EYVORA. 62. Route. 495

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namigen Herzöge, mit verfallenen Mauern; von der Plattform der Burg
prächtige Fernsicht bis zu den Höhen von Lissabon und Cintra im NW.,
der Serra da Arrabida im SW. und der Bucht von Setubal im Süden.
Setübal (Hot. Esperanga, leidlich; deutscher Vizekonsul J. Ahrens),
von den Franzosen St- Yoes und von den Engländern St, Ubes genannt,
malerisch gelegene Hafenstadt von 22000 Einwohnern, mit bedeutenden
Salinen, Weinbau („Moscatel de S.“, dem Tokaier ähnlich) und Konseryenfabriken
 (Sardinen). Es war mehrfach, namentlich zur Zeit Johanns 1.
(1181-95), königliche Residenz. Von den Bauten ist aber fast alles durch
Ans Erdbeben von 1755 zugrunde gegangen, Erhalten ist die 1490 begonnene
 Jesuskirche, ein Werk des Boutaca (8. 483). Die Avenida Todt,
mit dem Passeio do Lago', am Hafen, und dem Campo Bomfim , ist mit
Promenadenanlagen versehen. Bei der Kirche 8. Julido, aus dem xvI. Jahrh.,
nach 1755 großenteils erneut, erinnert ein Standbild auf hoher Säule an
den Dichter Bocage (4765-4805). — Ausflüge: zu Wagen an der Küste hin
asch der (6km) Torre de Ouläo (XV. Jahrh.), mit Leuchtturm und Kinderhospiz,
 sowie nach der hochgelegenen (10km) Fila Tresca de AzeitZXo, mit
dem Palacio da Bacalkda (Ende XV. Jahrh.; keramische Sammlung); mit
Boot nach Portinho und von da zu Fuß in !/z St. nach dem ehem, Kapuzinerkloster
 Arrabida (in der Nähe die Roch@ da Santa Margarida, mit einer
Tropfsteinhöhle, in der eine Kapelle ist). Auf der Südseite der Bucht von
Setubal liegt Troia, vielleicht auf der Stelle des römischen Cetobriga.
34km Poceir&amp;o. Von hier geht eine Diligence nach (40km)
Alcacer do Sal (Hot. Alcacerense), am Sado, mit 2500 Einwohnern
und geringen Resten des römischen Salacia. — Jenseit (42km) Pegöes
wendet die Bahn sich nach SO. — 57km Vendas Novas, Knotenpunkt
 für die Bahn von Setil (8. 459). — Von (76km) Torre de
Gadanka geht eine Zweigbahn (18km) nach dem malerisch am Canha
gelegenen Städtchen Montemor Novo, mit Burgruine.
O1km Casa Branca (Bahnrestaur. , dürftig; kein Nachtquartier),
Knotenpunkt, wo unsere Linie (Wagenwechsel) von der Hauptlinie
nach Beja (R. 63) 1. abzweigt.
417km Evöra (277m; Hot, Evorense, ordentlich, P. m. W,
{200 r8., Diligence 100 rs.; Cafe, Praga do Giraldo, bescheiden),
Hauptstadt der neuerdings aufblühenden Provinz Alemtejo (S. 453),
Sitz eines Erzbischofs und eines Divisionskommandos, mit 16000
Einwohnern, auf einem flachen Hügel in einer fruchtbaren, von
Bergen umgebenen Ebene gelegen. Es ist das alte Ebora, das 80-72
vor Chr. Mittelpunkt der Macht des Sertorius war und als römische
Kolonie von Caesar den Namen Liberalitas Julia erhielt, unter den
Westgoten Bischofssitz, 715 von den Mauren, 1166 von dem neu
gegründeten Ritterorden, der später nach der Stadt Aviz benannt
wurde, erobert, in den folgenden Jahrhunderten zeitweise Sitz der
portugiesischen Könige. Die ausgedehnte Stadt, mit ihren verfallenden
 Mauern aus römischer, maurischer und späterer Zeit und
ihren engen, z. T. von Bogengängen eingefaßten Gassen, ist nicht
nur wegen des eigentümlich maurisch-mittelalterlichen Gepräges
ihrer Gesamterscheinung, sondern auch wegen ihrer Bauwerke
sehenswert. .
Am Wege vom Bahnhof zur Stadt r. die festungsartige, stark
restaurierte Ermida de S. Bras (St. Blasius), aus dem Ende des
xv. Jahrh. (das Innere leer, die Wände mit Fliesen bedeckt)