der Erzeugung industrieller und gewerblicher Produkte auf folgende Weise: I. Anschluß an die deutschen Industrienormen (DIN) durch grundsätzliche Anerkennung derselben als Richt- linien für die Österreichische Normung, jedoch unter Vorbehalt notwendig erscheinender Abänderungen. 2. Aufstellung von rein österreichischen Landes- und Fachnormen unter Berücksichtigung und Nachprüfung bereits vorhandener derartiger Normen sowie Entgegen- nahme weiterer Normungsvorschläge. 3. Zusammenarbeit mit den Normenausschüssen des übrigen Auslandes zur Aufstellung von internationalen Normen. 4. Einführung der genehmigten Normblätter in die Praxis durch entsprechende Fühlungnahme mit den in Betracht kommenden Industrien, Anerkennung der Normen als Grundlage für Lieferungsverträge von seiten des Staates usw. Das Präsidium besteht aus dem Präsidenten ‚und drei Vizepräsidenten. Der Präsident wird von der Vollver- sammlung auf ein Jahr gewählt. Seit Gründung des ÖNIG nimmt diese Stelle Präsident Ing. Dr. Wilhelm Zxner ein. Organisation: Der ÖNIG umfaßt . gegenwärtig xeun Abteilungen: Allgemeine Normen, Bauwesen, Chemische Industrie, Elektrotechnik, Feuerschutz, Haus. haltwesen, Krankenhauswesen, Maschinenbau und Ver- kehrswesen. Jede Abteilung gliedert sich in neun Arbeitsausschüsse, jeder Arbeitsausschuß kann zehn Unterausschüsse umfassen. Die Unteraus- schüsse gliedern sichnach Bedarf in Arbeitsgruppen. Durch diese Einteilung ist zugleich die systematische Bezeichnung der Normblätter gegeben, indem jede Ab- ;jeillung einen Kennbuchstaben erhält, während die Arbeits- und Unterausschüsse durch die erste und zweite Stelle einer vierstelligen Zahl gegeben sind. Die peiden letzten Stellen geben die fortlaufende Blatt- nummer an, so daß! jedem Unterausschuß 100 Blätter zur Verfügung stehen. Gegenwärtig bestehen 106 derartige Ausschüsse, die Aufstellung einer weiteren Reihe“ von Ausschüssen ist für das zweite Halbjahr 1928 in Aussicht genommen. Diese Ausschüsse werden von rund 600 Mitarbeitern beschickt, die ihre Tätigkeit ehrenamtlich ausüben. Der Umfang der Arbeiten erhellt daraus, daß seit Beginn der Tätigkeit rund 1600 Sitzungen, also jährlich rund 200 Sitzungen, von den verschiedenen Ausschüssen ab- gehalten wurden. Stand der Arbeiten: Ueber die bisherigen Arbeiten des ÖNIG und den gegenwärtigen Entwicklungsstand sei surz angeführt: Auf dem Gebiete der allgemeinen Normung liegen seit längerer Zeit die Normen für die Papierformate sowie für die Kuverts und den Briefvordruck vor. In Bearbeitung sind Normen für Büromöbel. Das Gebiet der Baunormung ist bereits weitgehend bearbeitet. Fertig sind eine Anzahl von Vorschriftennormen, wie für die Berechnung hoherSchornsteine,Eisenbetonbestimmungen, Belastungen im Hochbau, Mauerwerkshbean- spruchungen usw. Dazu kommt eine größere Zahl von Baustoffnormen, wie für natürliche Ge- steine, Sand und Schotter, die verschiedenen Ziegelarten, Schlackensteine, Korksteine, Linoleum, Fliesen, Klinkerplatten, Glas, Kalk, Zement, Gips, Dachpappe, Holzpflasterstöcdel ınd andere. An Gestaltungsnormen liegen die Normen für Fenster, Türen und Treppen vor. Normen für Baubeschläge befinden sich in Vor- bereitung. In diese Gruppe gehören ferner die Kanali- zationsgegenstände, von denen ebenfalls eine größere Zahl, und zwar insbesondere die Steinzeug- rohre und Formstücke fertiggestellt sind. Fine eigene Sruppe bilden die Brükenbaunormen, die vor der Fertigstellung sind, ferner die Normen für allgemeine und besondere Baubedingnisse, die in 23 Sonder- ausschüssen bearbeitet werden. Im Maschinenbau liegen ebenfalls die wichtigsten Normen fertig vor. Es sind dies die Normen für Pas- zungen, Zeichnungen, Gewinde, Schlüssel weiten und Werkzeuge. Auch die Werkstoff- normung des Maschinenbaues ist nahezu vollendet, ınd zwar sind dies die Normen für die‘ verschiedenen Stähle und die Nichteisenmetalle — Kupfer, Messing, Bronze und Rotguß, Aluminium, Weichlote, Hartlote, Silberlote. — die Normung der Walzeisenprofile ist ebenfalls bereits durch- zeführt. In Bearbeitung befinden sich Normen für Bleche und die verschiedenen gezogenen Werk- stoffe. Die Transmissionsnormen liegen eben- “alls fertig vor. Eine Hauptgruppe der Maschinennormung, lie sich allerdings noch in Bearbeitung befindet, sind lie Normen für Schrauben und Nieten. Auf dem Gebiete der chemischen Industrie liegen bereits Normen für Terpentinöl und Kienöl sowie Tür- kischrotöl vor. Weitere Normen für technische Dele und Fette, Harze, Leim, Spiritus, Kolo- phonium, Asphalt und Teer befinden sich in Be- arbeitung. Die Elektrotechnik hat ebenfalls die wichtigsten Normen unter Führung des Flektrotechnischen Vereines in Wien für elektrische Maschinen, elektrischeBeleuchtung und Kraftübertragung ;owiedasR und funk wesenfertiggestellt. Hervorzuheben änd die Normen für Spannungen, Gleichstrom- and Drehstromgeneratoren und -motoren, Transformatoren, Isolatoren, Isolatorstützen ;owie verschiedene Bestandteile von Flektromotoren und Apparaten. Für das Verkehrswesen liegen Normen für den Kraftfahrzeugbau vor, und zwar für die Be- reifungen. Eine Reihe von weiteren Normen für Konstruktionsteile, wie Rohr e, Federn, Verschrau- dungen und dergleichen befindet sich in Vorbereitung- Die Normungsarbeiten für den Lokomotivbau und den Wagenbau wurden in Angriff genommen. Schließ- lich sind noch die in letzterer Zeit gegründeten Fach- abteilungen des ÖNIG für die Normung im Haushalt unter Führung der Oesterreichischen Gesellschaft für Technik im Haushalt und die Normung auf dem Gebiete des Krankenhauswesens unter Führung der Prüf- und Beratungsstelle für medizinische Apparate am Tech- nischen Versuchsamt zu nennen, die ihre Arbeiten bereits gleichfalls begonnen haben. RR