und Ajuda. LISSABON. 60. Route. 483

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Direktor seine Karte; dem Aufseher 100 rs.). Der untere Garten hat
ım Eingang zwei 1785 in Lezenho (S. 456) ausgegrabene Kriegerstatuen,
 wohl keltischen Ursprungs; über dem Tor zwei römische
Kaiserbüsten. Am Treppenaufgange zu dem schattigen oberen
}arten eine Statue in römischer Kaisertracht.
Vom Botanischen Garten geht man 5, W. auf sonniger Straße
yinab zu der kuppelgekrönten Kirche Sao Jos€ oder Memoria, gezründet
 am 3. Sept. 1760 nahe der Stelle, wo zwei Jahre vorher
zuf Joseph I. geschossen und der König verwundet worden war,
Mehrere Adlige, darunter der Herzog von Aveiro und zwei Tavoras,
yebst vier Dienern wurden, als der Tat schuldig, hier hingerichtet; die
Leichen wurden verbrannt und die Asche in den Tejo gestreut. Pombal
jenutzte das Attentat zur Vertreibung der Jesuiten aus Portugal, worauf
liese das Ganze als ein von dem Minister angestiftetes Komplott bezeichneten.
 — Der Palast des Herzogs von Aveiro wurde niedergerissen,
jer Boden mit Salz bestreut und seine Bebauung für immer untersagt.
Bine Schandsäule (Memoria; jetzt versteckt hinter dem Hause n° 98 der
Rua de Belem) bezeichnet seine Stelle,
Die Straße mündet auf die große Praca de Vasco da Gama,
an die nördl. das berühmte ehemalige Hieronymitenkloster von
Belem anstößt.
Der *% Convento dos Jeronymos de Belem (Bethlehem) nimmt
die Stelle eines von Heinrich dem Seefahrer gegründeten Seemannshkauses
 ein, wo Vasco da Gama die Nacht vor Antritt seiner Entdeckungsfahrt
 (8. Juli 1497) zubrachte und bei der Rückkehr
aus Ostindien 1499 von Emanuel I. empfangen wurde. Der König
hatte für den Fall des Gelingens der Fahrt der h. Jungfrau den Bau
aines Klosters gelobt und ließ noch 1499 den Grundstein legen. Der
Entwurf geht auf den auch in Setubal (S. 495) tätigen Architekten
Boutaca zurück, die Ausführung im einzelnen auf den großen Meister
Jo@o de Castilho (+ vor 1558), der 15417 die Bauleitung übernahm.
Die Kirche und der Kreuzgang sind das Hauptdenkmal des sog.
Kmanuelstils (arte Manuelina; S. 454), einer freiphantastischen
Abwandlung der Spätgotik, mit der sich maurische und Renaissance-KElemente,
 sowie den Prachtbauten Ostindiens entlehnte Motive
 zu märchenhaftem Reiz verbinden, Im J, 4551 wurden die
Arbeiten unter Johann HI, eingestellt.
Nach der Aufhebung der Klöster im J, 4834 wurde die von
Maria I. um 1785 im Georgskastell gegründete Waisenanstalt Casa
Pia hierher verlegt. Seit 1850 machte die zunehmende Zahl der
Zöglinge (gegenwärtig 03, 500} umfassende Neubauten von Schlafand
 Unterrichteräumen, Bädern u, a. erforderlich, denen man den
wenig glücklichen Entwurf der Bühnenmaler Rambois und Cinati
zugrunde legte. Das obere Stockwerk des Südüügels wurde größten-1eils
 in einer Art Emanuelstil erneut und ein Mittelturm hinzuzefügt,
 der aber bereits 1878 wieder einstürzte. Seit 1910 wird an
sinem neuen Mittelbau gearbeitet. Trotz dieser Entstellungen macht
das ganz aus dem weißen Kalkstein des Alcantaratales (8. 481) errichtete
 ausgedehnte Gebäude einen mächtigen Eindruck,

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