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67. Coimbra,

Baunuörg: Coimbra-Bifurcacao (S. 517), weit draußen am NW.,-Ende
der Stadt, wo die Hotelportiers und Träger den Reisenden beim Umsteigen
auf die Zweigbahn erwarten; letztere führt in 5 Min. zum Stadtbahnhof
Coimbra (Pi. A 2, 3), in nächster Nähe der Hotels. Außerdem zwischen
beiden Bahnhöfen auch elektrische Straßenbahn. Dem Träger (moco) für
die Beförderung des Gepäcks nach dem Gasthaus 100-200 rs. — Eine besondere
 Linie der Straßenbahn (vgl. den Plan} fährt von der Unterstadt
bis zur Universität (Pl. D 3) hinauf. Droschken gibt es nicht. Fuhrwerk
bei Serrano, neben Hotel Avenida, &amp;
GastHOFrE (vgl. S. 451), in der Nähe des Stadtbahnhofs: H. Avenida
{Pl.a, b: B 8), Z. 600-1000, F, 200, G, 600, M. 700, P, 0. F. 1400-3000 r8., gut;
H, Braganca (Pl.d: B 2), demselben Besitzer gehörig, ähnliche Preise,
Post &amp; TELEGRAPH (Estacdo telegrapho-postal; PL. C 1,2) sm Mercado.
Bei beschränkter Zeit (1 Tag): Santa Cruz (3. 520); S&amp; Velha
r8, 521); Botanischer Garten und Universität (S. 522); nachm. Quinta das
LZügrimas (8. 523).
Coimbra (456m), Provinzhauptstadt mit 18 000 Einwohner,
Sitz eines Bischofs und einer Universität, liegt reizend an den Ausläufern
 der Serra de Lavräo, eines kreidigen Bergzuges, der im
Bogen von dem viel besungenen Mondego, der Munda der Alten,
umflossen wird. Die alte Oberstadt bedeckt die wellige Hochfläche
 und die Abhänge eines ca. 100m h. Hügelrückens und senkt
sich mit steilen Gassen zum Mondego und der Unterstadt hinab.
Die höchsten Punkte des Plateaus nehmen im NO. die Neue Kathedrale,
 im SW. die Universität mit der Sternwarte ein, Die neuere
Unterstädt, welche sich mit ihrer Hauptstraße (Rua Ferreira
Borges, R. do Visconde da Luz und R. da Sophia} an den Bergzug
anschmiegt, ist gegen Überschwemmungen (cheias; S. 534) des
Mondego durch einen Kai (caes) geschützt, der eine hübsche
Promenade bildet. — Auf der Westseite des Mondego, der viel
Kreidesand mit sich führt, infolgedes sich das Flußbett fortwährend
arböht, zieht sich der Janggestreckte Monte da Esperanga hin, mit
Fabriken und Landhäusern bedeckt.
Coimbra nimmt, wie ein inschriftliches Denkmal aus dem ıv. Jahrhundert
 beweist, die Stelle des alten Aeminium ein. Den Namen Conimbrica
 nahm die Stadt mit der Verlegung des Bischofssitzes von dort (S. 516)
zu Ende des ıx. Jahrhunderts an. Den Mauren wurde gie schon 872
antrissen, fiel aber 987 von neuem in ihre Hände, um dann 1064, nach
ainer sechsmonatigen Belagerung durch Ferdinand /, von Kastilien, dauernd
in christlichen Besitz zu gelangen. Als Hauptstadt des neuen portugiesischen
 Königreichs wies es 11%0 einen let«ten Angriff der Almohaden
(S. 357) unter döu Jakub Jüsuf zurück. Für die Verlegung der Residenz
(vgl. 8. 467) ward es von König Dionys entschädigt, der die 1290 von ihm
In Lissabon gegründete Universität schon 1307 nach Coimbra verpflanzte.
Erster Rektor war Diogo Gouvea@, vorher Rektor der Universität in Paris,
Zweimal (1338-54 und 1857-1537) nach Lissabon zurückverlegt, büßte die
Hochschule, die eifrigste Pilegerin des Humanismus, durch die Jesuiten seit
L555 auf mehr als zwei Jahrhunderte ihre Unabhängigkeit ein; erat Pombat
78. 467) gab ihr 1772 neue Satzungen und stellte die Freiheit der Forschung
wieder her. Coimbra ist die einzige Universität des Landes geblieben.
In. Lissabon und Oporto sind nur medizinische Schulen, in Santarem ein
Priesterseminar, Die Stadt hat jetzt einen neuen Aufschwung genommen,
Aer sich in reger Bautätigkeit äußert.