und zur Selbstverständlichkeit gemacht werden muß, dem Aus— lande deutsches Wollen und Können in der besten Form zu zeigen. Das Schiff als beweglicher Teil unseres Heimatbodens und die Ware, als Träger deutscher Gedanken und deutscher Arbeit muß durch und durch erfüllt sein von der Ausprägung unseres Zeit— willens und von deutscher Art. Es wird da noch viel Arbeit zu leisten sein, und gerade insofern glaube ich, daß die uns aufgezwungene Ruhepause nicht umsonst sein wird. Diese Selbstverständlichkeit der Gestältung muß doch langsam von innen heraus wachsen, und es wäre ein Unding, sich plötzlich vorzunehmen: ich will es jetzt anders machen! Es muß von innen heraus wachsen, und die Vorarbeit dazu wird geleistet in Ihrem Kreise, und es wird in manchem wohl erst eine jüngere Generation heranwachsen müssen, der dies alles zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Aber ebenso wie wir vom Bauherrn erwarten, daß er ein Gefühl für diese Dinge und vor allem das Gefühl seiner Verantwortung hat, müssen wir vom Architekten und bildenden Künstler erwarten, daß er sich fort— gesetzt hinein denkt in seine Aufgabe. Ich fuhr vor einigen Jahren mit meiner ältesten Tochter, die damals vier Jahre alt war, zum erstenmal auf dem Dampfer „Kaiser“ nach Helgoland. Sie hatte sich an Deck sehr interessiert alles angesehen; aber als ich mit ihr dann hinunter ging in den Speisesaal, da sagte sie: „Väterchen, wo ist denn nun das Schiff?“ — D— cichtig gestellt. Und auch heute drängt sich einem bei manchem deutschen Schiff die Frage auf: wo ist denn eigentlich das Schiff? Es kommt darauf an, für die beste Verwendungsmöglichkeit des Schiffes bedacht zu sein. Ich glaube, das ist eine Aufgabe von unerméßlicher Weite. Es ist ein Glück dabei, daß beim Schiff— bau nur allerbestes Material verwendet werden darf. Irgendein Schund, irgendein Ersatz oder Ersatzersatz hält Gott sei Dank der Seeluft nicht stand. (Heiterkeit.) Nun aber kommt es darauf an, die Lösung zu finden aus der Art des Schiffes. Diese Aufgaben sind, unter Führung des Werk— bundes zusammengefaßt in dem Jahresbuch von 1914, außer— 38