a. Cidade
schwörer. — An der Südseite öffnet sich der Platz auf den Tejo. Der
Kai, Caes das Columnas genannt nach den beiden jetzt umgestürzten
Marmorsäulen, gewährt besonders gegen Abend die prächtigste Aussicht
 auf die schiffbelebte Bucht und das Südufer (Outra Banda)
mit dem Burghügel von Palmella (S. 494/5) in der Ferne. — Das
Reiterstandbild Josephs I, (1750-77), von Joaquim Machado de
Castro, wurde 1775 errichtet; an dem Marmorsockel südl, das Medaillonbildnis
 des Marquez von Pombal (S. 467)...
Im N. des Platzes beginnt mit .den drei Hauptstraßen Rue
d’Ouro (Rua Aurea), Rua Augusta und Rug da Prata die regelmäßig
 gebaute Cidade Baixa („Untere Stadt“), ursprünglich eine
Ausbuchtung des Tejo, in die ein von N. kommender Bach mündete.
 Man betritt die mittelste dieser Straßen, die Rua Augusta,
durch den Arco Monumental da Rua Augusta, ein großes, etwas
ungeschlachtes Werk, mit einer Uhr und den Statuen des Viriathus,
des heldenmütigen Führers der Lusitanier in ihrem Unabhängigkeitskampf
 gezen Rom (149-139; vgl. 8, 498), des Vasco da Gama
(S. 454), Nuno Alvares Pereira (S. 508) und Pombal (S. 467). —
In der ersten Querstraße, Rua do Commereio oder dos Capellistas,
sind die Kontore der Kaufleute, die Banken usw. Nach dem Plane
Pombal’s hätten die verschiedenen Gewerbe in bestimmten Straßen
bleiben sollen, z. B. die Gold- und Silberschmiede in der Rus
d’Ouro und da Prata, die Tuchhändler in der Rua Augusta, Bei
dem Gange durch die Baixa hat man nach beiden Seiten interessante
 Blicke auf die hochgetürmten Häusermassen von Lisboa
Occidental mit der Carmokirche und auf Lisboa Oriental mit der
Kathedrale und dem Georgskastell. — Am Nordende der Rua Aurea
und Augusta liegt die
Praca de Dom Pedro I1VY (PL F 3, 4), gewöhnlich o Roeio
genannt, eine Hauptstation der Straßenbahnen (S. 462). Das Mosaik-Pflaster
 zeigt ein eigentümliches wellenartiges Muster, Zwei Bronzebrunnen
 und eine hohe Marmorsäule mit einem Bronzestandbild
Peters IV, (S. 532) obeu und Statuen der vier Kardinaltugenden am
Sockel, 1870 von den ‚Franzosen Robert und Dabieux ausgeführt,
schmücken dern Platz, Über der SW,-Ecke ragt die Igreja do Carmo
(S. 470) auf. Die Nordseite begrenzt, an der Stelle des vom Erdbeben
 und 1836 wieder durch Brand zerstörten „Paco dos Estäos“
(1534-1820 Sitz der Inquisition), das S, 464 gen. Theatro Nacional;
im GHebelfeld verschiedene Figuren, darüber die des ältesten portugiesischen
 Dramatikers Gil Vicente (+ um 1536). — Die Markthalle
auf der östl. an den Rocfo anschließenden Praca da Fiqueira (Pl. F4)
verdient in den Morgenstunden bis etwa 10 Uhr einen Besuch.
Bei der Westseite des Theatro Nacional gelangt man über den
kleinen Largo de Camdes an dem prächtigen Zentralbahnhof und
dem Avenida Palace Hotel vorüber zu der aussichtreichen
*Avenida da Liberdade (Pl. F E 3-1), einer großartigen Promenadenstraße
 von 1km Länge und 89 9m Breite, mit üppigem Pflanzen-168

 Route 60.

LISSABON.