204 TRIUMPHZÜGE Auch die Triumphzüge gehen auf römischen, Ursprung zurück. Sie bestanden darin, daß der siegreiche Feldherr in einem prächtigen Triumphwagen, ähnlich der Prozession an- Abb. 158. Triumphbogen für den römischen Kaiser Konstantin. läßlich eines Götterfestes, mit seinem Heere und den Zeichen seines Sieges in Rom einzog. Aus der uns überlieferten natur- getreuen Beschreibung des Triumphzuges des Germanicus sei folgendes angeführt: ‚„Germanicus, der Neffe und Adoptivsohn des Kaisers, der Ljeb- ling des Volkes, soll seinen Triumph als Rächer im Germanenkriege feiern. Die reiche Stadt ist aufs prächtigste hierzu geschmückt und gerüstet. Im Festschmuck prangt die Via triumphalis, die Straße, über welche der Festzug zum Jupitertempel auf dem Kapitol zu gehen hat. Vom Marsfeld her, wo er sich vor der Stadt am Morgen gesammelt und geordnet hat, ist er durch die Porta triumphalis, dann durch den Circus Flaminius, den tarpeischen Felsen zur Linken lassend, an alt- ehrwürdigen Heiligtümern vorbei, von einer dichtgedrängten Menge umjubelt, langsam herangekommen. Fanfarenbläser, die tieftönenden Tuben hoch erhoben, eröffnen den Zug. Nun kommen zuerst Bilder des besiegten Landes und seiner Örtlichkeiterm: Die Zuschauer ahnen die Unwirtlichkeit des rauhen Germanien mit seinen Urwäldern und Sümpfen; hochgetragene Tafeln und Schilder geben die Erklärung. Man sieht im Bild die un-