192 Route 61. CINTRA. Umgebung

Der Wagen fährt '/4 St. weiter an der „Porta principal“ des Parks
von Pena vor, wo man aussteigt (photogr. Apparate abzugeben |).
Man rechne auf zweistündigen Aufenthalt. Dem Beamten ist die
Begleitung der Besucher verboten, die Dienste der zudringlichen
andern Führer sind entbehrlich, Der Park zählt über 400 Baunmarten
 und Gesträucher. Mit den nordischen Eichen, Ulmen, Edeltannen
 wechseln Pinien, Zedern, Araukarien, Platanen, Thujen,
Papyrus, Bambus, Farne usw. Oben am Eingang des Schlosses wird
man vom Kastellan in Empfang genommen.
Das *Castello da Pena (528m), ehem. königl. Residenz, auf
steilem Felsengipfel weit sichtbar, ist ein großartiger malerischer Ban
im mittelalterlichen Burgenstil, den der König-Gemahl Ferdinand von
Coburg (S. 455) durch den Oberst v. Eschwege zum Teil mit Benutzung
 eines Klosters aus der Zeit Emanuels I, um 1840-50 errichten
ließ, Der Hauptturm ist eine Nachahmung des Turms von Belem
(S. 486). Zwei Tore und ein Felseinschnitt („corredor“) bilden den
Zugang. Der die Burg umziehende Wehrgang („galeria“) bietet herrliche
 Aussichten über die Provinz Estremadura und auf den Ozean.
Eintritt frei, Einzelne Reisende haben sich einer Gesellschaft an.
zuschließen (dem Kastellan 150-200 rs.). — Durch eine Vorhalle, mit
yramidenartigem Turm, gelangt man in die alte Klosterkapelle, mit
Netzgewölben, Wandfliesen und einem prachtvollen aus Belem stammenden
Renaissancealtar von Marmor und Alabaster (Passionsskulpturen von Nie,
Chatranez, 1532), und in den zweistöckigen Kreuzgang. Die Wohn.
räume enthalten eine große Anzahl älterer und neuerer Bilder; unter
ersteren ein A, Brouwer beachtenswert. Die „Sala de Veados“ ist mit
Hirschgeweihen ausgeschmückt. Die XKuppel darüber ist vielleicht der
schönste Aussichtspunkt im Cintragebirge. Sie wird von außen bestiegen,
und der Abstieg ist für nicht Schwindelfreie unangenehm. Der Blick umfaßt
 Estremadura vom Kap Espichel im SO. bis zu den Berlengasklippen
(S, 503) im Norden; im Vordergrunde nordöstl. die mächtige Fassade von
Mafra (5, 502); im O0. einige Punkte von Lissabon, dahinter die Ebene jenseit
 des Tejo; im S, in ca. 700m Entfernung der Gipfel der Cruz Alta und
die Felsgruppe mit dem Standbild dea Vasco da Gama (s. unten): west]
der gewaltige Ozean,
Durch den Schloßgarten (Jardim das Camelins), der mit seinen
Kamelien, Rhododendren und Azalien zur Blütezeit im Frühjahr
einen wunderbaren Anblick bietet, weiter an einem angeblich
maurischen Brunnenhause (Fonte dos Passarinhos), dann an Fischteichen
 vorüber gelangt man abwärts an einen Nebenausgang des
Schloßparks, wohin man den Wagen bestellen kann. =
Die * Cruz alta (529m), den höchsten Gipfel der Cintrakette, ersteigt
man auf dem im Park unweit der Porta principal südl. abzweigenden Fußwege,
 bei dem einen Felszahn krönenden Standbild Vasco da Gama's vorbei,
in 20 Minuten. Der Rundblick ist ähnlich wie von der Schloßkuppel;
das Castello da Pena, Lissabon, der Tejo, die Serra d’Arrabida (Palmella,
S. 494), Cascaes, das Cabo da Roca, Mafra sind die Hauptaugenpunkte.
Der beliebteste Spaziergang von Ointra ist der am Gebirge hinlaufende
 “Caminho de Collares, Die Straße ist von herrlichen
immergrünen Bäumen eingefaßt und führt an schönen Landhäusern
und Parkanlagen vorbei, mit Aussicht r, auf das reiche Tal des
Collaresflüßchens, Entfernung bis zur Quinta de Monserrate 33km.