524. Route 67. COIMBRA, Umgebung,

soll der Schauplatz der von Camöes (Lusiad. mm. 118 fg.) geschilderten
 Ermordung der Ines de Castro, der Gemahlin des nachmaligen
 Königs Dom Pedro I., gewesen sein,
Ines (Agnes) de Castro, die uncheliche Tochter eines Vetters des Königs
von Kastilien, war mit der Prinzessin Constanga bei deren Verheiratung mit
dem Kronprinzen Pedro, dem Sohne Alphons’ IV., an den portugiesischen
Hof gekommen. Durch ihre Schönheit hatte sie hier das Herz des Infanten
gewonnen und ihm drei Kinder geboren, Als Constanca 1345 starb, ließ
Pedro sich heimlich mit Ines trauen. Die portugiesischen Adligen, welche
den Einfluß der „schönen Spanierin“ fürchteten, überredeten den schwachen
Alfons IV,, in die Ermordung der Ines zu willigen. Am 7. Januar 1355
wurde die Tat an der Fonte dos Amores vollführt, Als Pedro 1867 König
wurde, setzte er die Auslieferung der nach Kastilien eniflohenen Mörder
Jurch und ließ Alvaro Aoncalez und Pedro Coelho in Santarem (S. 458)
grausam hinrichten. Vor einer Versammlung in Cantanhede beschwor er
die Echtheit seiner Ehe mit Ines und befahl, die Leiche aus ihrem Grabe
im Klarakloster zu nehmen. Auf einen Thron gesetzt, empfing die Tote
königliche Ehren; dann wurde sie von den Vornehmsten des Reiches zur
Grabstätte nach Alcobaca (S. 507) getragen, — Die Fonte dos Amores, deren
Abfluß, nach der Sage, die Briefe Dom Pedros zu der unten im Klarakloster
 weilenden Ines trug, ist von Zypressen und andern Bäumen umgeben.
 Auf einem Stein neben der Quelle sind Camöes‘ Verse (Lus., 111, 135)
eingeeraben :

Ines beweinten trüb‘ an jener Stelle
Die Töchter des Mondego lange Zeit;
Die Flut der Tränen ward zum klaren Quelle,
Der ew’ge Dauer dem Gedächtnis Jeiht;z
Denn „Ines-Liebe“ heißt die Silberwelle,
Wo treuer Lieb’ einst Ines sich geweiht;
Der frische Quell erquickt die Blütentriebe;
Aus Tränen stammt er, und sein Nam’ ist Liebe.
(Übersetzung von Wilh. Storck, Paderborn 1883.)
Die Umgebung Coimbras ist reich an Klosteranlagen, die meisten
verfallen, 2km Ööstl., noch vor Santo Antonio dos Ölivaes (vgl. Pl. F 2;
Straßenbahn 8, S, 521), der 1210 gegründete, jetzt profanen Zwecken
lienende Convento de Santa Maria de Cellas, mit einem sehenswerten. im
AVI1I, Jahrh, allerdings stark restaurierten Kreuzgang und einem schönen
Portal des Xxvı. Jahrhunderts, Jenseit Santo Antonio der Aussichtspunkt
Penedo da Meditack&amp;o („Philosophenhügel“). — Etwa 12km w. von Coimbra
(Wagen ca. 2500 rs.) das ehem. Kloster 8, Maxcos, von dem nur die Kirche
mit Portal im Emanuelstil (S. 483), schönem Netzgewölbe und mehreren
Grabmälern der Grafen de Silva erhalten ist. — Eine gute Straße führt
ım Mondego aufwärts nach (22km) Penacova (Hosp, Maria do Amaral);
3km west]. die hübsch gelegene ehem, Abtei Lorv&amp;o, mit Kirche und Kreuzzang
 (in ersterer reich geschnitztes Chorgestühl und viele Särge fürstlicher
Nonnen); von LorvZo nach Bussaco s. S. 598.
Von Coimbra nach Louz®, 20km, Eisenbahn in 114-112 St., für
610, 470, 380 rs. Abfahrt vom Stadtbahnhof (8. 519). Der Zug überschreitet
 vor (6km) Carvalhosas den Mondego auf einer 2km 1. Brücke
and bald darauf den Ceira. -— 20km Miranda do Corvo. — 29km Louzg
(HH, Raposa u. a.), Städtchen von 10000 Einw., am Fuß der bis zu 1205m aufsteigenden
 Serra de Louz@, der südwestlichen Fortsetzung der Serra da Estrella
 (S. 526). Louzz wird als Ausgangspunkt lohnender Gebirgswanderungen
erapfohlen, — Die Bahn soll über Aoes nach Arganil weitergeführt werden.
Eisenbahn („Tramways“) nach Fiqneira du Foz a S RO