458 Route 59. SANTAREM.

Von Badajoz

Santarem, die römische Kolonie Scallabis, der Caesar den Beinamen
 Praesidium Julium verlieh, jetzt Distriktshauptstadt mit
9800 Einw., liegt z. U. auf Hügeln hoch über dem Tejo, über den
eine 1234m I. Gitterbrücke mit acht Öffnungen führt.
Santarem, dessen Name von der Märtyrerin Santa Irta (Irene) hergeleitet
 wird, spielte als Schlüssel des Tejo in der Geschichte eine Rolle. Es
ward nach schweren Kämpfen von Alfons V/. von Kastilien (1093) und
Ayonso Henriques (15. März 1147) den Mauren entrissen. Ein Versuch der
Almohaden (S. 8357) unter Abu Ja‘kub Jüsuf, sich der Stadt zu bemächtigen
(1154), wurde durch den Intanten Jom Sancho vereitelt. Peter 1. ließ hier
die Mörder der Ines de Castro hinrichten (S. 524), Die Miguelisten hielten
1533 den Urt bis aufs äußerste, — Portugiesische Volkslieder besingen den
sechzehnjährigen, jung vermählten Prinzen Alfons, den einzigen Sohn
König Johanns 1I., der hier am 13, Juli 1491 im Yejo erirank, als er seinem
badenden Vater entgegenritt.
Vom Gasthaus (nebenan n° 154 beim Uhrmacher der Schlüssel
zur Torre das Cabacas usw.) gelangt man n. an der Zgreja do Salvador
 1, vorbei zum Largo de Passos Manuel, den ein umfangreiches
ehem, Jesuitenkloster, jeizt Priesterseminar, mit 1679 erbauter
Kirche (Egreja do Seminario), begrenzt, und zum Hauptplatz der
Stadt, Campo de Sä da Bandeira (103m), mit dem hübschen Passeio
da Rainha, Das ehem. Franziskanerkloster, dahinter, mit Kreuzgang
und drei guten Azulejosbildern des xvmL Jahrh. {h. Antonius,
Manna in der Wüste und h. Abendmahl), dient als Artilleriekaserne.
Unweit w. der Stierzirkus und die Militärstrafanstalt / Presidio Mititar).
Südl, vom Gasthaus über die Praga do Visconde da Serra do
Pilar zur ehem, Kirche 8, Jodo d’Alporäo, die jetzt ein kleines
Museum mit Grabmälern aus dem Franziskanerkloster vom xYv.-XVII,
 Jahrh. enthält, Daneben die Torre das Cabacas, ursprünglich
angeblich ein Minarett, mit eigentümlicher Uhr aus der Zeit
Emanuels I, Beim Theater vorüber zum Passeio d’Alcäcova, der
innerhalb der Mauern und Türme (Portas do Sul) des alten Schlosses
Alcäcova angelegt ist, das die Stelle des maurischen Alkazar einnahm,
 mit Aussicht auf die Tejoebene. — Auf dem Rückweg besuche
 ınan: den Convento de Graga, jetzt Asylo de S. Antonio,
dessen spätgotische Kirche Wandfliese aus dem XVII. Jahrh., sowie
Renaissancegrabmäler des Grafen von Ourem und des Pedro Alvares
Uabral (ft ca. 1526; 8. 454) enthält; ferner die Kirche do Milagre,
im Frührenaissancestil, und die Kapelle der weithin verehrten Santa
Rita, mit deren Bildnis von Ignacio Xavier (geb. in Santarem 1724).
Auf dem 1. Tejoufer der 1755 vom Erdbeben zerstörte Ort Almeirim,
 mit Quinta der Condessa da Junqueira,
Ausflüge zu Wagen (11/2 St., ca. 2500 rs.) nach Pernes zu den 1869-80
angelegten Wasscrwerken an den Quellteichen (olhos d’ayua, Wasseraugen)
des Alviella, von denen eine 114km 1. Röhrenleitung nach Lissabon führt(S.478)
Bei der Weiterfahrt hübscher Rückblick auf Santarem. Die
Bäume im Tiefland des Tejo sind infolge des NW.-Windes (8. 452)
alle nach SU, geneigt. — 216km Valle de Santarem, — 222km Sant’
Anna, Station für Cartaxo, den Mittelpunkt einer berühmten Weingegend,
 — 226km Setit (bescheidenes Büffett).