12 Route 65. BATALHA,

hallen hat man, besonders bei vollem Sonnenlichte, köstliche Durchblicke.
 Die Maßwerkgalerien sind größtenteils modern.
Das Refektorium (Refeitorio), w. hinter dem Brunnenhause,
Hient jetzt als Museum für Bau- und Skulpturbruchstücke, Grab-Funde
 (u. a. Rosenkranzperlen aus dem Grabe des Prinzen Ferdinand),
 Münzen usw. Anschließend die Küche (Cozinha),
Die Nordseite des Kreuzganges nimmt ein Keller (Adega) ein,
Der * Kapitelsaal (Sala do Capitulo), im O0. des Kreuzganges,
hat eine mächtige Eingangspforte, die von zwei Fensterbogen einzefaßt
 wird, alle drei stark vertieft und nur durch schmale Pfeiler
geschieden. Das Innere hat 19m im Quadrat und wird von einem
kühnen Gewölbe ohne Pfeiler überdeckt. Das große Ostfenster ist
unten dreifach geteilt, oben mit reichem Maßwerk ausgefüllt; die
Gasgemälde mit Darstellungen aus der Leidensgeschichte Christi
sind modern. An der kleinen Konsole in der SO.-Ecke zeigt man
die angebliche Porträtbüste des Affonso Domingues (S. 509).
Aus der NW,-Ecke des königl. Kreuzgangs gelangt man in den
Kreuzgang Alfons’ V. (Claustro de Dom Affonso V), ein Quadrat von
14,,mSeitenlänge, um die Mitte des xv, Jahrhunderts in schlichter
Gotik errichtet.
Die NO.-Ecke der Gebäude nahm ehemals der Kreuzgang Johanna IIT,
sin, der 1811 durch Brand zerstört und dann abgetragen wurde.
Die *Capellas imperfeitas (Eingang an der Ostseite des Klosters),
 die „unvollendeten“ Grabkapellen aus der Zeit Eduards und
Emanuels, sind an das Ostende der Kirche ohne organischen Anschluß
 angebaut, Im ursprünglichen Entwurf, der den Emanuelstil
 wohl in seiner glänzendsten Entfaltung gezeigt haben würde,
uamgaben den ca. 20m weiten achteckigen Mittelraum sieben große,
B3,7m tiefe Kapellen mit dreiseitigem Abschluß und je drei hohen
Fenstern; die Zwischenräume füllten sechs niedrigere fünfeckige
Kapellen aus. Über dem Sterngewölbe des oberen Achtecks war
vermutlich eine flache Steindecke geplant. Die gleichfalls unausgeführt
 gebliebene hohe Kuppel machte neue mächtige Strebepfeiler
 im Innern des Mausoleums und die teilweise Vermauerung
ler-kleinen Zwischenkapellen nötig. Während die Mitte des Gebäutes
 von Anfang an für König Eduard bestimmt war, sollten die drei
großen östl. Kapellen gegenüber dem Eingange als Gruft Alfons’ V.,
Johanns II. und Emanuels selbst dienen. An der Westseite, wo
ursprünglich wohl nur ein schmaler Verbindungsgang mit der
Kirche geplant war, wurde nunmehr eine große Vorhalle aufgeführt,
die sich unten mit einem fast 15m hohen, 7,sm breiten * Portal, im
Obergeschoß aber als Empore gegen das Mausoleum öffnet.
Die nach indischen Vorbildern aus Bündeln von Rundstäben
gebildeten, im oberen Stockwerke nur bis zu 2-3m Höhe ausgeführlien
 neuen Strebepfeiler sind mit prachtvollen Ranken und andern
Ornamenten geschmückt; zwischen den Pfeilern und den Eingangsbogen
 der Kapellen sind zwei reiche Friese und zwischen letzteren