b) Kapellmeisterschule, c) Kirchenmusik. ILL. Gesang und darstellende Kunst: a) Konzertgesang, b) Opern- zesang. IN. Klavier. IV. Orchesterinstrumente: a) Violine and Violoncell, b) Bläsermusik. Ferner ist der Fach- schule eine Stilbildungsschule für Opern- und Bühnen- kunst angegliedert. In der Fachgruppe „Musiktheorie” werden gelehri die Hauptfächer: Symphonische Musik, Kammermusik und Lied, Kirchenmusik und Oratorien; Dirigieren, Formenanalyse für Dirigenten; Liturgik,. praktisches Dirigieren (mit besonderer Berücksichtigung des \-cappella-Stiles) und Partiturspiel. In der Fachgruppe „Gesang und darstellende Kunst”: Konzertgesang, 'talienische Gesangskunst, Operngesang, Dramatischer Unterricht. In der Fachgrupe „Klavier” : Künstlerisches <lavierspiel, Theorie und Praxis der Klaviertechnik, Zntwicklung des Klavierstiles, Stilistik der wichtigsten Epochen des Klavierstiles (von Couperin bis Brahms). Jie Vor- und Nachteile der neuzeitlichen Orgel unter besonderer Berücksichtigung der modernen Literatur. ‘Bach, Reger, Schmidt). In der Gruppe „Orchester- instrumente”: Künstlerisches Violin- bzw. Violoncell- spiel, Streichkammermusik, Bläserkammermusik. Die Erreichung des Lehrzieles wird unterstützt durch die in den einzelnen Fachgruppen obligat vor- geschriebenen Hilfsfächer, von deren Aufzählung wir absehen und nur erwähnen wollen, daß ein Teil derselben bis auf weiteres an der Akademie für Musik und darstellende Kunst zu hören ist. Das letzte, für die Entfaltung des im Statut vorge- sehenen Studienplans bedeutsamste Ereignis ist die vor kurzem erfolgte Errichtung einer Schule für Schauspiel- kunst und Regie unter Leitung Professor Max Rein- hardts. Die Kurse werden teilweise im Gebäude der Hochschule abgehalten, als Uebungs- und Auf- führungsbühne hat das Bundesministerium für Unter- richt über Anregung Professor Reinhardts das Schönbrunner Schloßtheater zur Verfügung gestellt. Die Hochschule bietet ihren Hörern in eigenen Veranstaltungen Gelegenheit, ihre Leistungen im öffentlichen Auftreten zu erproben. Ueberdies sind aber die Hörer zur Teilnahme am den öffentlichen Aufführungen der Musikakademie verpflichtet. In der Reihe der eigenen Veranstaltungen erscheinen Vor- tragsabende, Stilabende (30. Juni 1027 Bruckner- Schmidt), Konzerte mit Orchester (5. Mänz 1928 Kompositionen der Hörer der Kompositionsschulen anter Leitung von Hörern der Kapellmeisterschule) Schauspielabende (28. und 20. Mai, 30. Juni 1025 Schauspielbruchstücke, aufgeführt vom Hochschul- seminar Professor Max Reinhardts). Die 100. Wieder- kehr des Todestages Beethovens feierte die Hoch- schule am 7. April 1027 durch ein Konzert im Akademietheater, bei welchem ausschließlich die Pro- fessoren und Dozenten der Hochschule mitwirkten. Dem Gedächtnis weiland Professor Karl Prohaskas war eine Erinnerungsfeier gewidmet (26. März 1028), bei welcher nach Worten des Gedenkens von Prorektor Tofrat Dr. Marx sich Professoren und Hörer der Hoch- ;chule in die Ausführung von Werken des dahinge- gangenen Komponisten teilten. Von dem mit der Akade- mie gemeinsam durchgeführten Veranstaltungen sei ins- besondere der 3. Schlußaufführung des Schuljahres 927/28 gedacht, bei welchem die Hörer der Kapellmeister- ‘chule das mitwirkende Akademieorchester leiteten. Für den Rückblick geben die wenigen Jahre des 3Zestehens der Hochschule nicht allzuviel Raum. Im so größer ist die Versuchung nach vorne zu :chauen. Unsere Hochschule hat eine Organisation, lie von der ähnlicher Musiklehranstalten vielfach ıbweicht. Bis jetzt hat sich kein Nachteil daraus er- zeben und daher keine Nötigung zu einer Aenderung. Sleichwohl wäre es kurzsichtig, zu meinen, der zegenwärtige Zustand müsse für alle Zeiten und in eder Hinsicht unverändert bleiben. Das hieße, jede intwicklungsmöglichkeit leugnen. Wie immer aber auch liese beschaffen sein mögen, den festen Grundbaß ıller Entfaltung wird immer das im Statut verankerte „ehrziel bilden, „den Hörern die höchste künstle- ische Ausbildung auf dem Gebiete der Musik und larstellenden Kunst zu erteilen”. Nur muß man liese Worte richtig deuten und ihnen einen greif- »aren Inhalt geben. Die Erreichung dieses Lehr- zeles ist in gleicher Weise abhängig von den ‚‚ehrern wie von den Hörern. Nur dadurch unter ‚<heidet sich, muß sich unterscheiden eine Musik- ı1ochschule von Hochschulen wissenschaftlichen Cha- ‚akters, wenn sie nicht ihren Sinn verlieren soll. Die Jniversität kann man verlassen auch mit einem jescheidenen, ja bloß genügendem Studienerfolg. Der dealbegriff, ja der einzig mögliche einer Musikhoch- ‚<hule wird dagegen immer die Forderung in sich ‚schließen, daß ihre Absolventen über ein Höchst- naß von Begabung verfügen und sich ein bis x einem gewissen Grade überragendes Können, er- vorben haben. Eine besondere Begabung muß daher ıuch schon bei der Aufnahme gefordert werden, Jesgleichen aber auch ein Können, das sich bei An- vendung strengsten Kalkules weit über ein Mittelmaß ırhebt. Diesem Ziele möglichst nahe zu kommen, da 2 denn aus aus wirtschaftlichen und anderen Gründen ıicht immer ganz zu erreichen ist, müßte immer mehr zum obersten Grundsatz der Hochschule werden. Abenso müßte es bei der Berufung neuer Lehrkräfte ;tets heißen: das Beste ist gerade gut genug. Das Professorenkollegium der Hochschule ist sich dieser 3Zedingung ihres Gedeihens voll bewußt. Daß es sich aierin auf einer Linie mit den höchst dankenswerten Bestrebungen der Unterrichtsverwaltung begegnet, ist ine glückliche Fügung, welche die Gewähr bietet, laß auch auf diesem Gebiete Wien tatsächlich ein Mittelpunkt musikalischer Kultur bleiben wird, wenn nan dieser viel mißbrauchten Phrase einmal einen wahren, kernhaften Inhalt geben will.