Gaswerk Am dringendsten war die Ordnung des Unter- nehmungshaushaltes. Sie wurde durch weitestgehende Sparsamkeit in der Ausgabenwirtschaft und durch den Verzicht der Gemeinde auf Gewinne erreicht. 'm Geschäftsjahre 1910/20 gelang es bereits, Ein- ı1ahmen und Ausgaben wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Der durch den fortschreitenden Verfall der Währung neuerlich drohenden Zerrüttung des Haus- altes wurde durch rasche Erfassung der Gasgeste- ıungskosten und fortlaufende Erstellung entsprechender Gaspreise begegnet. Ergänzt wurde diese Maßregel durch die Einführung unverzinslicher Vorauszahlungen für den Gasverbrauch, die dem Unternehmen einen srheblichen Teil des notwendigen Betriebskapitals zu- ‚ührten. Die Wiener städtischen Gaswerke sind durch liese Maßnahmen im Gegensatze zu gleichartigen Jnternehmungen anderer Städte über die gefahrvolle Währungskrise ohne Schädigung hinweggekommen. Die Ordnung des Haushaltes ermöglichte eine durchgreifende Behebung der an den Betriebsanlagen entstandenen Schäden und den weiteren technischen and wirtschaftlichen Ausbau des Unternehmens. Das Ziel war hiebei, die Anlagen durch Nutzbarmachung aller gewonnenen Erfahrungen zu verbessern und auszugestalten, um die Erzeugungskosten des Gases niedrig zu halten und billige Verkaufspreise erstellen zu können. Simmering Da den weitaus größten Verbrauch an Rohstoff Kohle) und an Wärme (Unterfeuerung) die Gas- arzeugungsöfen beanspruchen und von ihnen auch lie Ausbeute an Gas und den anderen Erzeugnissen abhängt, so wurde vor allem an einen zweckmäßigen Ersatz von veralteten Ofenanlagen im. Werke Sim- mering und den weiteren Ausbau der Zentralgenera- torenanlagen zur Beheizung der Oefen geschritten. in der Einführung von Zentralgeneratorenanlagen, die in mehrfacher Hinsicht einen bedeutenden tech- ıischen Fortschritt im Gaswerksbetriebe bedeuten, ;ind die Wiener städtischen Gaswerke als erste schon ‚or dem Kriege vorangegangen. Die Anlagen decken auch durch den bei ihnen kostenlos anfallenden Dampf nicht bloß ihren gesamten Eigenbedarf, sondern ‘iefern noch Ueberschußdampf für die gesamte Be- 1eizung und die Bäderanlagen der Werke. Leistungs- ähigkeit und Wirtschaftlichkeit der Gaserzeugungs- fen wurden durch diese Neuanlagen bedeutend erhöht. Eine schr einschneidende Verminderung des Kohlen- v‚erbrauches und dadurch der Erzeugungskosten war weiters durch stärkere Verwendung des selbsterzeugten Kokses zur Gaserzeugung zu erzielen. Es wurde da- 1er die aus dem Jahre 10905 stammende Wassergas- ınlage des Werkes Simmering ausgebaut. Hiebei Kam eine neue im eigenen Betrieb geschaffene Ge-