532 Route 69, PORTO. . a, Westliche
a, Die westlichen Stadtteile. ;
Den Verkehrsmittelpunkt der Stadt bildet die baumbepflanzte
Pracada Liberdade (Pl. E 3; bisher Pr. de Dom Pedro), mit
demselben Mosaikpflaster wie die Praca de Dom Pedro IV in Lissabon
 (S. 468), Auf der Nordseite steht seit 1817 das Rathaus (Casa
da Camara), in der Mitte des Platzes das 1866 errichtete bronzene
Reiterbild Peters IV. (7 1834; 1826-31 Kaiser von Brasilien), von
dem Franzosen Anatole Calmels. Der König hält in der Rechten die
„Lei fundamental“ von 1826, die von ihm verliehene Verfassung.
Die beiden Sockelreliefs beziehen sich auf seine Landung in Mindello
 (S. 531) und die Überbringung seines Herzens nach Porto.
Aus der NW.-Ecke des Platzes steigt die Rus do Almada zu der 1755
erbauten Kirche Nossa Senhora da Lapa (125m; Pl. D 1; Straßenbahn 8.
S. 530, n° 10 und 11) hinauf, in der nur das Sandsteindenkmal mit dem
Herzen Peters IV, zu erwähnen ist, Neben der Kirche ein alter Friedhof
mit eigentümlichen Denkmälern und Grabkapellen, — Die Straßenbahn
n° 11 endet bei der über die Zecw führenden Ponte de Pedra, einer Römerbrücke
 aus dem ı1. Jahrh, n, Chr,
Aus der SW.-Ecke der Praca da Liberdade führt die belebte
Calcada dos Clerigos steil hinauf zu der Igreja dos Clerigos (130m;
Pl.D 3), 1732-48 von dem Italiener Nicolö Mazzoni erbaut, mit
hübscher Hauptkapelle (capella-mör). Neben der Kirche steht die
75m hohe Torre dos Clerigos, ein 1755-63 auf Kosten der „Kleriker“
von Porto errichteter Granitbau, mit weiter Rundsicht,
Der Glöckner (sineiro; Eintrittskarte 100 rg.) wohnt an der Nordseite
des Turmes, Der Aufstieg ist ziemlich bequem. In dem großartigen Panorama
 hervorzuheben: im N, die zweitürmige Lapakirche, im O. das
Dourotal, die Eisenbahnbrücke und die Serra de Maräo (S. 589); im S. die
Kathedrale, die Ludwigsbrücke, Villa Nova de Gaia und das ehemalige
Kloster Serra do Pilar; im W. der Kristallpalast, der Douro, SXo JoXo da
Foz und das Meer, Auch das Stadtbild selbst igt eigentümlich genug.
Im N. der Clerigos-Kirche liegt der von Bäumen beschattete,
in den Morgenstunden sehr besuchte MzRcaDo DO ANnJo (Pl. D 3).
In der Mitte eine Fontäne von Granit, — Weiter aufwärts die 1877
gegründete Academia Polytechnica, An diese schließt sich nördl.
die Praca dos Voluntarios da Rainha (Pl. D 3), deren Name an die
Kämpfe gegen die Miguelisten erinnert (vgl, S. 537), mit einem
zierlichen Brunnen und den beiden Carmo-Kirchen von 1756 und
1619, sowie die Praga de Carlos Alberto, nach dem König von Sar-Ainien
 benannt, der nach der Schlacht bei Novara (1849) der Krone
entsagte und noch in demselben Jahre in Porto starb.
An der Westseite der Clerigos-Kirche dehnt sich der große
Campodos Martyres da Patria (Pl. D 3, 4) aus, mit dem 1866
angelegten *Jardim da Cordoaria, der sich durch prachtvolle
Bäume, Platanen, verschiedenartige Palmen und im Frühjahr durch
ainen Flor von Kamelien auszeichnet. Die SO,-Seite des Platzes
nimmt das Tribunal da Relac£o (Gerichtshof) mit der Cadeia (Gefängnis),
 aus dem xvım, Jahrhundert, die SW.-Seite die Praca do
Peize (Fischmarkt) ein; an der Nordseite liegt 1. das Hospital de
Santo Antonio ; ihm gerenüber die 1883 eröffnete Escola Medieca.