<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Die Abschliessung und Trockenlegung der Zuiderzee</title>
        <author>
          <persName>
            <forname>H.</forname>
            <surname>Wortman</surname>
          </persName>
        </author>
      </titleStmt>
      <publicationStmt />
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <msIdentifier>
            <idno>1767657749</idno>
          </msIdentifier>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div>Landes liegenden Flevosee, in welchen die Rheinarme, die Yssel
und die Utrechter Vecht, mündeten und woher das Wasser
durch das Vlie nach dem Meere strömte. Auf diese Weise ist
bis tief ins Land herein ein Meerbusen entstanden, gegen den
an einigen Stellen natürliche hohe Gebiete, wie die Veluwe und
das Gooi, und an anderen Stellen aufgeworfene Deiche das
dahinter gelegene Land schützten.
Zwischen dem südlichen Teil, dem Becken, dem früheren
Flevosee (ungefähr südlich der Linie Enkhuizen—Stavoren),
ınd dem nördlichen Teil, dem Wattenmeer (ungefähr nördlich
der Linie Wieringen—Harlingen), besteht ein bezeichnender
Unterschied.

Das Becken hat (siehe Abb, 2) ein sehr gleichmässiges Bodentelief,
 Von den Küsten nach der Mitte nimmt die Tiefe im allgemeinen
 allmählich zu von 0 bis 4% m unter N.A.P. 1); nur liegt
im Westen der Insel Urk eine einigermassen tiefere Rinne, die
bis 6 m unter dem genannten Wasserstand liegt, Die Gezeitenbewegung
 in diesem Gebiet ist nicht gross; der normale Tidenhub
 beträgt nicht mehr als 10 bis 40 cm, Auch die Stromgeschwindigkeiten
 sind klein, nur einige cm per Sekunde.
Grosse Strecken haben einen aus Schlamm bestehenden Boden.
Das Bodenrelief des Wattenmeers ist viel unregelmässiger.
Hochgelegene Sandplatten, wovon viele bei Ebbe trocken werden,
 werden durch mehr oder weniger tiefe Rinnen getrennt, die
im allgemeinen tiefer werden, je mehr sie sich der Nordsee
nähern. Die wichtigsten Verbindungen mit der Nordsee sind das
Texeler Gatt zwischen dem Nordpunkt Nordhollands und
der Insel Texel, 30 bis 45 m tief, und der Vliestrom zwischen
den Inseln Vlieland und Terschelling mit einer Tiefe von 20 bis
30 m. Der Tidenhub ist bedeutend und beträgt in runden
Zahlen bei Helder 120 cm, bei Den Oever am Ostpunkt
Jer Insel Wieringen 90 cm, bei Harlingen 125 cm und im Vlie-1)

 Normaler Amsterdamer Wasserstand, ungefähr der mittlere
Wasserstand des Meeres.</div>
    </body>
  </text>
</TEI>
