PLAKATE IM ALTE Dy gekrönt waren. Aufdie weißgetünchten Felder zwischen den Pfeilern wurden die Bekanntmachungen auf- gemalt. Die teilweise verbreitete Ansicht, daß auch bemalte Pergamentplakate auf Alben (Tafeln oder Säulen) aufge- klebt wurden, hat wenig Glaubwürdigkeit für sich, da eine me- chanische Vervielfältigungsmöglichkeit damals nicht bestand und das Pergamentplakat sonach gegenüber den auf die Mauer gemalten Ankündigungen zwar keinen Vorteil, wohl aber als Nachteil die unnütze Verschwendung des kostbaren Pergaments aufgewiesen hätte. Das Malen der Aufschriften wurde von den gewerbs- mäßigen Schriftmalern besorgt, unter denen Ämilius Celer Abb. 42. Album (Anschlagfläche) am Gebäude der Eumachia (Produktenbörse) in Pompeii. (Overbeck, Pompeii, 4. Aufl... Abb. 78.) einer der beliebtesten gewesen zu sein scheint. Dieser älteste bekannte Schriftenmaler hat uns seinen Namen unter der längeren Anzeige eines Gladiatorenkampfes aufbewahrt, da er selbstgefällig hinzufügte: „Scr. Ämilius Celer singulus ad lu- nam“ — ‚,das schrieb Aemilius Celer allein bei Mondschein‘ (Mau, Pompeji, 1900, S. 205). Sogar die Wohnung des pom- pejanischen Plakatmalers ist bekannt; die Adresse war: Insula IX, 8, wo sich an einem Hause neben zahlreichen Schreibversuchen oder Proben die Anschrift findet: Ämilius Celer hic habitat (Maua.a.O., S. 474).