176 Route 60. LISSABON. 5. Lisboa Oriental,

Die Kuppel stürzte bei dem Erdbeben ein. Die Fassade und das
ainschiffige Innere, dessen Langhaus mit einem mächtigen Tonnenzewölbe
 überdeckt ist, sind reich mit Marmor ausgestattet; der
Baldachin des Hochaltars ist von J. Machado de Castro.
Das Augustinerkloster, MosTErRo DE SAo VICENTE, dient jetzt
dem Patriarchen von Lissabon als Residenz,
Der Kreuzgang enthält das Pantheon Real, die Königsgruft des Hauses
Braganca von Johann IV. (+1656) an. Die Leichen sind z. T. in Särgen
mit GJasdeckeln beigesetzt und durch Einbalsamierung wohlerhalten, u.a,
aus neuerer Zeit der König-Gemahl Prinz Ferdinand Y. Coburg (+ 1885),
König Ludwig I. (+1889), der letzte Kaiser von Brasilien Peter II. (+18%1
in Paris), König Karl und sein ältester Sohn Louis Philipp (8. 467). Sie
werden beim Schein einer Wachskerze gezeigt (Trinkg.).
Von der Vincentiuskirche führt die Straßenbahn nördl, hinauf
zu dem ehemaligen Gragakloster (jetzt Kaserne; schon davor bei
der Haltestelle 1, mit den Stufen aussteigen !), Die 1556 erbaute,
nach dem Erdbeben erneute unansehnliche Kirche Nossa Senhora
da Graga (80m; Pl. G H 3, 4) steht auf der Spitze des früher Almafala
 benannten Hügelrückens, mit *Aussicht auf Lisboa Occidental
und die Unterstadt, in der jedoch das nahe Georgskastell den Hafen
verdeckt.
Im südl. Querschiff der Kirche wird Freitags ein wundertätiges Christuabild
 Nosso Senhor dos Passos da Graca gezeigt, das nach der Ansicht der
Gläubigen aus Fleisch und Blut besteht (auf einem Beine der Abdruck der
Finger eines Zweiflers), Ein anderes Bild, Nossa Senhora das Döres, ist im
Hauptschiff, — Die Casa do Capitulo enthält das Grab des Affonso de
Albuquerque (S. 454), die Sakristei das Denkmal De Pereira’s, Stantssekretärs
unter Peter II.
Nun zurück an der oben gen. Kaserne entlang, gleich 1, in die
Travessa do Monte, durch den Torbogen mit der n° 26 und nach
wenigen Schritten 1. durch die Rua de S. Seno nach der (5 Min.)
Ermida Nossa Senhora do Monte (100m; Pl. GH 3), mit umfassender
 *Aussicht auf den größten Teil von Lissabon, den Hafen,
das Südufer und n.ö. bis Santarem. Die 1243 erbaute, im Erdbeben
 zerstörte Kapelle enthält den steinernen Stuhl des S@o Gens,
des ersten Bischofs von Lissabon, viel verehrt von Frauen, die ihrer
Entbindung entgegensehen.
Man kehrt nun zur Travessa do Monte zurück und begibt sich
von dort — entweder mit der S. 462 gen, Draktseilbahn (n° 4)
durch die malerischen Gassen des ärmlichen Viertele Mouraria
wieder hinab zur Unterstadt [von hier, Rua da Palma, aus kann man
zum Besuch der unten gen. Penha de Franca die Straßenbahn no 12
bis zur Haltestelle bei Rua dos Arroyos n° 207 benutzen, von wo
man die Kirche auf steiler Straße in 1/4 St. erreicht], — oder
Jlurch die Rus da Graga, an der Crus dos Qualro Caminhos vorüber
und durch die Estrada da Penha de Franca zu dem (20 Min.) ebemaligen
 Augustinerkloster Nossa Senhora da Penha de Francea
(110m; PL. H 1), das der aus der Schlacht von Alkasserkebir (S. 484)
antkommene Bildhauer Ant, Simdes gründete. Das wundertätige
Marienbild, das dem Kloster den Namen gegeben hat, soll aus der