den Schiffsmanövern sehr hinderlich waren, wurden im Jahre 1926 durch Sprengungen beseitigt. Auch an den in der Nachkriegszeit entstandenen \nlagen zur Verbindung der beiden Stromufer durch Verkehrswege hat sich die Strombauverwaltung nach Viaßgabe ihres vom strombaulichen Standpunkte diktierten Interesses beteiligt, so an den Rollfähren in Spitz, Weißenkirchen, Dürnstein und Deutsch- Altenburg, in welchen Fällen auch die Bauführung betreffs der Landungsobjekte von ihr übernommen wurde. Im Wiener Donaukanal wurde die schon vor dem Kriege begonnene Auswechslung der die Pflaster- böschung sichernden Pilotenwände durch Fußmauern aus Beton fortgesetzt. Das Kapitel über die strombauliche Tätigkeit soll ıicht ohne Ausblick auf die beabsichtigten Regu- ‘ierungsarbeiten größeren Umfanges ge- schlossen werden. Es ist geplant, die Kachletstrecke bei Aschach einer umfassenden Regulierung zu unter- ziehen, weiters soll bei der sogenannten Uferlacke unterhalb Zwentendorf, wo ungünstige Richtungs- verhältnisse zusammen mit einer wenn auch nur ört- ich begrenzten Stromenge der : Schiffahrt ernste Schwierigkeiten bereiten, eine Regulierung vorgenommen werden. Endlich liegt auch bereits ein Projekt vor, das auf eine Milderung der schwierigen Schiffahrts- verhältnisse beim Greiner Schwall abzielt. Falls jedoch eines der Projekte, welche sich mit der Ausnutzung des Gefälles in der Strudenstrecke für die Gewinnung elektrischer Energie befassen, verwirklicht werden sollte, würden damit auch die Schwierigkeiten in der genannten Strecke beseitigt werden. Das Inventar der Strombauverwaltung, namentlich ‚enes der ehemaligen Donau-Regulierungs-Kommission, das von der letzten, mit Donauregulierungsarbeiten Deschäftigt gewesenen Unternehmung im Jahre 1916 übernommen worden ist, entsprach schon lange nicht mehr den Anforderungen. Gewisse Baumaßnahmen, wie jene bei Lang-Enzersdorf, erforderten die Ver- wendung einer Baggergarnitur von großer Leistungs- ‘ähigkeit. Daß es trotz der finanziellen Notlage des jungen österreichischen Staates möglich war, diese anzuschaffen, zeigt, welche Wichtigkeit die maßgebenden Stellen der Verbesserung der Schiffahrt beimessen. Im Jahre 1925 wurde der Bau eines selbstfahrenden Eimerschwimmbaggers vergeben, der im Herbst 1926 ‚ertiggestellt war. Dieses Gerät ist mit den modernsten Konstruktionen und Einrichtungen ausgestattet worden und fördert praktisch 200 Kubikmeter in der Stunde; es ist mit einer Siebvorrichtung versehen, mit der sine Sortierung des Materials nach dem Verwendungs- zwecke vorgenommen werden kann. Ein quer über das Fahrzeug unterhalb der Siebe geführtes Förder- pand ermöglicht die gesonderte Verladung des ge- rennten Materiales!). Außer den Unterkunftsräumen 1) Die Baggertiefe beträgt normal bis 6:5 Meter, kann aber durch Verlängerung der Eimerleiter bis auf 9 Meter vergrößert werden. ‘ür das Personal sind am Bagger noch eine Repara- urwerkstätte, eine Kanzlei und ein Bad unter- zebracht. Zum Abtransport des Baggergutes dienen sechs ziserne Schuten von je 150 Kubikmeter Fassungs- :aum, ferner zwei eiserne Versenker von je IO00 Cubikmeter Aufnahmsvermögen. Die Versenker bieten lie Möglichkeit, für Bauzwecke unverwertbares Bagger- naterial im Bedarfsfalle an geeigneten Stellen im ;trome abzuschütten. Die Beförderung des mit den 5chuten zugebrachten Materiales an Land besorgt ein m Jahre 1927 erbauter Schutenentleerer. Dieses Fahr- zeug ist ein Zweischiff-Längselevator. Er ist hinsicht- ich Bewegungsfähigkeit, Kraftquelle, System der Arbeitsmaschinen und Unterkunft des Personals ;owie der sonstigen Räume nach den gleichen Grund- ;ätzen wie der Bagger ausgestattet. Zwischen den »eiden Schiffskörpern befindet sich die im oberen Teile fixe, im unteren - Teile heb- und senkbare ‚imerleiter. Für den Materialtransport vom Schütt- :asten des Becherwerkes zur Deponierstelle ist ein Zummiförderband, dessen Tragkonstruktion nach yeiden Seiten um je 90° ausgeschwenkt werden kann, vorgesehen. In der Arbeitsstellung ragt das Förder- »yand 30 Meter seitlich über den Schiffskörper hinaus ınd können mit dieser Vorrichtung stündlich 250 Ku- »ikmeter an Land gefördert werden. Zur Erreichung ler vollen Leistungsfähigkeit der Baggergarnitur be- darf es noch eines entsprechend starken Schleppschiffes, dessen Bestellung im Jahre 1928 erfolgt ist. Außer der Anschaffung dieser modernen Geräte arfolgte im verflossenen Jahrzehnte auch der Ankauf der ausschließlich für Donaubauten betriebenen Stein- >rüche in Greifenstein und Deutsch-Alten- yurg. Ferner erhielten die Steinbruchanlagen in \schach, Ebersdorf, Greifenstein und Deutsch-Alten- urg ‚transportable, bzw. stabile Preßluftanlagen; ıußerdem wurde in Ebersdorf ein neues gemauertes 3Zetriebsgebäude errichtet; für Deutsch-Altenburg ist 3än solches für das Jahr 1028 in Angriff genommen vorden. Weiters erfuhren die Werftanlagen für den 3au von hölzernen Fahrzeugen in Aschach und Jeutsch-Altenburg eine entsprechende Ausgestaltung: Die der Strombauverwaltung im Berichtszeitraum zur Verfügung gestellten Jahresgeldmittel haben nach lem Tiefstande des Jahres 1922 allmählich wieder :ine Erhöhung erfahren, erreichen jedoch — der Kauf- craft nach — noch immer nicht die in der Vorkrieg$s- ‚eit verausgabten Beträge. Dabei ist zu bedenken; laß aus den Kriegsjahren und aus der Nachkriegs- ‚eit Rückstände an Erhaltungsarbeiten verblieben sind ınd auch die Regulierungsarbeiten angesichts der mmer dringender werdenden Ansprüche der Schiffahrt n ein rascheres Tempo gebracht werden müssen. Mit len vorerwähnten Investitionen ist zwar ein gewaltiger Schritt nach vorwärts getan worden, aber es bedarf och weiterer Anstrengungen, um den Umfang der