65 Vollswirtschaftsleere und Volkswirtschaft. Wenn wir das, was man ietzt fälschlich „Volks— wirtschaft“ nennt, nach Adolf Wagners Schema, aber unter sorgfältiger Betrachtung des wirklichen Sachverhalts definieren wollten, so kämen wir zu der folgenden Fassung: „Volkswirtschaft“ nennt man jetzt die Summe der auf unablässige übervorteilung jedes Nächsten und Ferneren gerichteten, grundsätzlich planlosen, ohne jede Rücksicht auf das Gemeinwohl erfolgen— den Tätigkeiten aller einzelnen Angehörigen eines Volkes. Denn planvoll ist die Tätigkeit des Einzelnen nur für diesen Einzelnen selbst, und der Plan rich— tet sich ausschließlich auf Übervorteilung anderer Einzelner, ist also kein Volkswirtschaftsplan, der ja auch allgemein als utopisch abgelehnt wird, son— dern nur ein Einzelwirtschaftsplan, der die Volkswirtschaft entweder gar nichts angeht, oder von ihr ebenso oft als Krankheitserscheinung wie als lebensfördernd angesehen werden kann. Ja, schon seit langer Zeit überwiegen die Einzel— pläne als Krankheitserscheinungen; die plötzlich sich bildenden großen Einzelvermögen ähneln ganz ver— zweifelt den Geschwüren am Körper, die auch den gesunden Körperteilen die Nahrungsstoffe entziehn, sie drücken und einengen, gelegentlich sogar ab— sterben machen, bis sie zur Heilungsvorbereitung aufgehn — was in der Wirtschaft dem Bankerott des zusammengescharrten Vermögens entspricht — und auch dabei noch große Unbequemlichkeiten und Gefahren verursachen. Untersuchung der Urtriebe. Selbsterhaltungstrieb. Selbstverständlich hat in jeder Volkswirtschaft, die trotz ihres oben definierten Charakters am Le— ben bleibt, die Gesamtsumme der gesunden Triebe