LICHT UND LADENZEICHF Im allgemeinen war man davon abgekommen, durch ein möglichst absonderliches Geschäftsschild die Aufmerksamkeit des Käufers zu erregen. Auch auf die Ausführung der Ladenzeichen wurde nicht mehr dieser große Wert gelegt. Wurden sie früher mit besonderer Sorgfalt, ja oft sogar von führenden Künstlern wie Holbein, Correggio, Goujon, Watteau u. dgl. hergestellt, so wurde nun ihre Erzeugung dem Gewerbe überlassen. Selbst ein Künstler von mittlerer Bedeutung würde derzeit die‘ Herstellung eines Ladenschildes zurückweisen. Die künstlerische Betätigung auf dem Gebiete der Reklame ging eben von dem Ladenschilde auf das Plakat über, Eine neue Entwicklung brachte für das Geschäftsschild die Erfindung der elektrischen Glühlampe und der elektrischen Beleuchtungstechnik überhaupt. Nachdem Werner Siemens im Jahre 1870 die Dynamomaschine und Edison kurz vorher die elektrische Glühlampe erfunden hatte, wurden in den achtziger Jahren die großen Elektrizitätswerke gebaut. Hierdurch war die Möglichkeit sowohl für Transparentgeschäftsschilder als auch in weiterem Verlaufe für solche, die mit Soffittenlampen erleuchtet wurden, gegeben. Schließlich wurden die Buchstaben und Worte sowie Umrahmungen aus verschiedenfarbigen Glühlampen, in den letzten Jahren auch aus elektrischen Leuchtröhren zusammengestellt, die, um große Aufmerksamkeit zu erregen, mit Hilfe besonderer Schaltungen fortlaufend oder serienweise verlöschen und wieder aufflammen. Im allgemeinen muß man jedoch sagen, daß das Geschäftsschild in der Gegenwart nur mehr wenig Bedeutung für die Reklame hat. IV. Das Flugblatt. a) Die ursprüngliche Form. Die Entwicklung des Flugblattes war an zwei Voraussetzungen gebunden, und zwar einerseits ‚an einen diesen Zweck noch ermöglichenden, billigen Papierpreis und anderseits an mechanische Vervielfältigungsvorrichtungen, die eine entsprechende Auflage in relativ kurzer Zeit herstellten.