Dienstzeit und die bedeutend erhöhten Erfordernisse für die militärische, geistige und körperliche Aus- ’ildung des Bundesheeres bedingten neben der Instandsetzung der militärischen Gebäude auch deren vielfache Umgestaltung und gänzlich geänderte Aus- tattung., Die Durchführung dieser Aufgaben erschien um so Schwerer, als “gerade nach dem Umsturz die am besten erhaltenen und neueren Kasernen nichtmilitärischen Zwecken zugeführt wurden. Durch unverdrossene und Tastlose Arbeit aller Organe des Baudienstes und durch Mithilfe der die Gebäude benützenden Truppen und Anstalten ist es gelungen, die Militärgebäude in den Segenwärtigen Zustand zu setzen und die Unterkünfte zw behaglichen Wohnstätten für unsere Sol- daten umzugestalten. Der allgemein herrschende hartnäckige Wohnungs- ängel bedingte auch Vorsorgen zur Unterbringung Vohnungsbedürfliger Familien von Angehörigen des Bundesheeres und der Bundesheeresverwaltung durch Selbsthilfe im eigenen Wirkungskreis. Durch Aus- "ützung aller nur irgendwie benützbaren Räume in den Militärgebäuden ist es der Heeresverwaltung gelungen, Seit dem Jahr 1919 nahezu 2000 Wohnungen in diesen Objekten zur Verfügung zu stellen. Die Leitung des Bauwesens liegt in den Händen des Chefs des Heereshauwesens. Das Intendanzwesen. En den Übergang‘ von der allgemeinen Wehr- Wire „ul das neue Wehrsystem mußte der gesamte schaft]; aftsapparat neu organisiert und alle militärwirt- Zunä Ken Dienstvorschriften umgearbeitet werden, dien. st wurde die Leitung des Wirtschafts- der En neu geordnet. An der Spitze steht derzeit Heer eeresintendanzchef. Im Bundesministerium ; für irischen hearbeitet die 7. Abteilung die militär- Wirte lichen. Angelegenheiten, Jede Brigade hat eine in Br haftsabteilung und eine Brigadeverpflegsanstalt, heer den am Gebirge besteht für das ganze Bundes- ten der Heeresbekleidungsanstalt. Die Verpflegsanstal- Pflegsan L, 2. und 3. Brigade sind in der „Zentralver- Sing anstalt Wien“ zusammengezogen. Bei den Truppen Schaft n von der Regiments- zur Bataillonswirt- Verka Über, Das Bestreben der Heeresverwaltung, die Stellung 1 3 ung der Soldaten durch sorgfältige Her- das Dr der Speisen immer mehr zu verbessern, hatte Vagosp Febnis, daß nunmehr der Nährwert der Die B et 3000 Kalorien (4500 Nem) erreicht hat. lagen e leidung und Ausrüstung des | Heeres Minder ürsprünglich sehr im argen. Heute sind die guten Sn Kriegssorten durch schmucke, aus Setzt Den erzeugte und angepaßte Uniformen er- ie der 3 le Heereshbekleidungsanstalt in Brunn ist in Worde eziehung zu einer Musteranstalt ihrer Art ge- n. Mi Das Sanitätswesen. Ana ” Umsturz gingen die wertvollen Militärheil- Täume N für das Bundesheer verloren, die Sanitäts- Zögen de den Kasernen wurden ihrem Zweck ent- Hand q as kostbare Sanitätsmaterial verschleppt. In der er tüchtigen Militärärzte — an der Spitze der TJeeres-Sanitätschef — erholte sich auch das Sanitäts- vesen wieder. In den Kasernen wurden Abteilungen für „eichtkranke eingerichtet und mit der Zeit modern aus- yestattet. In den Brigadebereichen entstanden mit allen Wlitteln für die Spitalsbehandlung ausgestattete Brigade- ‚anitätsanstalten, in Wien wurde das Zentral-Fachambu- atoritum errichtet. Wien und Graz erhielten zahnärzt- iche Ambulatorien. Der Heeresverwaltung stehen weiter las vom Minister Vaugoin geschaffene Erholungsheim n Trofaiach und eine Anzahl Betten in den Heilstätten ?nzenbach bei Graz, in Baden bei Wien und im Wiener Rainer-Spital zur Verfügung. In den Unterkünften herrscht vieder Reinlichkeit und Ordnung. Speiseräume, Bade- ınlagen, Wasserklosetts, Desinfektionsapparate und ınderes mehr dienen der Verhinderung der Krankheits- ibertragung. Bessere Verköstigung, ärztliche Über- vachung des Sportbetriebes und ärztlicher Unterricht der Aannschaft haben dazu beigetragen, daß die Krank- ıeitskurve im Bundesheer im steten Sinken jegriffen ist. Der Rückgang des Alkoholismus hat auch Jisziplinarwidrigkeiten aus Trunkenheit auf ein Mindest- naß beschränkt. Das Pferdewesen. Die territoriale Verkleinerung Österreichs nach dem Weltkrieg beraubte die Armee ihrer wichtigsten Pferde- beschaffungsquellen. Die erste Ausrüstung des Bundes- 16eres mit Pferden erfolgte noch aus den mit der Tüheren Armee nach Österreich gelangten Beständen. Diese waren durchwegs ältere, überarbeitete und unter- ırnährte, vielfach mit im Krieg erworbenen Schäden be- ıaftete Pferde. Die damals herrschende Wirtschaftsnot ırlaubte nicht, jüngere und vollkommen taugliche Pferde für las Bundesheer anzukaufen. Erst gelegentlich der Zurgenlandbesetzung konnte der Pferdebestand des Bundesheeres ein wenig aufgebessert werden. Mit Ge- ‚undung der volkswirtschaftlichen Lage durfte langsam ın die für die Ausbildung der Truppe mittlerweile drin- zend notwendig gewordene Verbesserung und Erhöhung ler Pferdebestände geschritten werden. Die Pferdeergänzung wurde dem neuen Staatsgebiet an- sepaßt. Sie erfolgt durch den Heeres-Remontierungs- nspektor fast ausschließlich durch Ankauf bei heimischen Züchtern. Durch diesen Ankauf beim Züchter wurde die Warmblutzucht Österreichs wirksam belebt und die Zucht les Haflingerpferdes in die Wege geleitet. Die Heeresver- waltung selbst hat die Züchtung von Militärpferden im <önigshofer Fohlenhof mit Erfolg in Angriff ge- ı10mmen. Die Ausstattung des Bundesheeres mit Reit-, Zug- und Tragpferden ist im Wesen durgeführt. Reit- pferde, Gespanne und Tragtiere sind bei allen Truppen vieder in gutem Zustand, nur ihre Anzahl bleibt noch inter dem Frfordernis zurück. Der Volkswirtschaft werden durch die in Privatbenützung gelangenden Urlauberpferde jährlich wertvolle und lebhaft gesuchte ınimalische Arbeitskräfte zugeführt. Das Zeugswesen des Bundesheeres. Von den zu Kriegsende auf neuösterreichischem Boden ‚orhandenen Vorräten zur Erzeugung von Kriegsgerät vurde dem Bundesheer zur Zeit seiner Aufstellung ein {ualitativ und quantitativ unzureichender Teil zuge- 'prochen. Der Staatsvertrag bestimmt, daß für die Er-