$ Buenos Ayred. LISSABON, 60. Route. 473

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Der Palacio das Cörtes (Pl. D 3), das ehemalige Kloster SAo
Bento, aus dem xvır. Jahrh., 1834 als Parlamentsgebäude für die
Cörtes Geraes da Nacäo Portugueza eingerichtet und neuerdings
prächtig restauriert, enthält die Sitzungsräume der beiden Kammern,
 des Senats und des Abgeordnetenhauses, die zusammen den
Congresso da Repüblica bilden (Eintr. s. S. 465). Ein Nebeneingang
führt in das in demselben Gebäude untergebrachte Archivo da Torre
do Tombo (Eintr. s. S. 464), das 1375 gegründete Staatsarchiv, das
1757 aus dem Georgskastell (S. 475) hierher übertragen wurde und
1834 auch die Archive der aufgehobenen Klöster überwiesen erhielt
(im ganzen 82900 Nummern).
Die nahe Academia das Sciencias (Pl. D E 3), Rua do Arco a
Jesus 118, wurde 1779 in dem früheren Jesuitenkloster gegründet,
Der Eingang ist neben dem Schilderhaus. Im ersten Stock der große
Sitzungssaal und die Bibliothek (Eintr. s. S. 464; 116000 Drucke,
1600 Handschriften; beachtenswert das prächtige Missal de Jose
Esteväo Gongalves von 1610, das bei den Krönungsfeierlichkeiten
benutzt wurde). Das zweite Stockwerk enthält das Muszu ANTHRO-POLOGICO
 E GALERIA DE GEOLOGIA, Eintritt (S. 465) durch die Tür
mit der Aufschrift „Direccäo dos Travalhos Geodesicos“.
L-IIN, Saal: geologische Sammlung; im dritten Saal eine große gebogene
 Steinplatte unbekannter Bedeutung, mit Strichornamenten, aus der
Casa da Moura bei Cesareda, und mehrere ähnlich verzierte Schieferplatten.
— Der 1V. Saal enthält die reichhaltige anthropologische Sammlung, größtenkeils
 aus portugiesischen Fundstätten: Menschen- und ‘Tierknochen, Feuersteinwerkzeuge,
 Tongefäße; beim 12, Mittelschrank eine beiderseits beschriebene
Fömäische Bronzelafel, die einen Teil der Bergbauordnung für die Gruben
von Vipascum bewahrt, aus den Kupferbergwerken von Aljustrel, — V. Saal:
Mineralien in ihrer Verwendbarkeit zu Industriezwecken; in einem Glaskasten
 Gegenstände aus den römischen Bergwerken von Algares, — VI, Saal:
Sammlung aller in Portugal vorkommenden Mineralien und Gesteine. —
Die geologisch-paläcntologische Bibliuthek soll an Reichhaltigkeit diejenige
Madrids überireffen,
Die Estrellakirche (Pl. C 3), amtlich Basilica do Santissimo
Corac@o de Jesus genannt, mit zwei Fassadentürmen und hoher
Vierungskuppel, wurde an der Stelle eines früheren Klosters 1779-96
zufolge eines Gelübdes der Königin Maria I., die um einen Thronörben
 gebeten hatte, in Nachahmung der Kirche von Mafra (S. 502)
von Matheus Vicente und Reynaldo Manuel erbaut. Das Material ist
Kalkstein aus dem Alcantaratal (S. 481). Die Fassade ist mit allegorischen
 und Heiligen-Statuen geschmückt, von J. Machado de Castro.
Die Ausstattung des Innern ist mehr reich als künstlerisch schön.; Das
Hochaltarbild zeigt das fflammende Herz Jesu seine Gnade über die vier
Erdteile ausstrahlend. L. davon der Sarkophag der 1816 im Alter von
32 Jahren, nach 24jährigem Wahnsinn, in Rio de Janeiro verstorbenen
Königin Maria, mit eigentümlicher lateinischer Inschrift. Weiter 1. ein
Glassarg mit einer reich geschmückten Kindermumie (Corpus S. Exuperli),
1791 von Papst Pius VI. aus den römischen Katakomben hierher geschenkt,
Die *Besteigung der Kuppel (Eingang 5. Tür r.; Trkg. 100 ra.)
ist höchst lohnend, Die Treppe in dem nordwestl. Glockenturm hinauf
gelangt man zunächst auf das flache Dach der Kirche. Schon hier weite
Aussicht. Dann zwischen dem Doppelmantel der Kuppel, in deren Inneres
man eintritt, zuletzt auf einer Leiter zur Laterne, Die Aussicht, die weiteste