sprang die, Einführung der bargeldlosen Post- gebührenentrichtung. Den am Scheckverkehre des Postsparkassenamtes teilnehmenden Absendern wurde die Möglichkeit gegeben, diebar zu begleichenden Postgebühren für Wertbriefe und Pakete, dann die Freimachungsgebühren für Briefsendungen, die zur Freistempelung aufgegeben werden, mit Abrechnungs- oder Stundungsheften zu entrichten. Als wichtige Ver- kehrserleichterung haben sich auch die bei den Ab- sendern selbst zur Barfreimachung der Briefsendungen aufgestelltenFreistempelmaschinen erwiesen. Für diese Freistempler wurde in der elektrisch betriebenen V’rankotypmaschine eine befriedigende, sehr leistungs- ähige Einheitsausführung gefunden. Die Maschine kann jeden Gebührenwert, der durch eine dreiziffrige Zahl darstellbar ist, auf die Postsendungen aufstempeln. Die Sendungen werden überdies mit dem Orts- und Tagesstempel und einer fortlaufenden Nummer ver- sehen. Benutzbar ist die Maschine nur nach Finsetzen ainer auf 100, 200 oder 500 Schilling lautenden Wertkarte, und zwar so lange, bis der Wertbetrag aufgebraucht ist. Dann muß wieder eine neue Wert- xarte eingeführt werden. Die Verwendung dieser Maschine hat sich bereitsineinem Sinken des Brief- markenverbrauches bemerkbar gemacht. Das Bestreben, durch maschinelle Einrichtungen eine möglichste Vereinfachung des Betriebes zu erzielen, hat auch zur Aufstellung noch anderer Maschinen geführt. Automatische Briefwagen beschleunigen die Ermittlung des Gewichtes der Briefsendungen hei der Annahme und stehen im Parteienraum zur all- gemeinen Verfügung. Automatische Paketzeigerwagen geben mittels vier verschieden großer Zeiger auf vier Skalen das Gewicht (bis zu 20 Kilogramm) nach zwei Seiten, für den Beamten und für die Partei, an. Elektrische Briefstempelmaschinen besorgen in deı Stunde die Abstempelung von rund 18.000 Brief- sendungen. Gegenüber den gewöhnlichen Maschinen Jieser Art (Ganzstemplern) bietet die Standard- Briefstempelmaschine den Vorteil, daß nur die rechte obere Randhälfte der Sendung mit dem Stempel- abdruck bedeckt wird, dagegen die linke Seite, die aäufig eine Firmenaufschrift oder wie bei den Bild- ostkarten eine Abbildung trägt, nicht überdruckt wird. Postanweisungsstempelmaschinen machen es dem Annahmebeamten möglich, durch einen Handgriff die Postanweisung mit zwei Orts- und Tagesstempeln sowie mit dem Bezirksstempel, dem Datumsstempel und der fortlaufenden Nummer zu versehen. Stem- pelmaschinen für Postsparkassenempfangerlagscheine versehen auf einen Handgriff den anzunehmenden Empfangerlagschein mit den drei Orts- und Tages- stempeln. Elektrisch betriebene Rechenmaschinen, wie die Rechenmaschine Madas, die alle mittels der vier Rechnungsarten lösbaren Beispiele rechnet, und die Additionsmaschine Burroughs, eine zwölfstellige an- schreibende Tastenmaschine, erleichtern in den Buch- 1altungen die Überprüfung von Lieferantenrechnungen, 3aurechnungen, Kostenvoranschlägen, Lohnlisten und aller Post-, Telegraphen- und Fernsprechbetriebs- "echnungen. Die Underwood-Bookkeepingmaschinen werden bei der Verbuchung der Fernsprechteilnehmer- zebühren verwendet. Fine Art dieser Maschinen, die zur Vorschreibung aller den Fernsprechteilnehmern auszustellenden Rechnungen dient, bucht durch- ;chnittlich 70 bis 00 Posten in der Stunde, und zwar mit Durchdruck. Die Urschrift stellt die Buchung uf dem Saldokontoblatt dar, der Durchdruck dient als Journal. Die Maschine weist automatisch nach eder Buchung den Gesamtrückstand am Saldokonto- »latt aus. Fine andere Art Bookkeepingmaschine lient zur Ausfertigung von Bescheiden an Fern- ;prechteilnehmer über die Bewilligung, die Teilnehmer- zebühr in Raten zu zahlen. Die Maschine fertigt in ler Stunde 30 Bescheide aus; für ein Halbjahr werden mit ihr 14.000 bis 15.000 Bescheide ge- chrieben. Die Adrema-Anlage, bestehend aus einer \dreßprägemaschine und einer Adreßdruckmaschine, 'rmöglicht es, anläßlich der Hauptvorschreibungen im länner und im Juli jedes Jahres die 80.000 Fern- ‚prechteilnehmerrechnungen in rund 100 Arbeits- ;tunden zu adressieren. Mittels der durch die Adreß- naschine hergestellten Adreßtäfelchen bedruckt die von einem Mann bediente Adreßdruckmaschine in 5 Minuten 200 als Rechnungen ausgefertigte Emp- tangerlagscheine mit den Adressen. Die Bureau- falzmaschine gibt diesen 80.000 als Rechnungen aus- gefertigten Empfangerlagscheinen in 45 Arbeits- stunden die versandfertige Faltung. Schließlich sei noch der Kür-Presse erwähnt, mittels deren bei der Generaldirektion für die Post- und Telegraphenver- waltung sowie bei den Post- und Telegraphendirek- ionen Erlässe, Vordrucke und dergleichen verviel- ältigt und insbesondere auch kleinere Auflagen um- “angreicher Entwürfe einfach und rasch in Zinkdruck oder in Buchdruck hergestellt werden. So sind über ein Dutzend verschiedene Arten von Maschinen im Betriebe der Post im Gange, um menschliche Arbeit zu sparen und zu erleichtern. Wenn trotzdem nicht von einer ausgedehnten Mechanisierung des österreichischen Postbetriebes gesprochen werden kann, so liegt die Ursache darin, daß der Verkehr infolge des wirtschaftlichen Charakters und des geringen Umfanges des Verwaltungsgebietes nur in seinen Hauptsammelpunkten Großbetriebs- formen ermöglicht, im allgemeinen aber der Voll- zugsdienst der Postämter sich in Formen bewegt, die für die Anwendung maschineller Einrichtungen kein Feld bieten, Ausschlagebende Bedeutung dagegen kommt den technischen Hilfsmitteln für den Beförde- vrungsdienst der Post zu. Hier haben die Errungen- schaften der Technik in den letzen Jahren, insbesondere auf den Gebieten des Postkraftfahrdienstes