3 jungen Leute mit Ermahnungen, elterlichen und anderen Mahregelungen bis zur Verstoßung; und dann glaubt man, durch diese Ermahnungen einen so festen Panzer gegen alle Versuchungen gegeben zu haben, daß man diese Versuchungen ganz un— gestört walten und wirken läßt, d. h. man gibt vor, redet sich und anderen ein, das zu glauben; in Wirklichkeit glaubt mans nicht, denn man weiß doch, wies in der eigenen Jugend gewesen ist. Aber etwas tun, um die Versuchungen zu be⸗ seitigen? Die Versucher sind doch biedere Bürger, die bloß Geld verdienen wollen. Und Geld zu verdienen, ohne es gradezu zu stehlen, ist und bleibt doch nun einmal das höchste gesunde Stre— ben jedes angesehenen Bürgersmannes. Geht ein junger Mensch dabei zu Grunde — na so ist der ganz allein schuld! Er hätte ja nicht zu saufen und zu pumpen brauchen! Gezwungen hat ihn ja nie⸗ mand. Hätte er Charakterstärke genug gehabt, so hätte er nicht mehr verbraucht als er hatte. Also nicht der Kneipwirt, nicht der Geldverleiher ist schuld, sondern nur der Charakterfehler des jungen Mannes. Ich wiederhole eine frühere Ausführung: auch mir erscheint ein solcher Kneipwirt nicht als schlechter Kerl; er muß sich sagen: mache ich das Geschäft nicht, so machts die Konkurrenz, und wenn das immer so ist, dann mache ich Pleite, und das kann ich vor meiner Familie nicht verant⸗ worten. Aber die Einrichtung, die den Kneip— wirt in diese Notwendigkeit bringt, ist moralisch verwerflich. Schluß. Wenn wir die gesunde selbstbewußte Volls— wirtschaft, die durch dies Bewußtsein eben die in⸗ neren Schäden merkt und auf ihre Beseitigung