aufziehbarem Feinrechen ausgestattetes Entnahme- bauwerk und entsprechende Absperrorgane mittels einer I’40 m weiten, eisernen Rohrleitung durch einen rund I1800.m langen Stollen zu einem auf der so- genannte Grafenspitze angeordneten gepanzerten Pufferwasserschloß geleitet. Von hier führt ein kurzer gepanzerter Druckstollen in die Apparatekammer, von der das Betriebswasser mittels einer rund 1400 m langen, vorläufig aus zwei Strängen bestehenden Steil- cohrleitung in das Krafthaus nächst der Station Wald a. A. (früher Danöfen) gelangt. Jeder der peiden Stränge der Steilrohrleitung wiegt rund 702 Tonnen. In dem an der Arlbergstraße gelegenen Krafthaus sind zunächst drei Maschinensätze zu 8000 PS aufgestellt worden; der Maschinensaal wurde jedoch schon für ‚vier Maschinensätze bemessen und kann zur späteren Aufnahme eines 5. und 6. Satzes verlängert werden. Er wird in seiner ganzen Länge von einem Laufkran mit 60 Tonnen Tragfähigkeit bestrichen. Die als Peltonturbinen ausgeführten Frei- strahlturbinen von 8000 PS Leistung machen 333 Umläufe in der Minute und sind mit den Generato- zen starr gekuppelt. Die Schaltanlage ist in geräumi- ger Anordnung nach dem Zellensystem erbaut. Das 5pullerseewerk läuft in der Hauptsache als Spitzen- deckungswerk und ermöglicht hiedurch, sowie durch weitgehende Übernahme der Blindleistung eine möglichst volle Ausnützung der Ruetzwerkmaschinen und der in diesem Werke verfügbaren Wassermen- gen. Für die Unterbringung der Werksangestellten wurde eine eigene, aus 6 Wohnhäusern bestehende Siedlungsanlage errichtet. Das Jahresarbeitsvermögen des Spullerseewerkes beträgt rund 24 Millionen Kilo- wattstunden; vermöge seiner Maschinenausrüstung können beim gegenwärtigen Ausbau Spitzenleistungen bis zu 24.000 PS gedeckt werden. In Verbundwirtschaft mit dem Spullerseewerk arbeitet als Grundbelastungsanlage das südlich von Innsbruck liegende, im Jahre 1912 erbaute und ım Jahre 10923 erweiterte Ruetzwerk, welches das Gefälle von rund I80 m des aus den Stubaierglet- ;schern entspringenden Ruetzbaches zwischen Fulpmes und der Sill nutzbar verwertet. In dem unmittelbar am Ruetzbach liegenden Krafthaus sind 2 Turbinen von je 4000 PS-Leistung und eine Turbine von 3000 PS-Leistung zur Aufstellung gelangt. Das Werk weist eine Jahresmittelleistung von 6700 PS and ein Arbeitsvermögen von 36 Millionen kWh im Jahre auf, von denen im Jahre 1927 rund 28 Millionen kWh ausgenützt wurden. Für die zum Teil noch in Bau befindliche Ausge- staltung der Linien Kufstein Wörgl-Innsbruck-Brenner und Salzburg-Wörgl auf elektrischen Betrieb erfolgt die Energiedeckung im wesentlichen aus den noch in Ausführung stehenden Bahnkraftwerken im Stubachtal und an der Mallnitz sowie aus dem Achenseewerk der Tiroler Wasserkraft- werke A.G. Das Stubachwerk (Abb. 2), eine Speicher- ınd Spitzendecdkungsanlage wie das Spullerseewerk, nützt die rund 520 m hohe Gefällsstufe des Tauern- moosbaches, eines der Hauptzubringer der Stubache, zwischen dem Tauernmoosboden und dem Enzinger- »oden aus. Durch eine in Beton mit Bruchsteinver- <leidung ausgeführte Schwergewichtsmauer von rund 30.000 m? Inhalt wird auf dem Hochmoor des T’auernmoosbodens in einer Meereshöhe von 2000 m än Staubecken von 22 Millionen m* Nutzinhalt ge- ichaffen. Die Entnahme des Betriebswassers erfolgt lurch ein mit einem Feinrechen ausgestattetes Ein- aufbauwerk, an das sich ein kurzer Druckstollen ınschließt, der in eine durch Drosselklappen ab- ichließbare, in einem Schrägstollen verlegte Rohr- eitung übergeht. Durch diese Anordnung konnte in eigenes Wasserschloß erspart werden, da dessen Aufgabe in diesem Falle vom Staubecken selbst ibernommen wird. Die eiserne Rohrleitung ist rund 700 m lang, ihr lichter Durchmesser von 1800 mm »is auf 1200 mm abgestuft. Die größte Wandstärke jeträgt 40 mm, das Gesamtgewicht 2100 t. In dem lurchschnittlich 2°0 m breiten Stollen von hufeisen- (örmigem Querschnitt ist eine Stiege eingebaut, auf der man vom Enzingerboden auf den Tauernmoos- soden gelangen kann. Das auf dem Enzingerboden in einer Meeres- ıöhe von rund 1470m liegende Krafthaus ‚besitzt ne parallel zur Druckrohrleitung liegende 84 m lange and 118 m breite Maschinenhalle, in der vorläufig vier (später sechs) Maschinensätze von je 8000 PS ir 500 Umdrehungen in der Minute zur Aufstellung kommen, ein senkrecht darauf gerichtetes Schalthaus ınd einen Werkstättenanbau. Die gewählte Aus- führung der Schaltanlage bedeutet einen Fortschritt hinsichtlich Raum- und Kostenersparnis. Die Um- spanner, werden im Freien aufgestellt; die Schaltan- lage wird in einer offenen Schalthalle ohne Unter- :eilungswände oder Zellen untergebracht. Zur Zu- zänglichmachung der Kraftwerkstelle war es notwen- dig, nicht nur eine bestehende Privatstraße von rund 00km Länge entsprechend auszugestalten, sondern auch eine für den Verkehr von schweren Lastautos zeeignete Hochgebirgsstraße von rund 8 km Länge ınd nahezu 500 m Gesamtsteigung neu zu errichten. Das Stubachwerk ist befähigt, in Regeljahren eine /ahresarbeit von mindestens 35 Millionen kWh ab- zugeben. Im vorläufigen Ausbau können Spitzen- jeistungen von 32.000 PS, bei Vollausbau bis zu 48.000 PS gedeckt werden. Die Überleitung des rund 5 km? umfassenden Niederschlagsgebietes des Weiß- sees (2200 m über dem Meeresspiegel) in den T’auernmoosspeicher, sowie der Ausbau der vom Enzingerboden bis zum Salzachtal anschließen- den beiden Gefällsstufen der Stubache von 480 bzw. 180° m bleibt einem späteren Zeitpunkt vorbe- 4alten.