536 Route 69. PORTO. 5. Östliche Stadtteile,
(Waisenhaus), unten das Asylo de Mendicidade (Arbeitshaus) liegt,
nach der hübschen Promenade
*Alameda das Fontainhas (Pl. F 4), hoch über dem Douro, mit
Aussicht auf den Fluß, das Südufer und die beiden Brücken, denen
man hier ziemlich nahe ist, sowie auf die Serra de Mario (S, 539).
Unweit östl. der Fontänenpromenade liegt das Seminario (Pl. IX 3, 4),
das bei der Eroberung Portos durch Wellington (8. unten) eine Rolle spielte,
and der Cemiterio Oriental (Pl. H 3).
Vom Westende der Promenade wenden wir uns r. zum Largo
da Polfcia (Pl. E F 4), mit einem Brunnen, wo Reste der alten
Stadtmauer mit Türmen erhalten sind, und schlagen dann, etwas
oberhalb des Platzes, die Avenida de Saraiva de Carvalho
(Pl. E 4) ein, welche bei dem (1.) Campo da Santa Clara mit der, wie
Säo Francisco (S, 534), durch reiche Goldornamentik ausgezeichneten
Kirche Santa Clara (Pl. E 4) vorüberführt und sich in einer scharfen
Biegung zur Ludwigsbrücke hinabsenkt. Statt letzterer Richtung
zu folgen, wenden wir uns bei der Straßenbiegung zunächst geradeaus
 in die Rua Chä, die 1, zur Kathedrale hinaufführt.
Die 86 (PL E 4), die auf der Spitze des Osthügels an der Stelle
der alten Suevenburg gelegene Kathedrale Portos, ist ursprünglich
ein romanischer Bau des xIr, Jahrh., der aber später im gotischen
Stil erneut und im xvIL.-XvIM, Jahrh. fast ganz modernisiert worden
ist. Das Außere, an welchem die niedrigen Vordertürme und die
Fensterrose im W, hervortreten, wirkt hauptsächlich durch das verwendete
 feste Material, eisengraue Granitquadern, Im Innern sind
lie reiche marmorne Capella-mör, 1609 begonnen, 1717 vollendet,
der prächtige silberne Altar do Sacramento, 1632-1732 ausgeführt,
und andere reich vergoldete Altäre zu beachten.
Der gotische *Krzuzcane, im S, der Kathedrale (Eingang aus dem
südl. Seitenschiff), mit Granitgewölben und reichgegliederten Pfeilern,
zwischen denen immer eine durch gekuppelte Säulen geteilte Fensteröffnung
 ist, wurde 13835 erbaut. In der Mitte des Hofes steht ein hohes
granitenea Kreuz. Auf den Wänden sind zwischen den Gewölben und
Pfeilern ringsum große blau-weiße Azulejosbilder At mit realistischen
 Darstellungen aus dem Hohen Liede und erklärenden lateinischen
Inschriften (Mitte des xvırr. Jahrh.). — Die Sakristet, an der Ostseite, iat
mit Marmor und Fresken geschmückt. Unter den Tafelbildern eine h,
Familie aus dem Xvı11. Jahrhundert, über der Uhr.
Von der Westfassade der Kathedrale gelangt man südl. zu dem
Paco Episcopal, einem mächtigen, überall hervortretenden Bau vom
Ende des xvı1n, Jahrhunderts, mit elegantem Treppenhaus.
Man steigt nun in der oben gen. Avenida de Saraiva de Carvalho
 hinab zu dem *Ponte de Dom Luiz I (Pl. E F 4, 5; Brückengeld
 5 rs), der den Douro in einem eisernen Bogen von 172m
Spannung überschreitet, mit einer unteren und einer oberen Fahrbahn,
 diese ca. 60m, jene ca. 10m über dem mittleren Wasserstande,
1881-85 von einer belgischen Gesellschaft erbaut. Von der obern
Fahrbahn, über die auch die S, 530 gen. Straßenbahnlinien n® 12
and 13 führen, prachtvolle Aussicht auf Stadt und Dourotal.