jahr sind in Berlin 99.500 Ausländer abgestiegen, gegen 143.532 in Wien. Der Anteil der Ausländer an der. Gesamtfremdenzahl betrug in Berlin 12%, in Wien 62%. In den ersten acht Monaten 1927 sind [6.315 Amerikaner hier angekommen, fast dreimal so viel als im gleichen Zeitraum vor dem Kriege. 1913 sind in Wien 8212 amerikanische Besucher abgestiegen, [920 dagegen wurden 17.104 gezählt, demnach mehı als doppelt so viel. Die Statistik des Handelsdeparte- ments der Vereinigten Staaten schätzt 1027 die Aus- gaben von Amerikanern in Europa und der Levante auf 304 Millionen Dollar, wovon auf Österreich 77 Millionen Dollar entfallen sollen. c) Zwischenhandelund Vermittlergewinne. Da über die Einnahmen der Geldinstitute aus der Vermittlung von Geschäften für ausländische Rech- nung nichts in Erfahrung gebracht werden konnte, stellen die Ziffern über die Gewinne aus dem Waren- transithandel nur ein Teilergebnis dar. Sie sind unteı Zuhilfenahme mehrfacher Schätzungen auf folgende Weise zustandegekommen: Ausgehend von den offi- ziellen Ziffern der Durchfuhrstatistik der Jahre 192° ınd 1024, wobei auch die in diesen Ziffern nicht ent- haltenen Formen des Durchfuhrverkehres (offene Zoll- lager und sonstige Vormerkverkehre) annähernd berück- sichtigt sind, wurden zunächst branchenweise die Durchfuhrmengen und deren Werte und aus den letzteren ‚unter Zugrundelegung ebenfalls branchen- weise angenommener Gewinnprozente die Nettoein- nahmen aus dem Zwischenverkehr ermittelt, Diese Er- mittlung ergab für 1923 rund 87 Millionen Goldkronen, für 1924 rund 134 Millionen Goldkronen. Hiezu kommen aber noch die Gewinne des inländischen Handels aus Ge- schäften mit Waren, die das Inland nicht berühren; sie wurden für 1023 auf I5 Millionen Goldkronen, für 1924 auf 20 Millionen Goldkronen geschätzt. Beide Komponenten ergeben zusammen die in der Zusammenstellung für 1923 und 1024 ausgewiesenen Gesamtziffern. Ein weiterer Ermittlungsversuch liegt nur für das Jahr 1926 vor, für das bereits vollständigere Ergeb- nisse der Außenhandelsstatistik zur Verfügung standen. Diese Ermittlung geht von folgenden Ziffern der Handelsstatistik aus: von der Ausfuhrwertziffer der Nachweisung über die Ein- und Ausfuhr zum un- gewissen Verkauf, von der Wiederausfuhrwertziffer der Nachweisung über die Ein- und Ausfuhr auf Vormerkrechnung (offene und geschlossene Lager), endlich von dem „Anteil der gebrochenen Durch- fuhr an der Gesamtdurchfuhr”. Da auch hier die Gewinnprozente roh geschätzt werden mußten und genaue Anhaltspunkte über den Umfang des Handels mit Waren, die Österreich gar nicht transitieren, nicht vorliegen, ist das Schlußergebnis (100 Millionen Schilling) im wesentlichen nur eine gegriffene Schätzung. Daß aber die Einnahmen im Jahre 1920 gegenüber jenen der Jahre 1923 und 1924 derart abgenommen ı1aben sollen, wie sich aus den besprochenen Schätzungs- iffern ergeben würde, ist unglaubwürdig, da die Ver- schlechterung der Situation des Handels, die gewiß gegeben sein mag, kaum einen derartigen Umfang ıngenommen hat. Das Schwanken der ermittelten Ziffern beweist vielmehr ihre schwache Fundierung Wir nehmen den Jahresdurchschnitt für die ganze Beobachtungsperiode mit I50 Millionen Schilling an 4. Sonstige Wertübertragungen. Teilpost: Zahlungen des Bundes und Privater aut Grund der Artikel 248 und 249 des Staatsvertrages von Saint Germain: Die auffällige Erscheinung, daß diese Post im Jahre 1927 mit einem beträchtlichen Aktivsaldo schließt, ist in der Hauptsache darauf zurückzuführen. laß wir auf Grund eines im Jahre 1920 mit Groß- oaritannien abgeschlossenen Übereinkommens bis zur endgültigen Feststellung des zwischenstaatlichen Clear- ingsaldos aus den Vorkriegsschulden Anzahlungen im Ausmaße von zirka 055.000 Pfund Sterling leisten mußten, die samt Zinsen auf Grund eines im Jahre 1924 getroffenen Übereinkommens in den Jahren 1027 und 1928 rückgezahlt wurden. IM. Ergebnis. Was, sagen uns die ziffermäßigen Ergebnisse unserer Untersuchung über die Saldierung der Zah- 'ungsbilanz? Welche Eingänge unserer Volkswirt- schaft stehen dem Passivum der Handelsbilanz in der durchschnittlichen Höhe von 1000 Millionen Schilling gegenüber, und wie verhalten sich diese Zingänge zahlenmäßig zueinander? Da die Struktur unserer‘ Wirtschaftsbeziehungen zum Ausland, wie 3ich aus den in der Zusammenstellung berück- zichtigten Größen ergibt, sich im Verlauf der Be- obachtungsperiode im allgemeinen nur wenig ge- ändert hat, genügt es für unseren Zweck, eine Rechnung für ein Jahr aufzustellen und dieser die Jurchschnitte der fünfjährigen Beobachtungsperiode zugrunde zu legen. Hiebei werden, um ein aktuel- eres Bild zu geben, die Daten der letzten Jahre stärker berücksichtigt. Wir stellen nun die ziffer- näßig erhobenen Passiv- und Aktivposten, und zwar der Übersichtlichkeit wegen wieder nur die wesentlichsten einander gegenüber: Passiva: ‘ Millionen Schilling Durchschnittliches Handelspassivum . . .'‘. 1000 Kreditzinsen pro Jahr a) staatlicher Schuldendienst ......... IIO b) Zinsen und Schuldendienst der übrigen langfristigen Kredite) . . . v4 50 ] Summe 1160 “) Das Jahreserfordernis für Zinsen und Tilgung wurde im Durchschnitt mit 10°, des Nominales der Anleihen ange nNnOoOmMMEN. m