immer noch ein, wenn auch geringes, Übergewicht. Das liegt daran, daß das wirkliche Wirtschafts— leben jedes einzelnen Volkes sich nach inneren Ge— setzen vollzieht, die vielleicht noch nicht vollständig erforscht sind; die oben gegebene Definition ist eben nur die Auffassung, die fast allem Schrift— tum, das man jetzt über wiirtschaftliche Dinge zu lesen bekommt, zu Grunde liegt; und wir wollen ja grade beweisen, daß damit nicht eine wirkliche Volkswirtschaft, son— dern ihre Abwesenheit definiert ist, die Volks— wirtschafts lee re. Aber wenn nun, wie doch kaum bezweifelt wer— den kann, ein Volk, wenigstens wenn es staatlich geeinigt ist, ein Gemeinwesen darstellt, das nach den jetzt allgemein herrschenden biologischen Auf⸗— fassungen als Lebewesen einen Selbst— erhaltungstrieb haben muß, dann müssen wir bei der Betrachtung dieses Wirtschaftslebens den Selbsterhaltungstrieb auffinden. Und da ist es doch wohl vollkommen unsinnig, zu sagen: der wirtschaftliche Selbsterhaltungstrieb eines Volkes äußert sich darin, daß jeder einzelne An— gehörige des Volkes jeden anderen einzelnen An— gehörigen desselben Volkes in jedem einzelnen Wirtschaftsakt zu übervorteilen sucht, also ihn schädigen will, weil er sonst fürchten muß von ihm geschädigt zu werden! Und doch liegt diese Behauptung allen volkswirtschaftlichen Ausfüh— rungen zu Grunde, die man jetzt in Büchern und Zeitungen finden kann; sie ist das Grundprinzip der herrschenden Nationalökonomie! Das wurde nur dadurch möglich, daß man jetzt noch Geisteswissenschaften ohne strenge see— lenkundliche Begründung herzustellen pflegt. Die einfachste seelenkundliche Beobachtung und Be— gründung zeigt, daß die Behauptung Unsinn ist.