496 Route 62. EVORA. Von.Lissabon

Von 8. her führt die Rua do Pago, an der Kirche Sä0 Francisco
(S. 497) vorbei, in die Stadt zur Praga do Giraldo, dem Mittelpunkt
des Verkehrs. Von der Ostseite des Platzes steigt die Rua da Sellaria,
 die man vom Hotel aus, sich r, haltend, mit wenigen Schritten
erreicht, hinan zur Kathedrale.
Die * KATHEDRALE (a SE) ist ein hervorragender frühgotischer
Bau, 1186-1204 errichtet und zu Ende des xmr, Jahrh. ausgebaut.
Das Innere ist stets zugänglich. Die Capella-mör wurde 1718-46
von J. F. Ludwig (S. 502) erneut. Das Querschiff, mit schönen
Radfenstern, hat im nördl, Flügel eine Frührenaissancekapelle (Cap,
dos Vasconeellos oder do Espor&amp;o) mit prächtigem Portal von 1527.
Aus dem r. Seitenschiff führt eine Treppe zum Hochcehor; das Gestühl
 von 1562 ist reich geschnitzt, Die Treppe führt weiter auf
das Dach, das einen weiten Ausblick über die Stadt und die Umgebung
 bietet. Der reiche Kirchenschatz in der Sakristei wird nur
unter großen Umständlichkeiten gezeigt (man bitte einen Tag zuvor
darum). — Die Bibliotheca publica (wochentags 9-3 Uhr) neben der
Kathedrale enthält wertvolle Frühdrucke, einige altportugiesische
und wenige andere Kunstsachen (franz. Email-Triptychon mit Darstellung
 der Passion), Münzen und Naturalien; im Erdgeschoß ein
kleines Museum, mit Altertümern, schönen Architekturstücken, Inschriften
 usw. — Beim Austritt aus dem Gebäude links, durch den
Torbogen und gleich darauf rechts (Tür n° 2) gelangt man zur
Wohnung des Erzbischofs, dessen Privatkapelle (man bitte unter
Übersendung einer Visitenkarte um Erlaubnis zur Besichtigung)
ein schönes Altargemälde und drei andere Bilder von Gerard David
{S. ıxxvım) enthält.
Die nahe Kirche des ehem, Klosters S, JoXo Evangelista, meist
Loios genannt, enthält die Grabsteine des Stifters Manoel de Mello
(7 1493), aus dem Hause Olivenga, und einiger seiner Nachkommen;
 in der ersten Kapelle r. zwei schöne ziselierte Bronzetafeln,
vlämische Arbeit; die Azulejos, von 1711, stellen den Lebenslanf
eines Bischofs dar. Rechts vom Kirchenportal ist der Eingang (dem
Pförtner Trkg.) zu dem Kreuzgang (xvı, Jahrh.), wo das Portal zum
Kapitelsaal bemerkenswert ist. Daneben der Palast der Grafen von
Olivenca, mit zwei Türmen, Ein dritter Turm, die mittelalterliche
Torre de Sertorio, enthält eine Wetterwarte,
Dicht bei der Kathedrale ist ein römischer *TzEMmpxı aus dem
ı. oder ır. Jahrh. nach Chr, erhalten, ein. Prostylos von eleganten
Verhältnissen, 20m lang, 12m breit, mit 6 korinthischen Säulen
in der Front und je 5, einschl. der Ecksäulen, an den Seiten, Die
Bezeichnung als „Dianatempel“ geht auf lokalpatriotische Fälschungen
 des xvI, Jahrhunderts zurück, — Auf dem nahen Passeio
do Conde de Schomberg steht eine Bronzebüste des Bürgermeisters
Dr. Barahona, Schöne Aussicht, Links der sog. Aquädukt des Serforius,
 eine Leitung, die der Stadt aus 19km Entfernung Quellwasser