nach Valenca do M. * BRAGA, 71. Route. 543

i5km Braga. — Vom Bahnhof in die Stadt zwei Dampfstraßenahnen
 (Americanos) auf verschiedenen Wegen zum Hauptplatz, Campo
je Santa Anna, und weiter zum Fuß der Höhe Bom Jesus (4km, in 35 Min.,
tür 140 rs. ; 7 Fahrten tägl., ca. alle 4l/2 St.), 8. unten, — Gast: Grande
Hotel, Campo de Santa Anna, &amp;. 600, M. 700, P. 1500-2200 r8., mit Wein,
Braga (208m), altertümliche Stadt von 24 000 Einw., Sitz eines
Erzbischofs, der den Titel Primas von Portugal führt, mit einigem
Gewerbebetrieb (Filzhüte, Stahlwaren, Schmucksachen), auf einer
Anhöhe zwischen dem Cavado und dem Flüßchen Deste gelegen, ist
das alte Bracara, in römischer Zeit Hauptstadt der Callaeci Bracarenses
 und auch zur Zeit der Sueven Hauptstadt Galläciens, 585 von
den Westgoten, später von den Mauren, 1040 von Ferdinand I. von
Kastilien erobert (S. 454), seit Heinrich von Burgund bis 1139 Sitz
der portugiesischen Herrscher,
Das hervorragendste Gebäude ist die Kathedrale, zu Anfang des
xI]r. Jahrh. erbaut, Anfang des XVvI, Jahrhunderts im Emanuelstil
(S. 483) umgebaut. Aus dieser Zeit sind der Chor und die schöne
Westvorhalle mit schmiedeeisernem Gitter von 1722. An der 8.-Seite
 eine romanische Tür, Das modernisierte Innere enthält: in der
Cap. de N. S. do Liberamento die Grabmäler Heinrichs von Burgund
{t 1442) und seiner Gemahlin Therese, einer natürlichen Tochter
Alfons’ VI. von Kastilien, sowie die wohlerhaltene Mumie des Erzbischofs
 Lourengo Coutinho, der an der Schlacht von Aljubarrota
(S. 508) tätigen Anteil nahm; in der Cap, de Santo Espinho das
Grabmal des Erzbischofs Diogo de Sousa (1505-32) u. a.; unter
dem Chor Bronzegrabmal des Infanten D, Affunso, aus dem XVY.,
und ein Taufbecken aus dem XVI. Jahrh.; im Coro alto gut geschnitzte
 eichene. Chorstühle aus dem xv. Jahrh., und am Sakramentsaltar
 eine Schnitzerei in Zedernholz, der Triumph des Glaubens,
 aus dem XVI. Jahrhundert, In der Sakristei der beachtenswerte
 Domschatz: u. a. St. Geralduskelch .aus dem XI. Jahrh., ein
prachtvoller Kelch im Emanuelstil von 1509, Antependien, Meßzewänder.
 — N.ö. von der Kathedrale der erzbischöfl. Palast, mit
Bibliothek und Bildnissen der Erzbischöfe von Braga.
Die Kirche Santa Cruz hat eine schöne Fassade von 1642. —
Auch manche Privatbauten aus Emanuelischer Zeit (S. 483) sind beachtenswert.
 — An der S.-Seite des großen Campo Santa Anna die
öffentliche Bibliothek, mit seltenen Büchern und Manuskripten.
An die Dampfstraßenbahnen, die bis an den Fuß von Bom Jesus
fahren (s. oben); gchließt sich den Berg hinauf eine Zahnradbahn
{Elevador) an; 60 rs.; Gesamtfahrpreis vom Bahnhof hinauf und
zurück 300 rs., doch wird mancher gern zu Fuß die Wallfahrtstreppe
hinabsteigen und erst unten die Fahrgelegenheit benutzen (Straßenbahn
 zur Stadt 80 r8.).
Die Wallfahrtskirche *Bom Jesus do Monte (561m) wird
namentlich zur Pfingstzeit von Tausenden von Pilgern besucht. Im
Innern bietet sie nichts, Prachtvoll aber ist die Aussicht, Oben