allerdings auch dem hölzernen
Pfluge begegnet, so stehen doch anderseits weite Landstriche noch
auf einer sehr tiefen Stufe und werden nur als Weideland für
Schafe und Schweine benutzt.
Die Bevölkerung, ursprünglich iberischen und keltischen
Stammes, weist eine starke Mischung verschiedendster Rassen auf,
Im Süden überwiegt der maurische Typus, in den Gebirgen des
Nordens erinnert das Landvolk noch an germanische Art. In der
Hauptstadt deuten die vielen Mulatten, denen man dort neben
reinen Negern begeguet, auf die Einwanderung aus den Kolonien.
Im Verkehr sind die Leute durchweg bescheiden und höflich, Die
humanere.Denkweise der Portugiesen zeigt sich auch in den Stiergefechten
 (S. xxxnx).