als Vertreter der Gesamtheit im Interesse des Gemein- wohls auf die Forstwirtschaft Einfluß nehmen muß. Diese Änflußnahme kann gerechterweise auch nur durch den Gesamtstaat erfolgen. Der Grad dieses Einflusses, die Art und Weise muß ein Ergebnis der jeweiligen Ein- stellung der Waldbesitzenden zum Gemeinwohl bleiben. Rücblick und Ausblick. Die Forstwirtschaft Oesterreichs stand vor dem Kriege auf einer allgemein anerkannt hohen Stufe. Nach dem Zusammenbruch haben sich die Voraussetzungen für sine intensive Waldbewirtschaftung wesentlich zum Nach- teile geändert. Während der Kriegszeit wurde infolge der Kohlennot wohl viel Nutzholz verfeuert.“ Dessenun- geachtet sind infolge der unmöglich gemachten Holz- ausfuhr vom Einschlage an Nutzholz Ersparnisse erzielt worden, um so mehr, als der Mangel an Arbeits- und Zugkräften die Durchführung der normalen Holznutzungen nicht zuließ. Durch die letzteren Umstände war man auch schon in der Kriegszeit gezwungen, die Schlägerungen an Waldorte zu verlegen, die in der Nähe von Eisen- bahnen oder Straßen gelegen waren. Mit dem Kriegsende begann sich der Holzhandel wieder zu beleben. Um die Inflationsgewinne nicht voll- ständig dem Auslande zu überlassen, wurden für die Holzausfuhren Mindestpreise — zum Unterschiede von den sehr mißliebig gewordenen Höchstpreisen — erstellt. Jie Gewinne aus den Valutadifferenzen wurden zwischen 3und und den Fxporteuren aufgeteilt. Der Waldbesitz latte an diesen Gewinnen im allgemeinen einen geringen Anteil. Das Holz wurde vielfach im Walde vom Holz- Käufer gekauft und beangabt. Die Bezahlung erfolgte in der Regel erst nach der Abfuhr aus dem Walde. In- folge des großen Zeitunterschiedes zwischen Ankauf und Bezahlung geschah es in der Inflationszeit nur allzu öft, daß der Waldbesitzer mit dem Erlöse für etwa hundertjähriges Holz kaum die Kosten für die Wieder- verjüngung der Schlagblößen decken konnte. Die In- Hationszeit hat es aber mit sich gebracht, daß dem Molzhandel durch Jahre bedeutende Gewinne zufielen. nfolgedessen stieg auch die Zahl der Holzhandelsunter- ıehmungen geradezu ins Ungemessene und die Errichtung ‚on neuen Sägewerken wurde auf falschen Rechnungs- ınd Kalkulationsunterlagen basiert. Mit der Stabilisierung ler Währung haben sich die Verhältnisse grundlegend zeändert und diese Inflationserscheinungen sind wieder ‚usammengebrochen. Jedenfalls hat der Waldbesitz aus ler Inflation keine Gewinne, sondern lediglich Nachteile zezogen. Durch den bedeutenden Eingang aus Holzausfuhr- ıbgaben hat sich beim Bunde und den Ländern dennoch lie Anschauung entwickelt, daß die Forstwirtschaft sehr ırträgnisreich sein müsse und Belastungen aller Art eicht tragen könne. Infolgedessen kam es, daß der Valdbesitz, der ohnehin die verschiedenen sozialen ‚asten zu tragen hat, auch bei anderen Steuern, so zum Bei- piel bei der Grundsteuer, besonders stark betroffen wurde ınd daß eine Holzausfuhrabgabe heute noch besteht. Faßt man alle diese Momente zusammen, so ist es >hneweiters begreiflich, daß die Forstwirtschaft heute ıoch darniederliegt. Einen Ertrag bieten nur jene "orste, die günstig gelegen sind und keine großen "ransportkosten für das Holz notwendig machen. Eine ıennenswerte Verzinsung des Waldkapitals bieten aber ıuch diese Forste nicht. Wenn die Forstwirtschaft sich ıoch aufrecht erhält, ist dies in dem Umstand begrün- let, daß letzten Endes überschlägert wird, also in Forst- virtschaftsbetrieben, wo Altholzüberschüsse vorhanden änd, die Kapitalsreserve, und wo keine vorhanden sind, las schwer ersetzbare Betriebskapital aufgezehrt werden. Namentlich auf dem Gebiete des Bringungswesens sind jedeutende Fortschritte zu verzeichnen. So sind in der Vorkriegszeit gegenüber dem Jahre 1926 gezählt worden 10 Waldbahnen mit 00km Länge gegenüber 25 mit 255 km — 4 Drahtseilbahnen mit 12 km gegenüber 21 mit S7 km — 4 Drahtseilriesen mit O0 km gegenüber O0 mit 35 km Länge. Im folgenden sei noch eine Übersicht über die Holz- Aus- und Einfuhr in den Jahren 1920 bis 1927 gebracht. (Über das Jahr 1010 ist keine Handelsstatistik erschienen.) Einfuhr in q Im Jahre 1920 1921 1922 1923 1924 1925 1926 1927 1, Nutzholz roh... .. 151,865 216.745 265 639 305.311 347.349 324.814 423.978 375.832 2. » bearbeitet . . 90.440 312.436 . 338.627 246.156 367.549 436.359 512.901 424.187 3. Brennholz . . ..—. 1,289.844 591,059 479409 994.643 972,700 597.216 493.342 191.901 Zusammen . . . 1.532.149 1.120.240 1.083.675 1,546.110 1.687.598 1.358.389 1.430.221 991.920 Ausfuhr in qg-° Im Jahre 1920 1921 1922 1923 1924 1925 1926 1927 t. Nutzholz roh... .. 308.827 285.901 567.043 575.566 1,752,271 4,177.118 4,033,881 7.228.176 3 » bearbeitet . . 3,322.712 3,717.787 7,062.941 7,448.979° 10,448.043 12,140.628 10,993.047 12,537.250 3. Brennholz HE % 2 ww 19.234 37.742 114.141 270189 757,878 1,329.284 988.727 1,037.978 Zusammen . . . 3,650.773 4,041.430 7,744.125 8,294.734 12,958.192 17,647.030 16,015.655 20.803.404 Überschuß der Ausfuhr gegenüber der Einfuhr in q Im Jahre 1920 1921 1922 1923 - 1924 1925 1926 1927 L. Nutzholz roh... .. 156.962 69.156 301.404 270.255 1,404.922 3,852.304 3,609.903 6,852.344 2. = =. bearbeitet ... 3,232.272 3,405.351 6,724.314 7,202.823 10,080.494 11,704,269 10,480.146 12,113.063 8. Brennholz . . 2... .— 1,270.610 — 553.317 — 365268 — 724.454 — 214.822 + 732.068 + 1495385 + 846.077 Zusammen . . . 2,118.624 2,921.190 6,660,450 6.748.624 11,270.594 216,288.641° 14,585.434 19,811.484 . Aus dieser Aufstellung scheint der steigende Ausfuhr- gestellt, dann muß man recht bedenklich werden. Die überschuß im Interesse der Gesamtwirtschaft außerordent- weitverbreitete Meinung, daß die Holzproduktion die lich erfreulich. Werden diese Ziffern aber dem jährli- ‚jeweils durch Schlägerung gewonnene Holzmasse sei, ist Chen Gesamtzuwachse und dem Eigenbedarfe gegenüber- nämlich irrig. Die Holzproduktion in diesem Sinne ist