520 Route 67. COIMBRA. Neustadt,

Coimbra ist die Vaterstadt des Dichters Francisco Sa de Miranda (1495-1558).
 Camöes (S, 470), der wahrscheinlich ebenfalls hier geboren ist, ver-Jankt
 dem „portugiesischen Athen“ die in seinen Dichtungen überall
wahrnehmbare klassische Bildung,

Von der Estrada da Beira (Largo do Principe D. Carlos; Pl. B 3)
folgt man der Straßenbahn in der Rua Ferreira Borges und der Rua
do Visconde da Luz aufwärts, An letzterer 1., neben n°2, die
Kirche So Thiago (Pl. B 2), aus dem x. Jahrhundert, aber im
XVII, Jahrh. bis auf das schöne romanische Portal ganz modernisiert.
Nördl. weiter zur Praga 8 de Maio (Pl. B 2), dem Verkehrsmittelpunkte
 der Neustadt, und zum ehemaligen
Mosteiro de Santa Cruz (Pl. C 2), an der Stelle der gleichnamigen
 kleinen Kirche und der Banhos da Rainha 1181-32 für
Augustinermönche (cdnegos regranties de Santo Agostinho} erbaut,
unter Emanuel dem Großen (seit 1502?) mit Beihilfe einer aus der
Normandie (Gaillon und Rouen) berufenen französischen Bildhauerkolonie
 erneut, später mehrfach erweitert und mit großen Gärten
umgeben, jetzt durch Einbauten und Straßenanlagen z, T, zerstört,
Den ganzen Nordflügel des Klosters nimmt das Stadthaus ( Camara
municipal) ein. Die Kirche ist meist nur bis 9 Uhr vorm. offen;
Eingang dann im Stadthaus links (an die Tür klopfen !).
Man betritt zunächst den *Claustro do Silencio, von Marcos Pires (+ 1524)
im Emanuelstil (S. 483) erbaut, mit Spitzbogen im Erdgeschoß, flachbogigen
Iffnungen im oberen Stock und hübschem Springbrunnen. Die drei Reliefs,
Christus vor Pilatus, Kreuztragung und Grablegung Christi, in der SW.-und
 NO.-Ecke, sowie an der Südseite, sind hervorragende Schöpfungen
der portugiesischen Frührenaissance. — An die Südseite des Kreuzganges
stößt die Capellu de Säo Theotonio, vollendet 1582 von Thom6 Velho, mit
der Statue dieses von Camöes (Lusiad. VIII, 19) verherrlichten eraten Priors
des Klosters. — Dann durch den Kapitelsaal in die Sakristei, einen zierlichen
 Renaissancebau von 1622, mit schönen Fliesen und. Tonnengewölbe.
Die stark nachgedunkelten Bilder, Christus vor Pilatus, Ausgießung des
h, Geistes, Auffindung des h. Kreuzes, sind von Velasco Fernändez („Gr&amp;o
Vasco“, S. 480); außerdem sind hier eine Kreuzigung des Meisters von
SS. Bento (S, 480) und eine Kopie der Kreuzabnahme Christi von Daniele
da Volterra, ;
Die Kirche, ebenfalls von Marcos Pires erbaut, im Xxvym, Jahrh, z, D.
modernisiert, hat eine interessante Westfassade von Diogo de Castilko und
Meister Nikolaus „dem Franzosen“ (S. 481). Das Innere, einschifüg, {mit
beiderseitigen Kapellenreihen und rechteckigem Choranbau, hat aus‘ der
Emanuelzeit nur die steinerne *Kanzel an der Nordwand, mit reizvollen
Bildwerken von Jean de Rouen („JoZo de Ruäo“; 1522) bewahrt. Der Chor
enthält die wahrscheinlich von Meister Nikolaus erneuten, noch überwiegend
spätgotischen *Grabmäler der ersten ort gtestse hen Könige: 1. Afonso
Henriques (1139-85), 7. Sancho I. (1185-1211); auf den Sarkophagen in Lebensgröße
 die ruhenden Gestalten beider Herrschers unter Baldachinen sieben
Heiligenfiguren; über den Wandnischen die Armillarsphäre (S. 511) und
das Christusritterkreuz (S, 514). Der von einem baskischen Meister ausgeführte
 Hochchor im W. hat ein schönes Stuhlwerk aus derselben Zeit.
Der Garien auf der Nordseite des Stadthauses ist der ehem. Clausiro
da Manga, so benannt, weil Johann III. den Grundplan des Kreuzganges
und des seltsamen Kuppelbaues in der Mitte auf seinen Ärmel gezeichnet
haben soll.
In der jenseit der Praca 8 de Maio Rua da S ophia benannten
Hauptstraße sind mehrere Spätrenaissancebauten aus der zweiten