d. Belem.
Die Kirche *SAxTA MArRıa an der SO,-Ecke des Klosters, die
Grabkirche Emanuels und seiner Nachfolger, zeichnet sich durch
ihre prachtvolle Außenarchitektur an der Südseite aus. Das ca, 12m
br. und 32m h. * Hauptportal, von Joäo de Castilho, mit vielen Bildwerken
 von Meister Nikolaus „dem Franzosen“ (S, 520), wird von
zwei Strebepfeilern und einem mächtigen Rundbogen umrahmt;
an dem Pfosten zwischen den beiden Türöffnungen ein Standbild
des Vasco da Gama (oder Heinrichs des Seefahrers); oben steigen
in reicher Fülle Fialen und Baldachine mit vielen Statuen auf, die
sich über dem Kirchenfenster Zzusammenschließen und hoch über
dem schönen Hauptgesims der Kirche in einem Baldachin mit dem
Kreuze der Christüsritter (8.514) endigen. Zwei große Rundbogenfenster
 mit reicher Umrahmung begleiten das Portal zu beiden Seiten,
Die übrigen Teile der Südwand sind bis auf das zierliche Gurtgesims
 einfacher gehalten. Die 1551 yon Diogo de Torralva errichtete
 schlichte Chorapsis ist im Renaissancestil ausgeführt.
Das Westportal, das bei dem Bau einer jetzt wieder fehlenden
Vorhalle stark gelitten hat, ist ebenfalls mit zahlreichen Bildwerken
Zeschmückt, Über dem Türbogen, mit dem von Engeln gehaltenen
königl. Wappen, die Geburt Christi, die Verkündigung und die Anbetung
 des Kindes; an den Pfosten unter reichen Baldachinen die
Öruppen des h, Hieronymus und des Königs Emanuel, Johannes’ A. T,
und der Königin Maria. Von den Türmen der Westfassade hat der
allein zur Ausführung gelangte Südturm bei der „Restauration“ statt
des Kegeldaches stilwidrig eine Kuppel erhalten.
Das Innere (früh vor 9, nachm, von Y/ Uhr ab zugänglich), 92m lang,
22,em breit, 25m hoch, besteht aus einem dreischiffigen Langhaus mit dem
Hochchor im W, und einem einschiffigen 19m breiten, 29m langen Querhaus
 im O,, dessen beide Flügel, ebenso wie die Chorapsis, im Halbrund
Schließen. In den Unterbauten der Türme sind zwei Kapellen ausgespart,
/wei andere schließen sich unter dem weit vorspringenden Hochchor an.
Das kühne Netzgewölbe ruht im Langhause auf sechs schmächtigen reich.
verzierten Achteckpfeilern, von denen die beiden westlichsten vom Hoch-&gt;hor
 aufsteigen, und zwei stärkeren Vierungspfeilern. Fast alles Licht fällt
durch die mit Rosettenwerk geschmückten bunten Südfenster und das
Portal ein. Der Hochehor (Coro alto; Eintritt 8. 8, 485) hat ein schönes
Renaissancestuhlwerk, mit reizenden Füllungen, vom J. 1560.
An der Nordseite des Langhauses stehen zehn Beichtstühle, — Das prachtvolle
 Querhaus und die Chorapsis, die sich in einem reichen Bogen mit den
Kanzeln für die Verlesung der Evangelien und der Episteln öffnet, enthalten
die Grabstätte der Könige, In der Apsis, r, und 1. von der Capella-Mör, die
von Elefanten getragenen Sarkophage Zmanuels (+ 1521) und der Königin Maric,
Johanns III. (1557) und der Königin Katharina von Österreich. Die Passionsbilder
 in der Apsis sind von Christ, Lopes. In den Rundungen des Quer-Schiffs,
 ebenfalls von Elefanten getragen, }. der Kaurdinal-König Heinrich
(+ 1580), der leizte der unecht burgundischen Linie (S. 454), südl, das
Kenotaph des 1578 in der Schlacht bei Alkasser-kebir spurlos verschwun«-denen
 Königs Sebastian; 1. ON eraterem Alfons VI. (+ 1567); außerdem in
beiden Flügeln des Querschiffs sieben andere Mitglieder des königl. Hauses,
sowie 1, der Sarg des Dichters Garrett (S. 5833), r. die Särge Vasco da Gama’s
and des Dichters Camöes (S. 470), diese 1880 hierher übertragen.
Die Tür neben dem Westportal der Kirche führt zu der Casa
Pia und dem Kreuzgange (läuten ; Trkg. 150-200 rs. }.

184 Route 60. LISSABON.