478 Route 60, LISSABON. c. Straßen am Tejo,

liegt eine Anzahl weiterer Militärgebäude: das Kriegsgericht, die
Waffenfabrik, das 1797 eröffnete Marinehospital. ,
Weiter in der Uferstraße gelangt man zu dem DEPosıTO DO AL-VIELLA
 (Pl. I 3), dem Sammelbecken der 1880 eröffneten zweiten
Lissaboner Wasserleitung (vgl. S. 458),
An der Einmündung der Circumvallations- in die Uferstraße
liegt das Asylo de D. Maria Pia (Pl. K 3), ein 1867 von der Königin
Maria Pia (S. 482) gegründetes Heim für arbeitsunfähige Männer, das
auch Fürsorgezöglinge beherbergt. Das dazu gehörige ehem. Kloster
Madre de Deus, ursprünglich das Hauptgebäude, wurde 1508 von
ler Königin Leonore, Schwester Emanuels I, und Witwe Johanns IL,
gestiftet, die hier beigesetzt ist; in der Kirche stellen eigenartige
Azulejos und gute Bilder der portugies,-flandrischen Schule (Anf,
XvI. Jahrh,) Szenen aus ihrem Leben dar, darunter zwei beiderseits bemalte
 ehem, Altarflügel von dem Meister von S4o Bento (S. 480), die
jetzt in der Sakristei als Schranktüren dienen, Der Eingang zu dem
ganzen Gebäudekomplex ist an der Ostseite, bei der Bahnüberführung,
Die Straßenbahn führt zwischen aussichtslosen Häuserreihen verzchiedener
 Vororte weiter bis zu dem gewerbtätigen Städtchen Poco de
Bispo, 8 Min. unterhalb der Eisenbahnstation Brago de Prata (S. 459).
Westwärts von der Praca do Commercio kommt man durch
die Rua do Arsenal zu dem schönen
Largo do Municipio (Pl. F 5) oder L. do Pelourinho, in den
die hohen Gebäude des oberen Lissabon hineinblicken. Der Palacio
do Municipio (Rathaus), an seiner Ostseite, wurde 1865-80 nach
Plänen von M. Dom. Parente da Silva erbaut, mitstattlichem Treppenhaus
 und reich geschmücktem Hauptsaal. Die Kirche Sao J ULIÄO,
in der NO.-Ecke des Platzes, mit der Kapelle der Deutschen im südl.
Querschiff und der silbernen Taufschale des Königs Sebastian, stammt
aus dem x. Jahrh., wurde aber nach dem Erdbeben völlig erneut. —
Die gewundene Säule in der Mitte des Platzes ist ein sog. Pelourinho,
sin Pranger, wegen der vielen Hinrichtungen von Adligen, die hier
statthatten, auch forea dos fidalgos genannt. Die in Portugal häufig
vorkommenden Pelourinhos deuten, wie die niederdeutschen Rolandsäulen,
 auf die Gerichtshoheit der Städte.
An der Südseite des Platzes dehnt sich das Marinearsenal aus
(Pl. F ö; Besichtigung nur gegen „Licenga“ des Inspektors), mit
Werften, Trockendock und Ausrüstungslager für die Marine (Dep6sito
 Geral da Fazenda da Armada). Am Signalmast fällt um 1 Uhr
nachm. ein Zeitball, ausgehängte schwarze Kegel geben Sturmwarnungen,
 Im ersten Stock des Gebäudes ist die Marineschule und
in der Sala do Risco das unbedeutende Marinemuseum (Museu Naval;
Eingang gegenüber n° 68; Eintritt s. S. 465).
Die Rua do Arsenal endigt westl, am Largo do Corpo Santo
(Pl. E 5), wo sich die in der Richtung des Tejo nach W. laufende
Straßenbahn gabelt: r. die innere Linie, die sich etwas landeinwärts
zieht, links nahe dem Ufer hin die äußere Linie (S. 4841),