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LISSABON. 60. Route. 485

Der großartige KKKRRuzaanG (OClaustro), das Meisterwerk JoXo
Je Castilho’s, eine quadratische Anlage von ca, 55m, mit abgestumpften
 Ecken und zwei Reihen Bogenhallen übereinander, ist
der Glanzpunkt des Klosters. Die schönen Gewölbe, die runden Artkaden
 mit den zierlichen kandelaberartigen Säulen und dem reichen
Maßwerk, die Fülle der über alle Flächen ausgegossenen Renaissanceornamente
 machen die Durchwanderung dieser Hallen zu einem
hohen Genuß. Bei dem Brunnen führt eine Treppe in den oberen
Umgang und zum Hochehor der Kirche (S. 484).
Die Sakristei in der SO.-Ecke des Kreuzganges ist ein quadrasischer
 Raum mit einem kandelaberartigen Renaissancepfeiler. —
Der nördl. angrenzende ehemalige Kopitelsaal, mit modernem Gewölbe,
 enthält seit 15885 das Grabmal des Dichters und Geschichtschreibers
 Alexandre Herculano (1810-77).
Das Refektorium an der Westseite des Kreuzganges, ein großer
rechteckiger Quaderbau, hat ein schönes Netzgewölbe und unten
an den Wänden gute Fliesen mit biblischen Szenen (um 1700).
Im N. des Klosters steht die kleine Capella dos Jeronymos, ein fast
würfelförmiger Quaderbau mit hübschem Portal und rechteckigem Choörabschluß,


Der unvollendete Südflügel des Gebäudes enthält seit 1908 in
seinem westlichsten Teile das
*Museu Ethnologico Portugu&amp;z, dessen Begründer und Direktor
Jer unermüdliche Erforscher portugiesischer Altertümer Dr. Jose
Leite de Vasconcellos ist, eine der reichhaltigsten Sammlungen ihrer
Art. Zutritt (auf der Westseite des Gebäudes) s. S. 465. Unzureichender
 „Plano summario“ (20 r8.).
ERDGESCHOß. — Gegenstände aus der Steinzeit, nach den Fundarten
 geordnet, mit den südl, Provinzen beginnend, besonders reich vertreten
 die Provinzen Algarve und Alemtejo. Hervorzuheben in den
Gaskästen in der Mittellinie des Saales; Steinwerkzeuge, Schiuckketten
aus Steinen, Pfeilspitzen aus Feuerstein, kleine Schieferplaiten mit Strichörnament,
 Gefäße aus gebranntem Ton mit Granitdeckeln; kleine Steine
mit primitiven Darstellungen von Menschen- und Tierköpfen; eine Granittafel,
 auf der mit Ocker zwei menschliche Gestalten gemalt sind, aus
einem Dolmengrabe; ein Steiniustrument von außergewöhnlicher Größe
Mom lang), vielleicht zum Ackerbau bestimmt. Am Ende: ein römischer
Moösaikfußboden von 8)qm Fläche, mit Orpheus von Tieren umgeben als
Mittelbild, aus Leiria (einige andere röm. Mosuikböden harren noch der
Ausstellung). An den Wänden: über 90 Steine mit iberischen, römischen,
shristlichen, lateinischen, arabischen und portugiesischen Inschriften,
arstere namentlich aus der Provinz Algarve, noch unerklärt; Altäre des
Endovellicus und anderer Götter, mit Jateinischen Inschriften, aus der Nähe
zon Villa Vigosa (S. 408); römische Meilensteine, Grabinschriften, Statuen,
Aedicula, Säulen, Friese,
Im TREprExnAUS: unten zwei römische Kolossalstatuen; weiter Fundstücke
 aus anderen Ländern; oben eine ägyptische Mumie.
Erstes STOoCKWERK. — Gegenstände aus der Bronze- und Eisenzeit:
 ein kleines Schwein und ein kleiner Uchse aus Bronze; breite
Bronzeschwerterz eine Bronzenadel von über im Länge; ein Grabstein mit
Abbildung von Schwertern; bemerkenswert die Funde aus dem Castrum
von Praganca (bei Ramalhal, 8. 508) und anderen Castren (portug, crastos);
Dolche, Pfeil. und Lanzenspitzen; bronzene Spangen (übulae); Gewichte
aus gebranntem Ton, für Webstühle: Stücke ornamentierter Tongefäße ;