542 Route 71. GUIMARÄRS, Von Porto

1. das Rathaus, ebenfalls mit einer Bogenhalle aus Emanuelischer
Zeit (S. 483), geradeaus die Hauptkirche umgeben, Letztere,
Nossa Senhora da Oliveira, deren Name („zum Ölbaum“) auf die
Sage, der Westgote Wamba (S. xxxvır) habe sich zur Annahme seiner
Wahl zum Könige erst durch das wunderbare Keimen seines Speer-Schaftes
 entschlossen, zurückgeführt wird, ist ein romanischer
Bau von 1387-1400, mit schönem Glockenturm und andern Zutaten
 im Spitzbogenstil, Die vorgebaute Kapelle (gegenüber no 8
der Sakristan) enthält ein von normannischen Kaufleuten gestiftetes
 Kreuz. Das Innere der Kirche ist modernisiert: an der
Westwand zwei alte Taufbecken,. von denen das zur L. aus der Burg
stammt und bei der Taufe Alfons’ I. gedient haben soll; in einer
halbzerstörten Kapelle des 1, Seitenschiffs das Grabmal des Erbauers
des Glockenturms, Cogominho, und seiner Frau, mit trefflichen
liegenden Gestalten der beiden; in der r. Kapelle der Ostwand ein
silberner Reliquienschrein, mit Darstellung der Manna sammelnden
Israeliten. Auch der vermauerte Kreuzgang verdient Beachtung.
Unmittelbar unter der Burgruine (S, 541), deren großen Turm
man besteigen kann, ist der Palast der Herzoge von Braganca (8, 540),
dessen besterhaltener Teil als Kaserne dient.
Im S, der Stadt hat man von der Serra de Santa Catharina (616m)
einen weiten Rundblick.
Von Guimaräes nach Braga (S. 543), 21km, Diligence über (9km)
Taypas für 320 rs. ; Wagen (3 St.) ca. 3500 rs.
Das kleine Schwefelbad Caldas das Taypas (Gasth.: Gr, 8. das Taypas,
nur Mai-Okt, geöffnet, P. 1C00-1500 rs.) ist Ausgangspunkt für den Ausflug
nach der altiberischen Ruinenstadt *Citania (4km). Der Fahrweg führt vom
Hotel östlich über Briteiras, Außerhalb der Badesaison nimmt man am
besten in Guimaräes einen Wagen (Fuhrhalter Cardoso de Lemos) bis hierher
(ca. 1'/z St. ;z hin und zurück ca. 1500 rs.) und bestellt auf dem Hinweg in der
bescheidenen Estrella do Norte in Taypas einen Imbiß. Von Briteiros geht
man (Führer angenehm) auf den weithin sichtbaren Bergkegel los, den man
auf steinigem, streckenweise ateilem Wege in % St. erreicht. Am Abhang
ein gepflasterter antiker Weg, der beiderseits von Fundamenten alter Häuser
eingefaßt ist, Die Häuser sind teils kreisrund, teils rechteckig, meist um
einen Hof gruppiert, der einen Zugang von der Straße her hat. Sie ziehen
sich terrassenförmig über die ganze Südseite des Berges, Auf dem Gipfel
(250m), der eine großartige Rundsicht gewährt, eine kleine moderne Kapelle
mit spitzem Dach und zwei restaurierte Rundhäuser, An der steileren
Nordseite des Berges Reste gewaltiger Mauern, — Vgl. Cartailhac, les Ages
prChistoriques en Espagne (Paris 1886: 25 fr.).

Die Hauptbahn behält die N.-Richtung bei, — Von (35km)
Vilta Nova de Famalic@o Zweigbahn nach dem Fischerort (29km)
Povoa de Varzim, einem der besuchtesten Seebäder Portugals, mit
Porto (Estacäo de Boa Vista, S. 529} auch durch eine Nebenbahn
(28km) verbunden,
42km Nine, Knotenpunkt für die Zweigbahn nach Braga,

Von Nine nach Braga, 15km; Eisenbahn in ca, 35 Min,, für
290, 230, 160 rs. (von Porto in 13/4-23/4 St., für 1120, 870, 620 r8,). —
Okm Arentim, 9km Tadim.