gewerbliche Bundeslehran- stalt mit Abteilungen für alle Hauptfachrichtungen ausge- stattet. ; Um der steigenden Be- deutung der Betriebswirt- schaft Rechnung zu tragen, wurde am Tecunologi- schen Gewerbemuseum in Wien neben den Ab- teilungen für Maschinentech- nik und für Elektrotechnik eine besondere Höhere Ab- teilung für Betriebstech- nik ins Leben gerufen, eine noch einzigartige Erscheinung im Bereiche des gewerblichen Schulwesens überhaupt. Für den Bau von Präzisionsinstru- menten wurde in Mödling die Fachschule für . Fein- medanik errichtet. Die ein- zige dem neuen Staate ver- bliebene Textilschule, eine niedere Fachschule für We- berei in Wien, wurde zu einer vollständigenHöheren Lehranstalt für Textil- industrie für alle Zweige des Textilwesens unter Be- -ücksichtigung auch des chemischen und kaufmännischen Einschlages ausgebaut und mit den modernsten Ma- schinen eingerichtet, um der österreichischen Textilindu- ;trie in ihrer Vereinzelung nach dem Verluste der zudetenländischen Provinz auch durch Ausbildung tüch- iger Kräfte beizustehen. Der einzigen Bundeslehr- ınd Versuchsanstalt für chemische Industrien in Wien XVII. wurde reichliche F ürsorge in der Ausge- ;taltung der Laboratorien und Versuchsanstalten zuteil. Die den gewerblichen Bundeslehranstalten angegliederten Versuchsanstalten wurden tunlich gefördert, damit sie durch die zu Gunsten der heimischen Gewerbe und ndustrien vorgenommenen Untersuchungen über Roh- stoffe, Fahrikation und Arbeitsmethoden auch den theo- vetischen und praktischen Unterricht befruchten. Für das Baufach entstanden Höhere Abteilungen in 5razundin Villach. Die Schulbauhöfe einzelner Schulen wurden derart ausgestaltet, daß dort wirkliche praktische 3erufsarbeit ins Werk umgesetzt werden konnte. Die Gattung der bautechnischen Schulen wurde durch Schaffung eigener Tiefbauschulen in Mödling und in Wien. vermehrt, wozu der Umbau der Verkehrswege für den wachsenden Automobilverkehr, die Anlage neuer Gebirgs- ;traßen, die steigende Bedeutung des städtischen Tief- baues, die Errichtung von Wasserkraftanlagen und die Verdichtung des FEisenbahnnetzes Veranlassung gaben. Ferner erhielt zur Erhöhung der österreichischen Quali- rätsarbeit die altberühmte Wiener Kunstgewerbe- schule des österreichischen Museums für Kunst und 'ndustrie in Wien, die nun ‘bald in das 60. Jahr ihres Bestehens tritt, in Erfüllung ihrer Hauptaufgabe, schöpfe- ische Arbeitskräfte für die wechselnden Bedürfnisse des Xunstgewerbes zu erziehen und die Schätzung hoch- Bundeslehranstalt für chemische Industrie, Wien XVIL Lehrwerkstätte für Gerherei das gesamte‘ Bundesgebiet gedacht. Deshalb wurde ihr auch ein Internat mit 480 Plätzen angegliedert. ; Neue Abteilungen für Maschinenbau entstanden im 2l. Bezirke Wiens für den Maschinenfabriksbezirk nördlich der Donau und in Gösting bei Graz für die steirische Maschinenindustrie. Das Land vor dem Arlberg erhielt in Bregenz für seine aufstrebende Industrie sine mechanisch-technische Fachschule, Tirol in Inns- bruc eine Fachschule für Schlosserei. Zur Heranbildung von Hilfskräften für die sich in allen Bundesländern ent- wickelnde elektrotechnische Industrie, für die neu ent- stehenden Kohlen- und Wasserkraftwerke und für die allmählich heranreifende Elektrifizierung des Verkehres nußte die Zahl der elektrotechnischen .Abtei- lungen vermehrt werden. So wurden den gewerblichen Lehranstalten im I. und 10. Wiener Gemeinde- bezirke, in Salzburg und in Innsbruck Höhere Abteilungen für Elektrotechnik angegliedert; in Steyr and in Bregenz wurden Fachschulen für Flektro- ‘echnik errichtet, eine Höhere Abteilung für Flektro- :;echnik von der Grazer Schule wurde abgegliedert und zu einer selbständigen Schule für Maschinenbau und Elektrotechnik in Gösting erhoben, die einen bedeuten- den Aufschwung genommen hat. Wo nicht eigene Ab- teilungen selbständig gemacht werden konnten, wurden die bestehenden Höheren mechanisch-technischen Abtei- lungen im Hl. Jahrgange für Maschinenbau und Flektro- technik gegabelt, wie in Linz und in Klagenfurt. Der ungeheure Aufschwung des Telephon- und Telegraphen- wesens, der Ausbau der Kabelnetze und die Zukunfts- bedeutung der drahtlosen Schall- und Bildübertragung ließen den Gedanken einer Schule für Shwachstrom- technik an der Technisch-gewerblichen Bundeslehranstalt in Wien I. Wirklichkeit werden. Damit ist nun diese