490 Route 67. CINTRA, Umyebung

Es empfiehlt sich, den Wagen nicht am Bahnhof zu nehmen, sondern
vom Gasthof aus mit dem Fuhrwerksbesitzer (nicht mit dem Kutscher) zu
unterhandeln, wobei man für weitere Entfernungen (z. B. Collares) . bisweilen
 niedrigere als die obigen (Maximal-) Preise erzielen kann. Man bedinge
 für die Hin- und Rückfahrt nach Collares den Caminho de Collares
(S. 402), da die Kutscher sonst die Staubige Straße neben der elektr. Balın
wählen. — Über Collares hinaus reicht der Tarif nicht; für die Fahrt nach
Azoia (S. 494), von wo man das Cabo da Roca besucht, ist der Preis also zu
vereinbaren (hin u, zurück etwa ebensoviel wie von Cintra nach CohHares),
Wer nur einen Tag zur Verfügung hat, besuche vorm, das Castello
da Pena (S. 492; hin u. zurück auch für Fußwanderer 212-3 St.), nachm.
die Quinta de Monserrate (8. 493; hin und zurück zu Fuß 1/4 St., ohne
Aufenthalt); die Mittagsstunden verwende man auf das Schloß in Cintra
(Ss. unten). Größeren Genuß hat man bei Verwendung von zwei Tagen,
von denen man den ersten dem Stadischloß und der Pena, den zweiten der
Quinig de Monserrate und dem Cabo da Koca (S. 494} widme. Der Ausfl ug
nach dem Cabo da Roca erfordert mit einem Reittier von Cintra aus 68t.,
ohne den Aufenthalt in Monserrate, Wer bis Az0ia einen Wagen nimmt
(s. oben), hat die letzte Strecke zu Fuß zurückzulegen, falls es wegen der
Feldarbeit weder in Collares’ noch in Azoia Reittiere gibt, — In der guten
Jahreszeit eignet sich Cintra auch zu längerem Aufenthalt (viele
Privatwohnungen), wobei sich noch allerlei Sehenswertes und Gelegenheit
zu andern Ausflügen bietet (vgl. S. 494), Man beachte die starke Abkühlung
der Temperatur nach Sonnenuntergang und sehe sich mit der Kleidung
gegen die dann oft eintretenden feuchten Nebel vor.
Cintra (207m), Städtchen mit 5000 Einwohnern, liegt am Nordfuße
 der granitenen Serra de Cintra auf einem von zwei Schluchten
begrenzten Bergvorsprung, mitten in Wäldern von immergrünen
Kichen, Pinien u, a., umgeben von einem Kranz schöner Landhäuser,
Iın 0, schließen sich eine Vorstadt (Arrabalde) und die Landgemeinde
 Sgo Pedro an. Unmittelbar über dem Städtchen ragt der
steile Felsbarg mit der Maurenburg (S. 491) auf; hinter diesem die
Pena mit dem Schloß (S, 492). Byron nennt Cintra ein glorious
Eden, und ein spanisches Sprichwort sagt: Dejar 4 Cintra, y ver al
mundo entero, Es, con verdad, caminar en capuchero („Die ganze
Welt ohn’ Cintra sehn, Heißt wahrlich als Vermummter gehn“).
In der Tat findet die Phantastische Großartigkeit und Schönheit
der Landschaft in Verbindung mit dem üppigen Pflanzenwuchs
und der Nähe des Meeres kaum ihresgleichen, Der königl. Hof, der
im Sommer in Cintra residierte, verlieh dem Städtchen sein Gepräge,
 aber seit der Revolution stehen die meisten Landhäuser leer,
Verkehrsmittelpunkt ist die Praca da Republica (Pl. 3), mit
einem spätgotischen Pelourinho (Pl. 5; S. 478) und dem Hanptsingange
 des Schlosses.
Das ehem, königliche Schloß, *Paco de Cintra (PI. 4), wurde im
XIV.-XV, Jahrhundert von Johann I, (8. 454), seinem Enkel Alfons V.
(+ 1481) und dessen Sohn Johann II. (7 1495) auf der Grundlage
gines Maurenschlosses erbaut und von Kmanuel dem Großen vollendet,
Die älteren, durch maurische Werkleute errichteten Teile zeigen,
ähnlich den Bauten von KEvora, eine Mischung von maurischen und
spätgotischen Elementen (vgl. S, LT), die neueren Teile, namentlich
der Ostflügel, sind im Emanuelstil (S. 483) ausgeführt, Die beiden
weithin sichtbaren konischen Küchenschornsteine, die maurischen