22 — während die mir bekannte Dame, die sie in Haus— arbeit nähte, den Stoff selbst einkaufen mußte (also auch da schon Zoll bezahlte, den ich gar nicht einmal mitrechne) und dann für Material und Arbeit 10 Pfennige erhielt. Etwas geringer ist der Händlerzoll ja meistens, aber immerhin beträgt die Gesamtsumme dessen, was wir alljährlich an Händlerzöllen bezahlen, ein sehr hohes Vielfache von allen Abgaben, die wir an Staat und Gemeinde zu entrichten haben. Aber nun soll man wiederum nicht denken, daß sich jeder einzelne Händler ungeheuerlich an diesen Händlerzöllen bereicherte! Da kann sich ja jeder in seiner Umgebung umsehn. Gewiß, mancher Händler wird in verhältnismäßig kurzer Zeit reich; weitaus die Mehrzahl aber ist froh, wenn sie anständig zu leben hat; denn es kommt ja haupt⸗ fächlich darauf an, wie viel einer um setzt; und da jeder, der Lust hat und Geld geborgt kriegt, ein Geschäft aufmachen kann, so ist die Konkurrenz zu groß. Dann ist kaum ein Geschäft noch ohne Spekulation, dadurch kann man mitunter schneller reich werden, aber noch leichter sein Geld ver— lieren. Schließlich ist aber die Börse das große Ungetüm, das überall seine Saugnäpfe hat. Die Riesenvermögen sind ihrem Ursprung nach alle aus den von ihr aufgesogenen Händlerzöllen hervorgegangen. Abschaffung aller Steuern. Diese Händlerzölle, die alle Verbraucher unge⸗ heuerlich belasten, ohne doch den Händlern in demselben Maße zu nützen, fallen bei der Umge— staltung naturgemäß der Volkswirtschaft zu, die daraus mühelos das ganze Reichs- und alle Staatsbudgets bestreiten kann, so daß alle bis— herigen Steuern ohne Weiteres ab—