von Lissabon CINTRA, 61. Route. 491

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Zacken- und Hufeisenbogen der Fenster und das arabische Zinnenyesims
 kennzeichnen den Bau. Auch die reichen Wandfliesen und
die muldenförmigen Holzdecken des Innern sind ein Erbteil aus
der Maurenzeit. Der Palast wurde selten bewohnt, bis er unter
Maria II. neu eingerichtet und unter Ludwig I. Lieblingssitz der
königl. Familie wurde. Zuletzt war er der sommerliche Witwensitz
der Königin Maria Pia (8. 482). Jetzt ist er als Nationalmonument
dem täglichen Besuch geöffnet,
Eintritt frei, Man läutet im Hofe an der Treppe 1, neben der Durchfahrt
 und wendet sich an, den Verwalter (Almoxarife): dem Kastellan 2U0 18.
Trkg. — Auf der Plattform vor dem Mittelbau ist 1. ein hübsches Portal
im Stil der italienischen Frührenaissance.
Im I. Stockwerk zeigt man: die Küche; — ein Dienerschaftszimmer mit
schönem italienischen * Renaissancekamin (fogäo) aus Almeirim (S. 458);
— die hübsch eingerichtete Sala dos Cysnes, nach den 27 Schwänen an der
Decke benannt; — das Kabinett, worin König Sebastian, gen, „0 desejado“,
der Ersehnte, am 24. Juni 1578 den unglücklichen Zug nach Marokko
beschloß; darin sein Armstuhl und die Bank seiner Räte, aus Tonfliesen
mit Weinrankenornament; — ferner die Sala das Pegas, d, h. „Elstern-3anl“,
 so genannt nach den an Fries und Decke gemalten Elstern, die
im Schnabel Zettel mit den Worten „por bem“ („in Ehren“: honny soit
qui mal y pense) halten. Johann I,, von seiner Gemahlin Philippa von
Lancaster (S. 510) überrascht, als er eine Hofdame küßte, soll sich 80
entschuldigt und bald auch den geschwätzigen Hof durch diese bildliche
Darstellung zum Schweigen gebracht haben.
Im Il. Stock werk: die Sala das Armas oder dos Cervos,unter Johann 11.
begonnen, unter Emanuel vollendet. Die Wände sind mit Jagdszenen in
Azulejosmalerei geschmückt. An der kuppelartigen Holzdecke ließ Emaauel
 um die königlichen und prinzlichen Wappen in der Mitte ringsum
an Hirschhälsen die Wappen von 12 portugiesischen Adelsgeschlechtern
malen, wie die Inschrift unten ’an_den Wänden andeutet, in Anerkennung
bewiesener Tapferkeit und treuer Dienste: „Pois com esforgos 6 Jeaes Servicos
 foram ganhados, Com estes e outros taes Devem de ser conservados“,
Die Wappen der Aveiros und Tavoras sind getilgt (vgl. S. 483), Die Schloßkapelle
 hat ein hübsches hölzernes ‚Tonnengewölbe. Am Hochehor ein
vergitterter Verschlag, in welchem der 1667 entthronte König Alfons VI, am
12. Sept. 1683 atarb, ’rährend er die Messe hörte; unweit das Zimmer,
worin er als Gefangener durch stetes Anuf- und Niedergehen den Fußhndenbelag
 einseitig ausgetreten hat,
Die zierliche Badegrotte (casa d’agua), neben dem hübschen Pateo
des Schlosses, bietet durch verborgene Wasser Überraschungen, Die kunstvolle
 Wasserleitung, die durch das ganze Schloß geht, stammt angeblich
noch von den Mauren her.

Ausflug nach der Pena (21/2-3 St. hin und zurück). —
Wagen 3. 3. 489/400, wenn man das Innere des Schlosses besichtigt (vgl.
S, 492), die Cruz Alta besteigt oder den Rückweg über das Castello dus
Mouros beabsichtigt, SO nehme man den Wagen nur zur Hinfahrt.
Auf gutem Fahrweg, der im SW. von Cintra ausgehenden Avenida
 Candido dos Reis, erreicht man in 3/4 St. den Fuß der Höhe,
die von den Trümmern des Castello dos Mouros (429m) gekrönt
wird. Die Burg besteht aus zwei Teilen, zu denen eine stark
restaurierte Doppelmauer hinaufführt. Der Aufstieg ist für Eilige
etwas zeitraubend. Schöner Blick auf Cintra und die Pena,
Vor dem Eingang zum Park des Kastells die Ruine einer kleinen Moschee,
Man läutet am Tor des Parka: dem Aufseher 50 rs. Bei einer maurischen
Zisterne vorüber erreicht man die Doppelmauer..— Ein bequemer Fußweg
führt vom Ausgang in kaum !/ St. hinab nach Cintra.