nach Leiria, BATALHA. 65. Route, 511

Bei dem unglücklichen Zuge gegen Tanger (1436) erhielten die Por-‚ugiesen
 von den Marokkanern freien Abzug gegen die Verpflichtung der
Rückgabe der 1415 eroberten wichtigen Festung Ceutaz Prinz Ferdinand
olieb als Geißel zurück, Als König Eduard diesen Vertrag nicht genehmigte,
 wurde der Prinz in das Innere des Landes gebracht und in ein Gefängnis
 geworfen, in welchem er bis zu seinem Tode (5. Juni 1443) ver.
blieb. Kein Anerbieten der Mauren vermochte seine Standhaftigkeit zu
arschüttern. Erst nach der Eroberung von Tanger durch Alfons V. (1471)
wurde die Leiche ausgeliefert und am 17. Juni 1472 in Batalha beigesetzt,
Das Volk verehrt ihn noch jetzt als den Znfante Santo.
Das zweite ist das Doppelzrab des Infanten Johann (| 1442),
Großmeisters des Santiago-Ordens, und seiner Gemahlin Isabella,
mit drei Reliefs, Kreuztragung, Kreuzigung, Kreuzabnahme (diese
alt) und dem Wahlspruch Jai bien reson, — Das dritte Grab ist das
Aes Infanten Heinrich (+ 1460), dem die Geschichte den ehtenden
Beinamen des „Seefahrers“ zuerkannt hat, obgleich er selbst nie an
Entdeckungsfahrten teilnahm (vgl. S. 514), mit seinem Wahlspruch
talant de bien fere. — Das vierte Grab ist das Dom Pedro’s, Heorzogs
 von Coimbra, gefallen 1449 in der Schlacht bei Alfarrobeira
(8. 459), mit dem Wahlspruch d&amp;sir (portug. saudade, Sehnsucht).
An der Westwand der Kapelle die Gräber: König Alfons’ V.
(1438-81) und seiner Gemahlin Jsabella, König Johanns IT.(1481-95;
im J. 1901 aus der Kapelle N. S. do Pranto hierher übertragen) und
des Infanten Alfons, Sohnes Johanns II,
Der erste oder *Königliche Kreuzgang (Clausiro real; Eingang
 in der Kirche oder an der Ostseite des Klosters) bietet mit
seinen Bogenhallen, die den gartenartigen Hof umschließen, seinem
Brunnenhause in der NW.-Ecke und dem Kapitelsaal im O., während
 südl. und südöstl. die Kirche und der Turm darüber aufragen,
 einen höchst malerischen Anblick. Die portugiesische Gotik
zeigt sich in ihrer ganzen Entwicklung, von den einfachsten Formen
 bis zu einer alles überwuchernden phantastischen Ornamentik,
Die Seiten des Kreuzganges haben je 555m Länge. Jede Seite
öffnet sich nach dem Hofe in sieben Bogen, die durch (3-5) schlanke
Säulen geteilt und in der Rundung mit fast ‚orientalisch üppigem
Maßwerk ausgeschmückt sind. Das Maßwerk hat nur zwei Muster :
sin Schlingwerk von Rubusblättern, in dessen Mitte einigemal die
Armillarsphäre (Ringkugel mit den Himmelskreisen zu astron0-mischen
 Berechnungen}, die „devise parlante“ König Emanuels,
angebracht ist, oder eine eigentümliche Umschlingung des Doppelkreuzes
 des Christusordens mit Lotosstengeln und Blüten, offenbar
eine Symbolisierung der Unternehmungen der Portugiesen im fernen
Osten. Das * Brunnenhaus (pavilh&amp;o), ein kapellenartiger Bau, der
zus dem nördlichen und westlichen Arm des Kreuzgangs beiderseits
durch einen großen und einen kleinen Bogen zugänglich ist, springt
mit zwei hohen Fensterbogen in den Hof vor, Im untern Teile der
Bogen wiederholt sich das Maßwerk mit dem Lotosmotive. Die
Wasserbecken in der Mitte, ein großes und vier kleine, zeigen phan-‚astische
 Formen. Aus dem Brunnenhause und aus den Bogen-