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LISSABON. 60. Route, 469

wuchs, namentlich Palmen, Stärkster Verkehr an Sonn- und Festtagen
gegen Abend zur Zeit des Korso; doch hat das Straßenbild seit der
Revolution sehr an Lebhaftigkeit und Eleganz eingebüßt. Vorn, auf
ler Praga dos Restauradores, erinnert das 1882 errichtete Monumento
 dos Restauradores de Portugal, ein fast 30m h. Obelisk mit
den Bronzefiguren des Sieges und des Genius der Freiheit am Sockel,
an den Aufstand vom 1, Dezember 1640, durch den das Joch der
spanischen „Intrusos“ abgeschüttelt und der „sechzigjährigen Knechtschaft“
 ein Ende gemacht wurde. Weiter nördl, r., der Companhia
dos Tabacos gegenüber, die Bronzebüste des Politikers und Schrift-Stellers
 Pinheiro Chagas, von Costa Motta (1908). — An der Kreuzung
 der Avenida mit der Rua Alexandre Herculano (Pl. E F 1)
Stehen Marmorfiguren der vier großen Erdteile, die ursprünglich als
Sockelfiguren zu einem Denkmal für die Königin Maria I. bestimmt
waren. Das nördl, Ende der Promenade bildet die kreisrunde
Praga do Marquez Pombal („Rotunda“; Pl. E 1), wo ein Denkmal
 dieses Staatsmannes (S. 467) errichtet werden soll. Von hier
aus beschossen am 4. und 5, Okt. 1910 die aufständischen Truppen
mit Geschützen die in der Avenida und auf dem Rocfo befindlichen
königstreuen. — Weiterhin ist ein Parque Eduardo VII geplant,
zur Erinnerung an den Besuch des Königs von England 1904. Nord-Westlich
 dahinter sieht man das 1874-85 erbaute Zellengefängnis
(Penitenciaria Central),
Die Drahtseilbahn n°2 (S. 462), an der Ostseite der Avenida, führt
Zur Travessa do Thorel und dem medizinischen Stadtteil, Mit wenigen
Schritten nördl. erreicht man von hier den großen Campo dos Martyres
än Patria (Pl. FG 2), mit einem 1904 errichteten Denkmal für den Professor
der Medizin Jos&amp; Thomas de Sousa Martins (1843-97), von Costa Motta, und
der Kscola Medico-Cirurgica (im Innern reicher Azulejosbelag, S. 454). Süd}.
dahinter am Berghang, inmitten eines Wirrwarrs alıer Häuser, das Hospital
de S@o Jose (Pl. G 3), in dem 1757 erbauten ehemaligen Jesuitenkolleg
(monumentaler Haupteingang am obern Ende der Rua do Arco da Gräca,
bei + des Planes). Von der zugehörigen, 1579-1652 nach dem Entwurf des
Italieners Filippo Terzi errichteten Kirche Santo Ant&amp;o, einem Hauptbau
der portugiesischen Spätrenaissance, ist nach dem Erdbeben nur die geräumige
 Sakristei erhalten geblieben,
Wir kehren zum Rocfo (S, 468) zurück und steigen südl. die
belebte ladenreiche Rus do Carmo (Pl, F 4) hinauf, mit der sich
oben die von SO, kommende Rua Nova do Almada vereinigt. Auf der
Höhe schließt sich hier westl. die nach dem Dichter Garrett (S. 533)
benannte Rua Garrett (Pl. F 4; früher R, do Chiado) an, die lebhafteste
 Straße der Stadt, mit vielen Läden. — An’ ihrem westl.
Ende, dem Largo das Duas Egrejas (Pl. E F 4), steht 1, die
Kirche Nossa Senhora da Encarnacäo, 1698 gegründet, 1755 zerstört,
1784 neu aufgebaut, 1873 wiederhergestellt; im Innern hübsche
Deckenbilder und am Hauptaltar eine schöne Statue der h. Jungfrau
von J, Machado de Castro (1803). Die Kirche r. ist die den Italienern
gehörige Loretokirche.
Aus der Garrettstraße gelangt man nördl. durch die Calcada do
Sacramento zu dem Largo do Carmo (Pl. F 4: Drahtseilbahn aus