ALCOBAGA:- 65. Route, 507

haus zu eine Art Seitenschiff. Den Chor umschließt ein Umgang
mit Kapellenkranz. Die große geschnitzte Orgel von 1820 ist eine
Nachbildung der alten von den Franzosen verbrannten.
An Stelle der vierten Umgangskapelle öffnet sich im S. ein
Durchgang, der sich Aurch ein schönes Netzgewölbe und reiche
Türeinfassungen im Emanuelstil.(S. 483) auszeichnet. Durch die
Tür zur L. gelangt man hier in die seit 1519 unter König Emanuel
Aurch Jo@o de Castilho (8. A483) erneute, im XVIL - XVIIL Jahrh.
modernisierte Sakristei; nebenan ein kuppelbedeckter kleiner Raum,
der zahlreiche als Reliquienbehälter eingerichtete Halbfiguren von
Heiligen enthält. Die Tür auf der r. Seite des Durchgangs führt in
eine moderne Kapelle, Geradeaus ein kleiner Friedhof, der ehemalige
 Klostergarten, und die alleinstehende Capella de N. 8, do
Desterro („Wüste“) aus dem XVII, Jahrh., mit reich vergoldetem
Retabulo und blauen Majolikabildern.
In dem südl. Querschiff hat die zweite Kapelle 1. eine reiche, sehr
beschädigte Terrakottagruppe AUS dem xvır, Jahrhundert, der Tod
desh. Bernhard, darüber in Relief die h. Jungfrau mit musizierenden
Engeln, Nebenan 1. und r. die Gräber der Könige Alfons II.
(4244-28) und Alfons III. (4245-79). — Gegenüber r. ist die
*Capella dos Tümulos, ein gotischer Bau von im Laufe der Zeit
grünbemoostem Sandstein, aus der zweiten Hälfte des xıv. Jahr-Kunderts..
 In der Mitte stehen die Grabmäler Peter's I. (1367-57)
 und seiner geliebten Ines de Castro (S. 524), mit den von Engeln
umgebenen ruhenden Porträtfiguren des königlichen Paares, der
Sarkophag des Königs von sechs Löwen, der der Ines von sphinxartigen
 Geschöpfen getragen; sie sind einander mit den Füßen zugekehrt,
 angeblich nach der Bestimmung des Königs, damit bei der
Auferstehung sein erster Blick dem der Geliebten begegne. Außerjem
 sind hier u. &amp; auch Urraca (| 1220) und Beatrix (Brites
+ 4304), die Gemahlinnen Alfons’ IL und Alfons’ III, beigesetzt.
Die Verstümmelungen der Grabmäler rühren von französischen
Soldaten her.
Aus dem nördl. Seitenschiff gelangt man in die Sara Dos Bars,
den „Königssaal“, einen mächtigen, von vier _Pfeilern getragen6n
zotischen Raum, mit einer Tongruppe, Krönung des Affonso Henriques,
 und neunzehn Königsstatuen, von Affonso Henriques bis
Joseph I. Die Wände sind mit Azulejos bekleidet, auf denen die
Belagerung von Santarem, das Gelübde des Königs und die Gründung
des Klosters dargestellt sind, auch die Stiftungsurkunde des Klosters
zu lesen ist. Den bronzenen Kessel (caldeirzo) erbeuteten. die
Portugiesen bei Aljubarrota (S. 508).
Der prachtvolle. *Kreuzeano, Clausiro de Dom Dinig, im N.
der Kirche (Eingang aus der Salsa dos Reis oder aus dem nördl.
Seitenschiff), ist besonderer Beachtung wert. Das frühgotische Erdzeschoß
 stammt aus der Zeit des Königs Diniz (S. 454), das obere
Stockwerk Jieß König Emanuel durch. Jo@o de Castilho, imo Früh-