54. durch stark gesunkenen Kurse wieder europäisches Kapital auf den Effektenmarkt. Während englische, deutsche und holländische Kapitalisten hauptsächlich Eisenbahnaktien kauften, erwarben Frankreichs Kapitalisten Eisenbahnbonds, Dies geschah besonders nach Ausbruch des russisch-japa- nischen Krieges im Februar 1904, der vorsichtige Fran- zosen veranlaßte, einen Teil ihrer russischen Papiere abzu- stoßen und den Erlös in amerikanischen anzulegen. Schon die vom November 1900 bis zum Oktober 1903 dauernde, durch die Börsenpanik vom 9. Mai 1901 (Nor- thern Pacific corner) kurz unterbrochene Hausse der New Yorker Stock Exchange, war nur mit Hilfe europäischen Kapitals möglich gewesen. In verstärktem Maße galt dies für den mit der Wahl Roosevelts im November 1904 ein- setzenden boom, den erst die Kapitalkrisis des Jahres 1907 beendete. Hatte sich doch die Effektenschuld der Union an Europa in den vier Jahren 1903—1907 um mindestens 25 % vermehrt. Während sie nach der Finanzzeitschrift The Statist im erstgenannten Jahr 4500 Millionen Dollar betrug, war sie Anfang 1907 auf 6000—6500 Millionen Dollar gewachsen!), wovon der größte Teil Eisenbahnobli- gationen waren. Von amerikanischen Werten in Europa be- saßen damals schätzungsweise: . Großbritannien .... 4000 Millionen Dollar Deutschland . 1000 55 - Holland ... 700 „ „ Frankreich .. 300 5 Schweiz . . 100 „ 5 6100 Millionen Dollar Inzwischen war der Kapitalbedarf der Eisenbahn- und industriellen Gesellschaften der Union, der „7.4... 1004 Millionen Dollar 1691 „ betragen hatte, auf 2308 Millionen Dollar im Jahr 1906 gestiegen, eine Summe, die doppelt so groß als das. zur Verfügung stehende freie Leihkapital war. Es wurde daher nicht nur der heimische, sondern auch der europäische Geld- markt mit so großen Mengen bonds, besonders von Eisen- bahngesellschaften überschwemmt, daß er Ende 1906 die weitere Aufnahme versagte, und die Eisenbahngesellschaf- ten die für die Betriebserweiterung und die notwendige Neu- 1) Charles F, Speare, Selling American bonds in Europe. Annals of ihe_American Academy of Social and Political Science. Bd. 30, Nr. 2. 5. .